Examensarbeit, 2006
127 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Forschungsüberblick
2.1 Internet und Internet-Nutzer
2.2 Internetspezifische Kommunikationsbedingungen
2.3 Konzeptionelle Mündlichkeit
2.4 Internetspezifische Merkmale
2.4.1 Sprachliche Merkmale
2.4.2 Bildliche Merkmale
2.4.3 Intendierte Abweichungen und Fehler
2.5 Erklärungen für Sprachwandel
2.6 Zwischenfazit
3. Grundlagen der Analyse
3.1 Ausgangspunkte
3.2 Die Untersuchungsmethode
3.3 Die Materialgrundlage
4. Exemplarische Analyse von Anzeigentexten aus Internet und Printmedien
4.0 Vorbemerkungen
4.1 Kontextuelle Kriterien von Internet und Printmedien
4.2 Private Kontaktanzeigen
4.2.0 Vorbemerkungen
4.2.1 Kommunikationssituation
4.2.2 Materielle Textgestalt
4.2.3 Textfunktion
4.2.4 Thema des Textes
4.2.5 Sprachliche Gestaltung
4.2.6 Zwischenfazit
4.3 Private Verkaufsanzeigen
4.3.1 Kommunikationssituation
4.3.2 Materielle Textgestalt
4.3.3 Textfunktion
4.3.4 Thema
4.3.5 Sprachliche Gestaltung
4.3.6 Zwischenfazit
4.4 Werbeanzeigen
4.4.0 Vorbemerkungen
4.4.1 Kommunikationssituation
4.4.2 Materielle Textgestalt
4.4.3 Textfunktion und Thema
4.4.4 Sprachliche Gestaltung
4.4.5 Zwischenfazit
5. Analyseergebnisse
5.1 Klassifikation der Textexemplare
5.2 Sprachveränderungen
5.3 Einflüsse auf nicht-internetbasierte Kommunikation
5.4 Gründe für Sprachveränderungen
5.4.0 Vorbemerkungen
5.4.1 Sprachökonomie und sprachliche Innovation
5.4.2 Anonymität und sinkendes Normbewusstsein
5.4.3 Interaktivität
5.4.4 Einfluss von Varietäten
6. Fazit
7. Ausblick: Didaktisches Potenzial internetbasierter Texte
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der elektronischen Kommunikation auf die deutsche Gegenwartssprache durch einen vergleichenden Kontrast von Textsorten im Internet und in traditionellen Printmedien. Ziel ist es, die Auswirkungen digitaler Rahmenbedingungen auf die sprachliche und materielle Gestaltung von Texten zu analysieren und zu prüfen, ob internetbasierte Sprachphänomene auf die Printmedien zurückwirken.
2.4.1 SPRACHLICHE MERKMALE
In der Literatur ist die Meinung vertreten, dass die Sprache im Internet eine eigene Varietät darstellt; vor allem deshalb, weil in der Schriftsprache des Internets immer mehr Normabweichungen auftreten und akzeptiert werden. CRYSTAL (2001) bezeichnet die Sprache im Internet als „a genuine language variety“ (CRYSTAL 2001, 92). Im Gegensatz zu CRYSTAL und weiteren Tendenzen in der Literatur, den Sprachgebrauch im Internet als „Websprache“ (RUNKEHL/SCHLOBINSKI/SIEVER 2005), „Cyber-Deutsch“ (BÄR 2000) etc. zu bezeichnen, gibt es Autoren, die die eingrenzende Bezeichnung des Sprachgebrauchs im Internet als sprachliche Varietät ablehnen; u.a. deshalb, weil viele für das Internet typische sprachliche Merkmale auch in anderen Kontexten auftreten und diese nicht generell, sondern nur situations- und sprecherabhängig verwendet würden (vgl. DÜRSCHEID 2004, 147).
