Bachelorarbeit, 2022
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Phraseologismus
2.1. Begriffserklärung
2.2. Eigenschaften
2.2.1. Polylexikalität
2.2.2. Idiomatizität
2.2.2.1. Vollidiomatische Phraseologismen
2.2.2.2. Teilidiomatische Phraseologismen
2.2.2.3. Nichtidiomatische Phraseologismen
2.2.3. Festigkeit
3. Phraseologismen und ihre Übersetzung
3.1. Der Begriff der Äquivalenz
3.2. Übersetzungsprobleme bei Phraseologismen
3.3. Übersetzungsverfahren
4. Analyse
4.1. Analyse von Phraseologismen aus der Übersetzung von Röhl
4.1.1. Kurzbiografie Hermann Röhl
4.1.2. Übersetzungsanalyse
4.2. Analyse von Phraseologismen aus der Übersetzung von Geier
4.2.1. Kurzbiografie Swetlana Geier
4.2.2. Übersetzungsanalyse
5. Vergleich der Übersetzungen
6. Fazit
7. Ausblick und eigene Meinung
Die Bachelorarbeit untersucht das komplexe Phänomen der Übersetzung von Phraseologismen aus dem russischen Originalroman „Prestuplenie i nakazanie“ von Fëdor Dostoevskij in die deutschen Fassungen von Hermann Röhl und Swetlana Geier, mit dem Ziel, die auftretenden Schwierigkeiten zu identifizieren und die angewendeten Übersetzungsverfahren zu analysieren.
3.2. Übersetzungsprobleme bei Phraseologismen
Nahezu jeder Übersetzer ist mindestens einmal während des Übersetzungsprozesses auf einen Phraseologismus im Ausgangstext gestoßen. Dem Übersetzer fällt auf, dass es mit Schwierigkeiten verbunden ist, den Phraseologismus in den Zieltext zu übertragen, damit der Sinn derselbe bleibt und die Kultur der zielsprachlichen Leser nicht verletzt wird.
Schwierigkeiten treten dann auf, sobald ein Phraseologismus stark idiomatisch ist, da er umso unverständlicher in der Zielsprache wird. Wenn der Übersetzer den Phraseologismus im Ausgangstext nicht erkennt und dem Irrtum erliegt, es handle sich um eine freie Wortverbindung, so wird wörtlich in die Zielsprache übersetzt und der Phraseologismus verliert seinen Sinn. Sprachwissenschaftler Mokienko, Malinski, Stepanova und Walter nennen hierzu folgendes Beispiel: Ein Übersetzer übersetzte den englischen Ausdruck to catch a crab wörtlich und schrieb „krab zacepilsâ za veslo odnogo iz grebcov, i lodka otstala“ (dt. w. eine Krabbe klammerte sich an den Riemen eines Ruderers, und das Boot blieb zurück). Im Russischen gibt es einen solchen Ausdruck nicht und somit waren die zielsprachlichen Leser verwirrt. Der englische Phraseologismus beschreibt eine Situation, bei welcher der Riemen (im Rudersport) durch beispielsweise eine plötzliche Welle nicht richtig aus dem Wasser rückgeholt werden konnte. Ähnlich verhält es sich mit Übersetzungen, bei denen trotz der offensichtlichen Ähnlichkeit der Struktur und der sprachlichen Zusammensetzung von Ausdrücken in zwei oder mehr Sprachen große semantische oder stilistische Unterschiede bestehen.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema Phraseologie und Erläuterung der Relevanz für literarische Übersetzungen am Beispiel von Dostoevskijs Werk.
2. Phraseologismus: Definition des Begriffs sowie Erläuterung zentraler Merkmale wie Polylexikalität, Idiomatizität und Festigkeit.
3. Phraseologismen und ihre Übersetzung: Theoretischer Rahmen zur Äquivalenzforschung und Vorstellung gängiger Übersetzungsverfahren wie Total- oder Partieller Äquivalenz.
4. Analyse: Praktische Untersuchung von zwanzig Phraseologismen aus den Übersetzungen von Röhl und Geier mittels Glossaren und Kurzbiografien der Übersetzer.
5. Vergleich der Übersetzungen: Gegenüberstellung der angewendeten Techniken beider Übersetzer mit Fokus auf die unterschiedliche Frequenz der gewählten Entsprechungstypen.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Feststellung der angewendeten Lösungsansätze für Übersetzungsprobleme.
7. Ausblick und eigene Meinung: Reflexion über die eigene Arbeit samt Verbesserungsvorschlägen und Identifikation weiterer Forschungsfelder in der Phraseologieforschung.
Phraseologismus, Übersetzungswissenschaft, Fëdor Dostoevskij, Idiomatizität, Äquivalenz, Hermann Röhl, Swetlana Geier, Literaturübersetzung, Deutsch-russischer Vergleich, Sprachliche Schwierigkeiten, Übersetzungsverfahren, Semantik, Konnotation, Lehnübersetzung, Sprachvermittlung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Übersetzung von Phraseologismen aus dem Roman „Prestuplenie i nakazanie“ von Fëdor Dostoevskij in die deutschen Übersetzungen von Hermann Röhl und Swetlana Geier.
Die Hauptschwierigkeit liegt in der Gefahr, den Sinngehalt des Phraseologismus bei einer wörtlichen Übertragung vollständig zu verlieren, wenn der Zieltext keine direkte kulturelle oder semantische Entsprechung bietet.
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Übersetzungsprobleme bei der Übertragung russischer Idiome ins Deutsche aufzuzeigen und zu evaluieren, wie die beiden Übersetzer diese Herausforderungen bewältigt haben.
Die Untersuchung bezieht sich auf linguistische Theorien der Äquivalenz (z.B. von Koller und Hallsteindóttir), wobei Verfahren wie Totaläquivalenz, partielle Äquivalenz und phraseologische Lehnübersetzung unterschieden werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Phraseologie und eine detaillierte praktische Analyse von 20 ausgewählten Phraseologismen, die in entsprechenden Glossaren aufbereitet wurden.
Dies sind zentrale Eigenschaften von Phraseologismen, die definieren, warum solche Ausdrücke als feste Einheiten wahrgenommen werden und warum sie für Übersetzer oft eine kognitive Barriere darstellen.
Die Arbeit analysiert, dass Geier tendenziell stärker nach idiomatisch passenden Entsprechungen sucht, während Röhl manchmal alternative Wege wählt, etwa durch Bezugnahme auf andere Sprachen wie das Französische.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass beide Übersetzer angesehene Ansätze verfolgen, jedoch je nach Einzelfall unterschiedliche Grade an Adäquatheit erreichen, wobei Fehler aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrads bei beiden zu finden sind.
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