Bachelorarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Moderne Malerei
2.1. Die Auswirkungen der Fotografie
2.2. Abstrakte Malerei
2.2.1. Die letzten Bilder
2.3. Dreidimensionale Kunst
2.3.1. Eine neue Bildwahrnehmung
2.3.2. Eine neue Ästhetik: Duchamps Readymade
2.4. Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg
2.4.1. Neuer Realismus
2.4.2. Environment
2.4.3. Happening
2.4.4. Fluxus
2.5. Zusammenfassung
3. Joseph Beuys
3.1. Das beuyssche Weltbild
3.1.1. Gesellschaftliche Revolution
3.1.2. Die Aufgabe der Kunst
3.1.3. Plastische Theorie
3.1.4. Soziale Plastik
3.2. Das Oeuvre Beuys’
3.2.1. Allgemeine Merkmale der beuysschen Werke
a. Provokation
b. Semantik
c. Polarität
d. Wiedererkennungswert
3.2.2. Aktionen
3.2.3. Der Chef The Chief. Fluxus Gesang
a. Verlauf
b. Semantik
c. Sprache als Plastik
d. Evolutionscharakter
e. Raumbegriff
3.2.4. Installationen
3.2.5. Palazzo Regale
a. Semantik
b. Raumerfahrung
c. Gesamtbetrachtung
d. Hintergründe
4. Imi Knoebel
4.1. Historische Entwicklung
4.2. Zur Person des Künstlers
4.3. Genter Raum
4.4. Knoebel und Beuys
5. Rückblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Werk von Joseph Beuys unter dem Aspekt seines erweiterten Kunstbegriffs und dessen praktischer Anwendung. Dabei wird analysiert, wie Beuys durch sein Weltbild und seine Theorien zur Sozialen Plastik eine gesellschaftliche Transformation anstrebt, und diesen Ansatz in den Vergleich mit seinem Schüler Imi Knoebel und dessen postmoderner Positionierung stellt.
3.2.3. Der Chef The Chief. Fluxus Gesang
Die Aktion Der Chef The Chief. Fluxus Gesang ist Beuys’ erste Einzelaktion und erweist sich als sehr geeignet, die oben genannten Aspekte zu verdeutlichen. Beuys führt sie im Jahr 1964 zweifach auf, zunächst in Kopenhagen und schließlich in Berlin. Die Dokumentation des Aufbaus befindet sich, durch Abbildungen ergänzt, im Anhang.
a. Verlauf
Die Aktion Der Chef The Chief. Fluxus Gesang dauert acht Stunden, in denen Beuys, eingewickelt in einer Filzrolle, auf dem Boden regungslos daliegt. Sein Gesicht bleibt innerhalb der Rolle verdeckt, nur die herausragenden Füße lassen den menschlichen Körper erahnen. Bei sich trägt Beuys ein Mikrofon, welches mit einer Lautsprechanlage verbunden ist.
„In unregelmäßigen Abständen sendet […] Beuys durch das Mikrofon aus der Rolle seine akustischen Botschaften, die überdimensional verstärkt wurden. Man hört […]: atmen, aufatmen, röcheln, husten, seufzen, nörgeln, zischen, Pfeiftöne.“
Zusätzlich werden von einem weiteren Tonbandgerät in ebenso unregelmäßigen Abständen einige Kompositionen von Henning Christiansen „im scheinbaren Gegensatz zur Beuys-Akustik“ abgespielt. Um Mitternacht wird Beuys schließlich ausgewickelt und beantwortet die Fragen der Zuschauer nach dem Sinn dieser Aktion mit den Worten „Ich bin ein Sender, ich strahle aus.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Beuys Kunst und Lebenspraxis verknüpft, und skizziert den Aufbau der Untersuchung von den theoretischen Grundlagen bis hin zum Vergleich mit Imi Knoebel.
2. Moderne Malerei: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Malerei nach der Fotografie nach und beschreibt den Weg von der abstrakten Malerei hin zur dreidimensionalen Kunst, zum Happening und zur Fluxusbewegung.
3. Joseph Beuys: Dieses Kapitel erläutert das anthropologische Weltbild von Beuys, seine Theorien wie die Plastische Theorie und Soziale Plastik sowie deren Umsetzung in seinen Aktionen und Installationen, insbesondere anhand von Der Chef The Chief. Fluxus Gesang und Palazzo Regale.
4. Imi Knoebel: Hier wird die postmoderne Gegenposition von Imi Knoebel analysiert, wobei der Fokus auf seiner Installation Genter Raum und dem Vergleich seiner autonomen Kunstauffassung mit dem humanistischen Ansatz von Beuys liegt.
5. Rückblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, konstatiert das Scheitern des avantgardistischen Anspruchs der Aufhebung von Kunst und Lebenspraxis und reflektiert die wegweisende Bedeutung beider Künstler.
Joseph Beuys, Imi Knoebel, Erweiterter Kunstbegriff, Soziale Plastik, Avantgarde, Postmoderne, Fluxus, Installation, Aktion, Kunstverständnis, Anthropologie, Genter Raum, Palazzo Regale, Transformation, Autonomie.
Die Bachelorarbeit analysiert das künstlerische Werk von Joseph Beuys im Kontext seiner Theorie einer Sozialen Plastik und vergleicht diesen Ansatz mit den Werken seines Schülers Imi Knoebel.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstellen zwischen Kunst und Leben, den Einfluss der modernen Kunstgeschichte auf avantgardistische Konzepte sowie den Übergang zur Postmoderne.
Das Ziel ist es, Beuys' Kunstverständnis theoretisch zu beleuchten und anhand konkreter Werkanalysen aufzuzeigen, ob der Anspruch der Aufhebung von Kunst und Lebenspraxis eingelöst werden konnte.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse beuyscher Konzepte mit der interpretativen Untersuchung ausgewählter Aktionen und Rauminstallationen, ergänzt durch einen historischen Kontextvergleich.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der modernen Malerei als Ausgangslage, die detaillierte Analyse von Beuys’ Weltbild und Werken sowie die abschließende Gegenüberstellung mit Imi Knoebels autonomem Kunstverständnis.
Zentrale Begriffe sind Soziale Plastik, erweiterter Kunstbegriff, Avantgarde, Postmoderne, Objektenergie sowie die spezifischen Werke Der Chef The Chief. Fluxus Gesang, Palazzo Regale und Genter Raum.
Bei Beuys wird der Betrachter durch eine starke Symbolik und die Aura des Künstlers dazu aufgefordert, eine eigene geistige Transformation zu vollziehen und zum aktiven Mitgestalter der Gesellschaft zu werden.
Knoebel dient als Beispiel für eine postmoderne Position, die den avantgardistischen Anspruch von Beuys ablehnt und die Kunst als autonom betrachtet, anstatt sie als Mittel für soziale oder politische Revolutionen einzusetzen.
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