Masterarbeit, 2022
130 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Coronapandemie
2.1 Coronavirus
2.2 Entwicklung der Coronakrise
2.3 Coronapandemie in Deutschland
2.3.1 Auswirkungen der Pandemie in Deutschland
2.3.2 Auswirkung der Lockdown-Maßnahmen auf das Grundgesetz
3 Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe
3.1 Aufgaben im Allgemeinen Sozialen Dienst
3.1.1 Hoheitliche Aufgaben – Kinderschutz
3.2 Qualität im Jugendamt
4 Aktueller Forschungsstand
4.1 Zum Vorgehen der Auswahl und Auswertung der Studien
4.2 Wesentliche Ergebnisse der Studienauswertung und Schlussfolgerungen
4.2.1 Studien zur Situation der Kinder- und Jugendhilfe während und nach dem Lockdown
4.2.2 Studien im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt und Missbrauch
4.2.3 Studien zum Themenbereich „Gesundheit“ und „Familiensituation“
4.2.4 Kritische Betrachtung der Ergebnisse der Studien zum Gesundheitszustand und der Situation der Familien
4.2.5 Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Studien zum Gesundheitszustand und der Situation in den Familien
4.3 Forschungslücken
5 Forschungsdesign für die systematische Literaturanalyse und die Inhaltsanalyse
5.1 Forschungsfrage
5.2 Detailfragen und Hypothesen
5.3 Auswahl und Begründung des Forschungsparadigmas
5.3.1 Zur Methode der systematischen Literaturanalyse
5.3.2 Zur Methode der Inhaltsanalyse nach Mayring
5.3.3 Methode der Triangulation
5.4 Auswahl und Beschreibung der Datenbasis
5.5 Auswahl und Beschreibung der verwendeten Hilfsmittel
5.5.1 Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche
5.5.2 Vorgehen bei der Inhaltsanalyse
6 Ergebnisse der Literaturanalyse
6.1 Detaillierte Ergebnisse
6.1.1 Zur Situation in den Familien seit den Coronamaßnahmen
6.1.2 Betroffene Adressaten im Berufsfeld der Sozialen Arbeit
6.1.3 Risikofaktoren für Kindeswohlgefährdungen
6.1.4 Auswirkungen auf die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfearbeit
6.1.5 Schutzauftrag der Jugendämter
6.1.6 Verbesserungsbedarf, Entwicklungsmöglichkeiten und Erwartungen der Mitarbeitenden an die Politik
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.3 Diskussion der Ergebnisse
6.4 Praktische Implikationen
6.5 Methodenkritik
6.6 Empfehlungen für die Kinder- und Jugendhilfe
6.7 Forschungsbedarf
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
8 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Erkenntnisse über die Auswirkungen der Corona-Lockdown-Maßnahmen auf die Arbeit in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland durch eine systematische Literaturanalyse zu gewinnen, um notwendige Anpassungen für die Zukunft und zur Sicherstellung des Schutzauftrags zu identifizieren.
2 Coronapandemie
Eine Pandemie ist „eine neu, aber zeitlich begrenzt in Erscheinung tretende, weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i. d. R. auch mit schweren Krankheitsverläufen“ (Robert Koch-Institut 2015, S. 99). Die WHO kann bereits beim ersten Auftreten eines unbekannten Erregers auf die Gefahr aufmerksam machen, indem sie eine „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (GNIT) feststellt und bei einer anhaltenden Übertragung von Mensch zu Mensch eine Pandemie deklariert (Robert Koch-Institut 2015, S. 99).
Im 20. Jahrhundert sind vier Influenzapandemien aufgetreten. In den Jahren 1918 und 1919 verursachte die sogenannte „Spanische Grippe“ weltweit geschätzte 20 bis 50 Millionen pandemiebedingte Todesfälle. Von 1957 bis 1958 sowie von 1968 bis 1970 gab es geschätzte 1- bis 4 Millionen pandemiebedingt Todesfälle weltweit. Die letzte Pandemie, die „Schweinegrippe“, herrschte von 2009 bis 2010 und hatte weltweit geschätzt 200 000 Todesfälle, in Deutschland aber lediglich ca. 350 Todesfälle (vgl. RKI 2016).
