Bachelorarbeit, 2022
39 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Methoden und Techniken zur staatlichen Machtstabilisierung und -ausbau
2.1 Formen und Bedeutung legitimer Herrschaft nach Max Weber
2.2 Heinrich Popitz‘ vier Grundformen von Macht
3. Die Europäische Union als globaler Akteur
3.1 Aufbau und Funktion der europäischen Verfassung
3.2 Die außenpolitische Stellung der EU
4. Stabilisierungsmechanismen und Machtwerkzeuge innerhalb der EU
4.1 Die legale Herrschaft als Legitimationsfundament
4.2 Die demokratisch legitimierte EU und die Gewaltmacht
4.3 Wie die EU die Hoffnungen und Ängste der Bürger nutzt, um die eigene Macht zu erhalten
4.4 Die autoritative Macht: Zwischen wertegebundener Politik und Identitätsverlust
4.5 Die EU als Wirtschaftsmacht und Exporteur westlicher Werte
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Legitimität und die Machtstrukturen der Europäischen Union im Spannungsfeld zwischen der Ambition als globale supranationale Großmacht und den innenpolitischen Zerfallstendenzen innerhalb der Mitgliedstaaten. Ziel der Forschungsarbeit ist die Beantwortung der Frage, welche spezifischen Legitimitätsquellen und Machtmechanismen den Herrschaftserhalt der EU im 21. Jahrhundert sichern.
Die Europäische Union als globaler Akteur
Die Europäische Union stellt ein weltweit einzigartiges Gebilde dar, das zwar weniger Macht kanalisieren kann als ein Bundesstaat, dennoch ist sie zentralistischer organisiert als ein loser Staatenbund. Aus diesem Grund bezeichnet Stefan Fröhlich das Gebilde als ,,ius generis‘‘ (Fröhlich 2014: 23).
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union unterzeichneten am 29. Oktober 2004 den Vertrag über die Europäische Verfassung. Dabei wurden die bisherigen Europäischen Verträge zusammengefasst und durch neue ergänzt. Die Ratifizierung erfolgte in den einzelnen Nationalstaaten durch die Parlamente oder durch Volksabstimmungen. Durch die Ablehnung der Bevölkerung einer solchen Verfassung in Frankreich und den Niederlanden wurde diese temporär auf Eis gelegt. Erst mit dem Vertrag von Lissabon, welcher ab Dezember 2009 in Kraft trat, wurden auch wesentliche Elemente der Verfassung auf den Weg gebracht. Somit wäre es fälschlich im Rahmen der Europäischen Union von einer klassischen Verfassung zu sprechen, vielmehr handelt es sich hierbei um einen juristischen Überbau, der von der Charta der Grundrechte der Europäischen Union definiert werde (vgl. Engels 2017: 47). Aus diesem Grund soll an dieser Stelle nicht auf die gescheiterte Verfassung eingegangen werden, sondern in erster Linie der aktuell gültige Lissaboner Vertrag beleuchtet werden.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation der EU als globalpolitisches Konstrukt und thematisiert aktuelle Herausforderungen wie Reformkonflikte, Migration und Erstarken des Populismus.
2. Methoden und Techniken zur staatlichen Machtstabilisierung und -ausbau: Theoretische Grundlegung durch Webers Herrschaftstypen und Popitz‘ vier Machtformen als Analyseinstrumentarium.
3. Die Europäische Union als globaler Akteur: Untersuchung der institutionellen Verfasstheit der EU und ihre Rolle auf der internationalen Bühne im Kontext sich wandelnder globaler Machtverhältnisse.
4. Stabilisierungsmechanismen und Machtwerkzeuge innerhalb der EU: Detaillierte Analyse der Legitimationsgrundlagen, des Gewaltmonopols sowie der instrumentellen Machtausübung durch Identitätspolitik und Wirtschaftskraft.
5. Schlussbetrachtung: Synthese der Forschungsergebnisse, die das Dilemma zwischen supranationaler Integration und nationalstaatlichem Souveränitätsstreben final zusammenfasst.
Europäische Union, Legitimität, Machtstrukturen, Max Weber, Heinrich Popitz, Demokratiedefizit, Populismus, Identitätspolitik, Wirtschaftsmacht, Lissaboner Vertrag, Soft Power, Hard Power, Nationalstaat, Europäische Integration, Politische Soziologie
Die Arbeit analysiert, auf welchen soziologischen und politischen Fundamenten die Machtausübung und Legitimität der Europäischen Union basiert.
Die Schwerpunkte liegen auf den Machtinstrumenten des Staates, der theoretischen Einordnung der EU-Herrschaftsformen, dem europäischen Demokratieproblem sowie der wirtschaftlichen und ideologischen Stabilisierung der Union.
Die zentrale Frage lautet: Welche Legitimität und Machtstrukturen sichern der Europäischen Union den Herrschaftserhalt?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und soziologische Analyse, die primär auf den Theorien von Max Weber (Herrschaftstypen) und Heinrich Popitz (Machtformen) aufbaut und diese auf die Strukturen der EU anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, eine Analyse der europäischen Institutionen, die Rolle der EU als internationaler Akteur sowie eine Untersuchung der Stabilisierungsinstrumente wie der "instrumentellen Macht" und der Kontrolle über soziale Identitäten.
Kernbegriffe sind Legitimität, Machtstrukturen, Europäische Union, Demokratiedefizit, Identität sowie Herrschaftssicherung.
Der Brexit dient als Beispiel für eine Systemablehnung durch ein Mitgliedstaat und unterstreicht die These, dass ein radikaler Liberalismus bei gleichzeitigem Verlust nationaler Identität zu Instabilitäten führt.
Diese Machtform beschreibt, wie die EU durch Gesetze, Standards und technische Innovationen Rahmenbedingungen schafft, denen sich Drittstaaten anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

