Masterarbeit, 2008
155 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand und Relevanz des Themas
1.2 Forschungsstand und Forschungslücke
1.3 Hypothesen und Leitfragen
1.4 Theoretischer Rahmen
1.5 Begriffliche Vorklärungen
1.6 Aufbau der Arbeit
2. Demokratietheoretische Einordnung
2.1 Das Polyarchie-Konzept von Dahl
2.2 Polyarchie und Medienfreiheit
3. Ein Analyseraster für den Mediensystemvergleich
3.1 Der Ansatz von Hallin und Mancini
3.2 Drei Dimensionen des Vergleichs von Mediensystemen
3.3 Die Einbettung des Mediensystems
4. Transformationstheorien und Transformationsphasen
4.1 Transformationstheorien und Medienfreiheit
4.1.1 Makrotheoretische Ansätze
4.1.2 Mesotheoretische Transformationstheorien
4.1.3 Der akteursorientierte Ansatz
4.2 Transformationsphasen und Medienfreiheit
4.2.1 Liberalisierungsphase
4.2.2 Demokratisierungsphase
4.2.3 Konsolidierungsphase
4.3 Zwischenfazit und Zusammenfassung der bisherigen Argumentationsstruktur
5. ‚Legacies of the Past‘
5.1 Das kommunistische Modell der Massenkommunikation – „Die kommandierte öffentliche Meinung“
5.2 Der Stand der Konsolidierung
6. Parallelität und Politisierung von Medien
6.1 Politischer Parallelismus im Printmedienbereich
6.2 Beziehungsmuster zwischen Politik und öffentlichen Rundfunkorganisationen
6.3 Parteinahme von Massenmedien in Präsidentschaftswahlen
6.3.1 Die Präsidentschaftswahlen in Polen 1995 und Russland 1996
6.3.2 Die Präsidentschaftswahlen 2000 in Russland 2000 und das Doppelwahljahr in Polen 2005
6.4 Zwischenfazit – Politisierung und Staatskontrolle
7. Professionalisierung des Journalismus
7.1 Rollen- und Aufgabenverständnis von Journalisten
7.2 Journalistische Interessenorganisationen
7.3 Zwischenfazit – Professionalisierungstendenzen und Verlust der Autonomie
8. Die Mediengesetzgebung in Russland und Polen
8.1 Allgemeine presserechtliche Regelungen
8.2 Gesetzliche Regelungen der Rundfunkordnung
8.3 Einschränkungen der Medienfreiheit
8.4 Zwischenfazit – Liberaler Rechtsstaat und illiberale Demokratie
9. Die Einbettung des Mediensystems
9.1 Die Form des Systemwechsels in Polen und Russland – Die ausgehandelte und von oben gesteuerte Transition
9.2 Das Wahlregime
9.3 Politische Teilhaberechte
9.4 Die Rechtstaatsdimension – Machtbalance und russischer Superpräsidentialismus
9.5 Politische Kultur und Zivilgesellschaft
9.6 Sozioökonomische Faktoren – Kontinuierliche und krisenhafte Entwicklung
9.7 Zwischenfazit – Liberale rechtsstaatliche Demokratie und illiberale delegative Demokratie
10. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Mediensysteme der Transitionsstaaten Polen und Russland während ihrer Konsolidierungsphase (1992-2005), um die Auswirkungen des politischen Systems, sozioökonomischer Rahmenbedingungen und zivilgesellschaftlicher Kontexte auf die Funktionsweise der Medien sowie deren Beitrag zur demokratischen Konsolidierung zu analysieren.
6. Parallelität und Politisierung von Medien
Ausgehend vom Untersuchungsgegenstand der Arbeit sollen in den Kapiteln 6 bis 8 die Unterschiede der Mediensysteme Polens und Russlands in der Konsolidierungsphase auf Grundlage der erarbeiteten Vergleichsdimensionen herausgearbeitet werden. Neben der Herausarbeitung der Unterschiede der Mediensysteme soll darüber hinaus betrachtet werden, wie sich die Vergleichsdimensionen im Laufe der Konsolidierungsphase entwickelten. Zweitens soll der Versuch unternommen werden, die Vergleichsdimensionen in das von Hallin und Mancini vorgeschlagene Drei-Welten-Modell der westlichen Medien einzuordnen.204
Die erste zu analysierende Dimension betrifft den Grad der Parallelität zwischen politischem und medialem System, primär auf der Mesoebene. Generell ist er als hoch einzuschätzen, wenn Massenmedien bestimmten politischen Lagern zugeordnet werden können und ein starker organisatorischer oder informeller Einfluss auf sie durch politische Akteure existiert. Auswirkungen auf die mediale Autonomie können politischem Parallelismus sowohl in Bezug auf die Presse als auch den Rundfunk, vermittelt über bestimmte Modelle der Rundfunkregulierung, zugeschrieben werden. Im Bereich der Presse liegt ein hoher Grad an Parallelität vor, wenn Zeitungen eindeutig politischen Strömungen zuzuordnen sind.205 In Bezug auf den öffentlichen Rundfunk impliziert die Dimension die Etablierung bestimmter Kontrollstrukturen des öffentlichen und staatlichen Rundfunks. Inwiefern diese Vergleichsweise unabhängig oder abhängig von politischen Akteuren ist, soll hier den Ausgangspunkt des Vergleichs bilden. Abschließend wird der Grad der Parallelität zwischen Politik und Massenmedien anhand je zweier Wahlkämpfe in beiden Fallbeispielen exemplarisch dargestellt. Inwieweit eine ausgewogenen Berichterstattung über die Kandidaten erfolgte, oder dagegen organisatorischer oder informeller Einfluss auf Massenmedien ausgeübt wurde, um dies zu verhindern, soll im weiteren untersucht werden.
