Masterarbeit, 2021
208 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Entwurf eines musikalischen Bildungsbegriffs
2.1 Der Bildungsbegriff im erziehungswissenschaftlichen Diskurs
2.1.1 Humboldt und Klafki – die Klassiker der Bildungstheorie
2.1.2 Bildung vs. Kompetenz
2.1.3 Die Theorie der transformatorischen Bildungsprozesse
a) Beschaffenheit der Selbst- und Weltverhältnisse
b) Anlass für transformatorische Bildungsprozesse
c) Verlaufsform transformatorischer Bildungsprozesse
d) Empirischer Zugriff an transformatorische Bildungsprozesse
2.2 Der Bildungsbegriff in der Musikpädagogik
2.2.1 Geschichte der musikalischen Bildung des 20. Jahrhunderts
2.2.2 Zwei theoretische Konzeptionen musikalischer Bildung
a) Christian Rolle und die ästhetische Erfahrung
b) Stefan Orgass
2.2.3 Der Bildungsbegriff im aufbauenden Musikunterricht
2.2.4 DaIndividualkonzept von Musiklehrer*innen
2.2.5 Zusammenfassung und Thesen zu musikalischer Bildung
3 Empirischer Teil
3.1 Methodische Konzeption und Durchführung der Studie
3.1.1 Forschungsfragen im Überblick
3.1.2 Kontextualisierung in qualitativer Sozialforschung
3.1.3 Wahl der Erhebungsmethode
3.1.4 Auswahl der Probanden
3.1.5 Konzeption des Interviewleitfadens
3.1.6 Durchführung der Interviews
3.1.7 Auswertung der Interviews
a) Erstellung der Transkriptionen
b) Bestimmung des Ausgangsmaterials
c) Auswertungsmethode
d) Das Kategoriensystem
3.2 Auswertung und Kontextualisierung der Interviewergebnisse
3.2.1 Persönliche Definitionen von Musiklehrern zu musikalischer Bildung
3.2.2 Bildung in der eigenen Praxis
3.2.3 Biographisches und Bildung
3.2.4 Rahmenbedingungen für Bildung
3.2.5 Perspektiven für Bildung
3.2.6 Zusammenfassung
4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von theoretischen Konzepten musikalischer Bildung und der tatsächlichen Unterrichtspraxis von Lehrkräften an Gymnasien. Ziel ist es herauszufinden, ob und wie bildungstheoretische Überlegungen in die individuellen Konzepte der Lehrer einfließen oder durch alternative Konzepte wie "Kompetenz" oder "Vernetzung" ersetzt werden, um das Spannungsfeld zwischen Theorieanspruch und schulischem Alltag zu durchleuchten.
2.1.2 Bildung vs. Kompetenz
Lehrpläne und Fachanforderungen arbeiten heutzutage – von den einleitenden Präambeln abgesehen – nur noch im Hintergrund mit dem Begriff Bildung. Viel präsenter ist hier der Begriff Kompetenz. So beschreiben die Fachanforderungen Musik für das Land Schleswig-Holstein, dass die Förderung von Sach-, Methoden, Selbst- und Sozialkompetenz im Mittelpunkt des Musikunterrichts zu stehen habe (Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein 2015, S. 8). Kompetenz scheint an manchen Stellen den Begriff Bildung ersetzt zu haben, obwohl er gerade in der Musikpädagogik im Prinzip auf keine Begriffsgeschichte zurückblicken kann (Vgl. hierzu Knigge 2014, S. 108). Ein solcher Befund würde sowohl dieser als auch vielen anderen bildungstheoretischen Arbeiten den Sinn rauben. Aus diesem Grund erscheint es notwendig, vor der weiteren Vertiefung des Bildungsbegriffs das Verhältnis zwischen Bildung einerseits und Kompetenz andererseits in kurzer Form zu erörtern.
1 Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung und heutige Relevanz des Bildungsbegriffs sowie seine Verdrängung durch den Kompetenzbegriff im Musikunterricht.
2 Entwurf eines musikalischen Bildungsbegriffs: Analysiert bildungstheoretische Diskurse in der Erziehungswissenschaft und Musikpädagogik und setzt sie in Bezug zueinander.
3 Empirischer Teil: Detaillierte Darstellung der methodischen Vorgehensweise und Auswertung der geführten Experteninterviews zur bildungstheoretischen Orientierung von Musiklehrkräften.
4 Fazit und Ausblick: Bilanzierung der Ergebnisse mit Blick auf die Kluft zwischen theoretischem Anspruch und praktischem Handeln sowie Vorschläge für die Lehrerausbildung.
Musikalische Bildung, Kompetenzmodell, Musikunterricht, transformationstheoretischer Bildungsbegriff, Individualkonzept, Musiklehrer, Ästhetische Erfahrung, Interaktion, Schulleitungs-Kontext, Bildungspraxis, Transformation, Hermeneutik, Lehrerprofessionalität, Partizipation, Schulisches Bildungssystem
Die Arbeit untersucht, welche Prinzipien und Vorstellungen von musikalischer Bildung für Musiklehrer an Gymnasien handlungsleitend sind und in welchem Verhältnis diese zu existierenden Bildungstheorien stehen.
Zentrale Felder sind der Bildungsbegriff in der Erziehungswissenschaft, musikalische Bildungsdiskurse (u.a. Rolle, Orgass, Jank), das Verhältnis von Bildung zu Kompetenz sowie praktische Rahmenbedingungen in der Schule.
Ziel ist es, die Kluft zwischen theoretischer Bildungstheorie und der gelebten, individuellen Praxis von Musiklehrern zu erforschen und dabei das "Individualkonzept" der Lehrkräfte zu beleuchten.
Die Arbeit nutzt halbstrukturierte, qualitative Experteninterviews, die nach der Methode der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur und eine umfangreiche empirische Auswertung, in der die Aussagen von vier befragten Musiklehrern kategorisiert und analysiert werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von philosophischer Bildungstheorie mit einer konkreten, qualitativen Analyse der Berufspraxis von Lehrern aus.
Dieses Konzept aus der Systemtheorie verdeutlicht, dass musikalische Interaktion unvorhersehbar und nicht primär planbar ist, was Auswirkungen auf die Gestaltung eines bildungsrelevanten Musikunterrichts hat.
Während Theorien oft normativ und abstrakt formuliert sind, greifen Lehrer in der Praxis eher auf "Platzhalterbegriffe" wie Vernetzung, Verknüpfung oder persönliche "Bereicherung" zurück, statt explizit von Bildung zu sprechen.
G8 wird als Beispiel für Rahmenbedingungen genannt, die durch eine starke Fokussierung auf Leistung und berufliche Verwertung den Freiraum für ästhetische Bildungsentscheidungen einengen.
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