Erfahrungswerte zu Maßnahmen wie Schulschließungen und das Absagen von Massenveranstaltungen stammen fast ausschließlich aus der Zeit der Spanischen Grippe. Ziel war es, die Dynamik der Pandemie abzuschwächen. Aus diesen Daten geht hervor, dass frühzeitige Schulschließungen die Ausbreitung der Pandemie verlangsamten. Der nationale Pandemieplan geht auf die Abwägung der Maßnahme der Schulschließungen ein, weil damit auch Eltern bei der Arbeit ausfallen und diese womöglich im Gesundheitssektor beschäftigt sind. Während der Schweinegrippe im Jahr 2009 wurden Schulen reaktiv geschlossen, also bei Erkrankungen von Lehrern oder von vielen Schülern, und nicht proaktiv, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen (vgl. RKI 2016).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Auswirkungen der Coronapandemie auf die Kinder- und Jugendhilfe ein und formuliert das Ziel der systematischen Literaturanalyse.
2 Coronapandemie: Das Kapitel bietet eine theoretische Einordnung von Pandemien sowie einen Überblick über die Entwicklung der Coronakrise und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und das Grundgesetz.
3 Öffentliche Kinder- und Jugendhilfe: Es werden die Aufgaben, Strukturen und fachlichen Theorien der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe erläutert, insbesondere in Bezug auf das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle.
4 Aktueller Forschungsstand: Hier werden 17 relevante Studien systematisch ausgewertet, um einen Überblick über die Auswirkungen der Pandemie auf verschiedene Zielgruppen und Diskurse zu gewähren.
5 Forschungsdesign für die systematische Literaturanalyse und die Inhaltsanalyse: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, die Forschungsfragen, Hypothesen sowie die Literaturrecherche und die Inhaltsanalyse nach Mayring.
6 Ergebnisse der Literaturanalyse: Die erhobenen Daten werden detailliert dargestellt, interpretiert und kritisch diskutiert, um Implikationen und Empfehlungen für die praktische Kinder- und Jugendhilfearbeit abzuleiten.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf sowie die zukünftige Entwicklung des Arbeitsfeldes.
Coronapandemie, Lockdown, Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Arbeit, Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung, Familie, Jugendamt, Systemrelevanz, Literaturanalyse, Inhaltsanalyse, Arbeitsbelastung, homeschooling, Krisenintervention, Digitalisierung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der durch die Coronapandemie bedingten Lockdown-Maßnahmen auf die praktische Arbeit und die Rahmenbedingungen der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.
Im Zentrum stehen die Situation von Familien, die Arbeitsbelastung und Fachlichkeit von Mitarbeitenden in Jugendämtern, der Kinderschutz sowie die gesellschaftliche Bedeutung von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.
Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich die Arbeitsweise der Kinder- und Jugendhilfe verändert hat und welche notwendigen Anpassungen erforderlich sind, um den Schutzauftrag unter Pandemiebedingungen zu erfüllen.
Die Arbeit nutzt die Methode der systematischen Literaturanalyse (Systematic Literature Review) in Kombination mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der gesichteten Studien.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Pandemie und der Kinder- und Jugendhilfe, eine detaillierte Zusammenfassung des Forschungsstandes sowie eine umfassende Auswertung und Interpretation der Studienergebnisse.
Die Kernthemen spiegeln sich in Begriffen wie Kindeswohlgefährdung, Arbeitsbelastung, Systemrelevanz der sozialen Arbeit und digitale Transformation der Jugendämter wider.
Die Arbeit stellt fest, dass trotz anfänglicher Sorgen keine flächendeckende Zunahme der gemeldeten Kindeswohlgefährdungen zu verzeichnen war, was jedoch teilweise auf den Wegfall von Meldeinstanzen durch Schul- und Kitaschließungen („Dunkelfeld“) zurückgeführt wird.
Zu den Empfehlungen zählen die Einstufung der Kinder- und Jugendhilfe als systemrelevant, der Ausbau technischer Infrastrukturen für mobiles Arbeiten sowie eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen.
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