In Anlehnung an SCHLOBINSKI (2000) könne weder von einer Internetsprache noch von einer sondersprachlichen Varietät ausgegangen werden, da es im Internet einfach viel zu viele verschiedene heterogene Textsorten gebe, sodass man nicht von der Netzsprache oder dem Sprachgebrauch im Internet sprechen könne. In Anlehnung an SCHLOBINSKI stellt der internetspezifische Sprachgebrauch einen spezifischen Stilmix dar. (Vgl. SCHLOBINSKI 2000, 77)
Aufgrund ihrer besonderen Rahmenbedingungen hat die internetbasierte Kommunikation „funktionale Schriftsprachvarianten“ (SCHLOBINSKI/SIEVER 2005, 71) und neue Kommunikationsformen sowie Textsorten wie Homepage, E-Mail, Chat und Weblogs hervorgebracht. Diese sind - mehr oder weniger - durch einen mündlichen Schreibstil gekennzeichnet, der von jugendsprachlichen Merkmalen und der englischen Sprache geprägt ist. (Vgl. HAASE ET.AL. 1997, 52)
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach den Auswirkungen digitaler Kommunikation auf die Sprache und umreißt den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Forschungsüberblick: Bietet eine theoretische Fundierung zu Internetspezifika, konzeptioneller Mündlichkeit und den Mechanismen des Sprachwandels im digitalen Raum.
3. Grundlagen der Analyse: Erläutert das textlinguistische Analysemodell und die Auswahl der untersuchten Anzeigentexte als empirisches Korpus.
4. Exemplarische Analyse von Anzeigentexten aus Internet und Printmedien: Führt die vergleichende Untersuchung der Textsorten (Kontakt-, Verkaufs- und Werbeanzeigen) durch und analysiert deren materielle sowie sprachliche Gestaltung.
5. Analyseergebnisse: Führt die empirischen Befunde zusammen, klassifiziert die untersuchten Texte und bewertet die Ursachen für Sprachveränderungen wie Sprachökonomie und Anonymität.
6. Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert die Grenzen der Anwendung traditioneller Sprachmodelle auf das Internet.
7. Ausblick: Didaktisches Potenzial internetbasierter Texte: Diskutiert, wie die Ergebnisse im Deutschunterricht und DAF-Unterricht zur Förderung der Textkompetenz eingesetzt werden können.
Internet, Gegenwartssprache, Sprachwandel, elektronische Kommunikation, Textsorten, Kontaktanzeigen, Werbeanzeigen, Sprachökonomie, konzeptionelle Mündlichkeit, Medialität, Normabweichung, Sprachdidaktik, Stilmix, digitale Revolution, Textlinguistik.
Die Arbeit untersucht, wie elektronische Medien und die Internetkommunikation die deutsche Gegenwartssprache verändern und ob dies zur Entstehung einer eigenen Internetsprache führt.
Im Fokus stehen die mediale und sprachliche Gestaltung von Gebrauchstexten, insbesondere der Vergleich von Online-Anzeigen mit Anzeigen aus klassischen Printmedien.
Das Ziel ist es, sprachliche Normabweichungen und Innovationen im Internet zu identifizieren und zu analysieren, ob diese eine neue, homogene Sprache darstellen oder eher einen heterogenen Stilmix.
Die Arbeit nutzt ein holistisches textlinguistisches Analysemodell, das um Dimensionen der materiellen Textgestalt erweitert wurde, um einen kontrastiven Vergleich zwischen Internet- und Printtexten zu ermöglichen.
Der Hauptteil beinhaltet die exemplarische Analyse von privaten Kontaktanzeigen, Verkaufsanzeigen und professionellen Werbeanzeigen unter Berücksichtigung von Kommunikationsbedingungen, Textfunktion und sprachlicher Gestaltung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachwandel, konzeptionelle Mündlichkeit, Sprachökonomie, digitale Medien und Textsortenvariation geprägt.
Die Analyse zeigt, dass E-Bay-Anzeigen durch ihre komplexe Hypertext-Struktur und die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten so stark von traditionellen Kleinanzeigen abweichen, dass sie als eigenständige Textsorte klassifiziert werden können.
Die Anonymität im Netz führt laut der Autorin zu einem sinkenden Normbewusstsein und einer größeren Variationsbreite in der Sprache, da der soziale Druck der Außenwelt entfällt.
Ja, die Autorin sieht ein großes Potenzial, die Ergebnisse im Deutsch- sowie DAF-Unterricht zu nutzen, um Schülern durch den Vergleich von Internet- und Printtexten ein Bewusstsein für Sprachnormen und Stilkompetenz zu vermitteln.
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