1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand sowie die Relevanz der Arbeit und legt den theoretischen Rahmen sowie die methodische Vorgehensweise fest.
2. Demokratietheoretische Einordnung: Erarbeitet die zentralen Funktionen von Massenmedien als Bestandteile einer Polyarchie nach Dahl und leitet Kriterien für Medienfreiheit ab.
3. Ein Analyseraster für den Mediensystemvergleich: Stellt das Modell von Hallin und Mancini sowie das Konzept der 'embedded democracy' zur Analyse der Mediensysteme vor.
4. Transformationstheorien und Transformationsphasen: Diskutiert verschiedene theoretische Ansätze zur Systemtransformation und definiert die Phasen des Transitionsprozesses.
5. ‚Legacies of the Past‘: Beleuchtet die kommunistischen Mediensysteme als Ausgangsbasis und skizziert den Stand der demokratischen Konsolidierung in Polen und Russland.
6. Parallelität und Politisierung von Medien: Analysiert den Grad der Verflechtung zwischen Politik und Medien in beiden Ländern, insbesondere bei Printmedien, im Rundfunk und bei Präsidentschaftswahlen.
7. Professionalisierung des Journalismus: Untersucht das Rollenverständnis von Journalisten, die Bedeutung journalistischer Interessenorganisationen und die ethischen Standards in beiden Ländern.
8. Die Mediengesetzgebung in Russland und Polen: Vergleicht die rechtlichen Rahmenbedingungen für Presse und Rundfunk sowie bestehende Einschränkungen der Medienfreiheit.
9. Die Einbettung des Mediensystems: Analysiert die Rückkoppelungsprozesse zwischen dem politischen System (Teilregime der 'embedded democracy') und dem Mediensystem.
10. Resümee: Fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und bestätigt die Hypothese einer signifikanten Auseinanderentwicklung der Mediensysteme.
Mediensystem, Transformation, Konsolidierung, Polen, Russland, Demokratisierung, Medienfreiheit, Politischer Parallelismus, Journalismus, Professionalisierung, Transition, Polyarchie, embedded democracy, Rundfunkgesetzgebung, Massenmedien.
Die Arbeit vergleicht die Mediensysteme in den Transitionsstaaten Polen und Russland während der Konsolidierungsphase zwischen 1992 und 2005.
Zentrale Themen sind die Rolle der Medien bei der demokratischen Transformation, die Einbettung der Medien in das politische System, deren Grad an Politisierung sowie die Entwicklung journalistischer Professionalität.
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Mediensysteme in Polen und Russland in der Konsolidierungsphase entwickelt haben und welche Faktoren für deren unterschiedliche Verläufe verantwortlich sind.
Die Studie ist eine qualitative, hermeneutisch orientierte Arbeit, die auf Inhaltsanalyse und Interpretation von Primär- und Sekundärquellen basiert.
Der Hauptteil analysiert die Parallelität zwischen Politik und Medien, die Professionalisierung des Journalismus, die Mediengesetzgebung sowie die Einbettung der Medien in die politischen Strukturen der jeweiligen Staaten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mediensystemvergleich, Transformationsforschung, demokratische Konsolidierung, Parallelität, Professionalisierung und die spezifischen Länderkontexte Polen und Russland beschreiben.
Während Polen eine erfolgreiche Transition zu einer pluralistischen Medienlandschaft vollzog, zeigt Russland eine autoritäre Regression, in der die Medien zunehmend staatlich kontrolliert werden und als Instrument der politischen Macht dienen.
Das Konzept der 'embedded democracy' nach Merkel et al. dient dazu, die politische Einbettung der Medien in Teilregime wie das Wahlregime oder die Rechtsstaatsdimension systematisch zu erfassen und deren Auswirkungen auf das Mediensystem zu bewerten.
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