Bachelorarbeit, 2020
36 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
2. Globaler Hauspreisindex
2.1 Daten
2.2 Ergebnisse
2.3 Zerlegung der langfristigen Hauspreise
2.3.1 Baukosten
2.3.2 Grundstückspreise
3. Wohnungswesen und Nettokapitalanteil und Ungleichheit
3.1 Nettokapitalanteil
3.2 Entwicklung des Nettokapitalanteils in G7-Staaten
3.3 Multisektor-Modell
3.3.1 Konstruktion des Multisektor-Modells
3.3.2 Reaktion des Nettokapitalanteils auf endogene Schocks
3.4 Nettokapitalanteil und Einkommensungleichheit
3.4.1 Daten und Analyse
3.4.2 Ergebnisse
4. Wohnkapital und Ungleichheit
4.1 Umverteilende Effekte sekundärer Ordnung
4.2 Die wachsende Bedeutung von Wohnkapital
5. Diskussion und Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern der Sektor des Wohnungswesens maßgeblich zum Anstieg des Nettokapitalanteils in entwickelten Volkswirtschaften beigetragen hat und wie dieser Prozess mit ökonomischer Ungleichheit korreliert. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ursachen des Hauspreisanstiegs, die Auswirkungen auf das Kapitaleinkommen sowie die resultierenden Verteilungseffekte innerhalb der Gesellschaft.
3.3.1 Konstruktion des Multisektor-Modells
Die Präferenzen der Haushalte zwischen dem Output des Wohnungssektors und allen anderen Sektoren seien homothetisch. Das Haushaltsziel kann daher als monotone Transformation der Aggregatfunktion Z(Yh, Ynh) mit konstanten Skalenerträgen beschrieben werden. Z(Yh, Ynh) beinhaltet Leistungen aus dem Wohnungssektor (Yh) und den übrigen Sektoren (Ynh) als Input und ist sozusagen die „oberste“ Produktionsfunktion der Ökonomie. Für den Nicht-Wohnungssektor Ynh sind verschiedene Formen von Kapital zu berücksichtigen, nämlich Ausstattung, Gebäude und Grundstücke. Eine rationale Annahme für diesen Sektor ist, dass Gebäude und Grundstücke zusammen „Immobiliendienstleistungen“ (orig. „real estate services) liefern, die als Input für die Produktion dienen, während Arbeit und Ausrüstung den Rest der Dienstleistungen erbringen. Konkret sei H(N, Ke) eine Aggregatfunktion mit konstanten Skalenerträgen, die Arbeit N und Ausstattung Ke verbindet, und sei G1(Ks1,L1) eine weitere Aggregatfunktion mit konstanten Skalenerträgen, die Nicht-Wohngebäude Ks1 und Nicht-Wohngrundstücke L1 kombiniert. Der Nicht-Wohnungssektor kann dementsprechend mit folgender Produktionsfunktion F, welche ebenfalls eine Aggregatfunktion mit konstanten Skalenerträgen ist, beschrieben werden.
(4) Ynh = F[H(N, Ke), G1(Ks1, L1)]
Die Herleitung der Produktionsfunktion für den Wohnungssektor folgt einem ähnlichen Muster. Das Aggregat G2(Ks2, L2) beschreibt Wohnungsdienstleistungen, indem es Wohngebäude Ks2 und Wohngrundstücke L2 kombiniert. Die Produktionsfunktion für den Wohnungssektor kann daher folgendermaßen beschrieben werden:
(5) Yh = G2(Ks2, L2).
1. Einleitung: Stellt das Problem der steigenden wirtschaftlichen Ungleichheit vor und führt die zentrale Rolle des Wohnkapitals sowie die Forschungsfrage der Arbeit ein.
2. Globaler Hauspreisindex: Präsentiert neue historische Daten zur Hauspreisentwicklung seit 1870 und zeigt, dass der starke Preisanstieg ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts primär durch Grundstückspreise getrieben ist.
3. Wohnungswesen und Nettokapitalanteil und Ungleichheit: Analysiert mittels eines Multisektor-Modells den Einfluss des Wohnungssektors auf den Nettokapitalanteil und belegt die Korrelation zwischen Kapitalanteil und Einkommensungleichheit.
4. Wohnkapital und Ungleichheit: Diskutiert kritisch die sozialen Implikationen, insbesondere den erschwerten Zugang zu Wohneigentum für junge Generationen und die damit verbundene Konzentration von Vermögen.
5. Diskussion und Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, politische Entscheidungsträger für die Risiken der kapitalbasierten Ungleichheit im Wohnsektor zu sensibilisieren.
Wohnkapital, Nettokapitalanteil, Einkommensungleichheit, G7-Staaten, Hauspreise, Grundstückspreise, Multisektor-Modell, Kapitalrendite, Wohneigentum, Einkommensverteilung, Vermögensbildung, Substitutionselastizität, Wertschöpfung, Finanzsektor, Sozialhilfe.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Wohnungssektors, insbesondere den steigenden Hauspreisen, und der Zunahme ökonomischer Ungleichheit in entwickelten Volkswirtschaften.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung globaler Hauspreisindizes, die Zerlegung von Wohnkosten in Bau- und Grundstückspreise sowie die Analyse, wie der Sektor Wohnungswesen den Nettokapitalanteil auf nationaler Ebene beeinflusst.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, warum der Nettokapitalanteil in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gestiegen ist und ob dieser Anstieg direkt mit einer wachsenden Einkommensungleichheit korreliert.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Auswertung von historischen Paneldaten für 16 Länder sowie die Konstruktion und Anwendung eines makroökonomischen Multisektor-Modells, um die Auswirkungen exogener Schocks auf den Nettokapitalanteil zu simulieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der langfristigen Hauspreisindizes, die Modellierung von Sektoren zur Isolation des Wohnungsbaus und die empirische Panelregression zur Korrelation von Kapitalanteilen und Spitzeneinkommen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wohnkapital, Nettokapitalanteil, Einkommensungleichheit, Grundstückspreise und Wohneigentum charakterisiert.
Die Knappheitsthese postuliert, dass bei unelastischer Nachfrage nach Wohnraum der Anstieg des Wohnkapitalanteils im Kapitaleinkommen primär durch steigende Preise für Wohnbauten und eine wachsende Knappheit an Wohngrundstücken erklärt werden kann.
Die Untersuchung der Nettokomponente ist entscheidend, da sie die Kapitalrendite nach Abzug der Wertminderung betrachtet, was eine genauere Aussage über die tatsächlich konsumierbaren Ressourcen und somit die ökonomische Ungleichheit zulässt.
Der erschwerte Zugang, bedingt durch steigende Preise und geänderte Hypothekensysteme, führt laut Autor zu einer Konzentration von Wohnkapital bei wohlhabenden Marktinsidern, was die Ungleichheit in der Gesellschaft verschärft.
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