Masterarbeit, 2022
83 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Entstehung und Etablierung von Literaturagenturen
2.1 Gründung erster literarischer Agenturen
2.2 Internationalisierung des Agenturbetriebs durch das deutschsprachige Exil
2.3 Gründungsboom um die Jahrtausendwende
2.4 Legitimation der Literaturagenturen von Autorenseite und Definition nach heutigem Verständnis
3 Zusammenarbeit von Publikumsverlagen mit literarischen Agenturen
3.1 Autorenakquise
3.1.1 Literaturagenturen
3.1.1.1 Autorenagenturen
3.1.1.2 Agenturen im Ausland und Subagenturen in Deutschland
3.1.2 Andere Verlage im In- und Ausland
3.1.3 Kaltakquise und Auftragsarbeit
3.1.4 Unverlangte Privatmanuskripte
3.1.5 Zusammenfassung und Kriterien der Akquise
3.2 Autorenbetreuung
3.2.1 Vertragsabschluss mit dem Autor
3.2.2 Rolle des Literaturagenten nach Abschluss des Verlagsvertrags
3.2.3 Dreigespann Autor – Agent – Lektor: Entlastung des Lektors durch den Agenten
4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Relevanz von Literaturagenturen für Publikumsverlage bei der Autorenakquise und der anschließenden Autorenbetreuung. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Agenturen gestaltet und welchen Mehrwert sowie welche Herausforderungen dieser Akteur für den Verlagsalltag mit sich bringt.
2.1 Gründung erster literarischer Agenturen
Erst 1998 deckte der Literaturwissenschaftler Andreas Graf in einem Aufsatz eindrücklich auf, dass Literaturagenturen bereits seit dem letzten Drittel des 19. Jh. in Deutschland erfolgreich tätig waren. Und: Die erste deutsche Literaturagentur ist auf das Jahr 1868 zurückzuführen und war daher vor dem Londoner Institut von A. P. Watt (gegründet 1875) tätig, welches bis zu Grafs Veröffentlichung gemeinhin als die erste Literaturagentur der Welt galt. Im Gründungsjahr der ersten Londoner Agentur gab es sogar schon jeweils mindestens eine Literaturagentur in Berlin, München und Wien. Lange war fälschlicherweise angenommen worden, das Vermittlungsgeschäft mit literarischer Ware wäre erst in der 2. Hälfte des 20. Jh. in Deutschland angekommen. Den Grund für diesen fatalen Irrtum sieht Graf selbst in der lange mangelhaften Beleuchtung der sozialgeschichtlichen Hintergründe in der Literaturgeschichtsschreibung sowie der Ideologie der Nationalsozialisten. Sie verteufelten die Verbindung von Literatur und Geld und hießen die damals vor allem von Juden betriebenen Literaturagenturen nicht gut, weshalb diese in Deutschland erst nach Kriegsende wieder präsenter waren.
Am 1. November 1868 nahm „Dr. Loewenstein’s Institut für Vermittlung literarischer Geschäfte“ in Berlin seine Arbeit auf. Otto Loewenstein, Buchhändler und Verleger, traf mit dem neuen Unternehmenstypus offenbar einen Nerv, denn seine literarische Agentur bestand mindestens bis 1902 und galt unter Autoren als eine der renommiertesten.
Das Bedürfnis der Gründung eines solchen Unternehmens ging von der Schriftstellerschaft aus, die sich auch im 19. Jh. noch mit dem kaum zu ahndenden, unrechtmäßigen Nachdruck konfrontiert sah. Nach der Gründung des „Deutschen Schriftsteller-Vereins“ im Anschluss an den ersten Schriftstellertag im August 1865, dessen vordergründiges Ziel die Wahrung des literarischen Eigentums darstellte, beschloss man im Juni 1868 auf dem dritten deutschen Schriftstellertag in Dresden die Gründung eines Vereinsorgans zum Schutz der geistigen Arbeit. Außerdem wurde hier der Antrag des Lehrers und Lyrikers Anton Niendorf mit der Idee zur Einrichtung eines Vermittlungsbüros von Novellen und Feuilletons angenommen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder Autorenakquise und -betreuung ein und beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Literaturagenturen für den deutschen Publikumsverlagsmarkt.
2 Entstehung und Etablierung von Literaturagenturen: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss, angefangen bei den ersten deutschen Agenturen im 19. Jahrhundert, über die Exilzeit bis zum Gründungsboom um die Jahrtausendwende.
3 Zusammenarbeit von Publikumsverlagen mit literarischen Agenturen: Hier werden die Akquiseformen und die Autorenbetreuung im Detail analysiert, wobei der Fokus auf dem Publikumsverlag und der Rolle des Agenten als Vermittler liegt.
4 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Bedeutung der Literaturagenturen für die Branche.
Literaturagenturen, Autorenakquise, Autorenbetreuung, Publikumsverlage, Manuskriptvermittlung, Lektorat, Urheberrecht, Nebenrechte, Belletristik, Sachbuch, Lizenzgeschäft, Vertragsverhandlungen, Agenturgeschichte, Verlagslektorat, Professionalisierung.
Die Arbeit analysiert die direkte Relevanz und den Einfluss von Literaturagenturen auf die Prozesse der Autorenakquise und -betreuung innerhalb deutscher Publikumsverlage.
Die Arbeit behandelt die historische Genese der Literaturagenturen, die verschiedenen Wege der Manuskriptbeschaffung und die Art der Zusammenarbeit sowie die Auswirkungen der Vermittlertätigkeit auf das Verhältnis zwischen Autor und Lektor.
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Verlage zunehmend auf Agenturen angewiesen sind und wie diese Akteure die Zusammenarbeit sowie die Autorenbetreuung im Publikumsmarkt verändern.
Neben der Auswertung bestehender Fachliteratur und Primärquellen wurden eigene, schriftliche Interviews mit Lektoren und einer Literaturagentin geführt, um einen Einblick in die aktuelle Praxis zu erhalten.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Detallanalyse, wie Agenturen den Akquise-Prozess (einschließlich Vorselektion und Auktionen) strukturieren und wie sie als Ansprechpartner in der Autorenbetreuung zur Entlastung des Lektorats beitragen.
Die Arbeit fokussiert primär auf Fachbegriffe wie Literaturagenturen, Autorenakquise, Verlagslektorat, Nebenrechte, Lizenzgeschäft und Professionalisierung im Verlagswesen.
Die Arbeit zeigt, dass Literaturagenturen insbesondere in der Belletristik als kritische "Gatekeeper" fungieren, während im Sachbuch häufiger direkt kalt akquiriert wird, da hier die persönliche Expertise und Reichweite der Autoren eine zentralere Rolle spielen.
Auktionen führen dazu, dass Vorab-Gebote für Manuskripte unter hohem Zeitdruck abgegeben werden müssen; dies begünstigt größere Verlage mit hohen Budgets und führt teils zu einer "Vorschusspanik".
Die befragten Lektoren schätzen die vorab geleistete "Qualitätssicherung" und Professionalisierung der Texte, sehen in der Vermittlung durch Agenten zwar eine Entlastung der Kommunikation, äußern aber auch Sorgen hinsichtlich gestiegener Honorarforderungen.
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