Masterarbeit, 2021
86 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Diagnostische Kompetenz
2.2 Der Referenzgruppeneffekt
2.3 Bewertete Kompetenz
2.4 Fachspezifische Kompetenzen der Chemie
2.4.1 Umgang mit Fachwissen
2.4.2 Erkenntnisgewinnung
2.4.3 Kommunikation
2.4.4 Bewertung
2.5 Kompetenzorientierte Aufgaben
2.6 Der simulierte Klassenraum
3 Ziel und Fragestellung
4 Methode
4.1 Stichprobe
4.2 Schülerantworten
4.3 Instrument
4.4 Unabhängige Variablen
4.4.1 Fähigkeit der simulierten Schüler*innen
4.4.2 Beteiligung der simulierten Schüler*innen
4.4.3 Leistungsniveau der Klasse
4.5 Abhängige Variablen
4.5.1 Direkte Einschätzungen
4.5.2 Indirekte Einschätzungen
4.5.3 Einschätzung der Kompetenzleistung
4.6 Auswertung
5 Ergebnisse
5.1 Genauigkeit der direkten und indirekten Einschätzungen
5.2 Genauigkeit der Kompetenzeinschätzungen
5.3 Referenzgruppeneffekte auf die Leistungs- und Kompetenzeinschätzungen
5.4 Einfluss der direkten Einschätzung der Antwortqualität
5.5 Auswertung ausgewählter freier Angaben
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Limitation der Studie
6.3 Implikationen für die Beurteilung von Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern und Forschung
6.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Referenzgruppeneffekts auf die Leistungsbeurteilung von Schüler*innen im Fach Chemie. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Leistungsniveaus einer Klasse die diagnostische Genauigkeit von angehenden Lehrkräften bei der Einschätzung fachspezifischer naturwissenschaftlicher Kompetenzen beeinflussen.
2.2 Der Referenzgruppeneffekt
Die im heuristischen Modell diskutierte Urteilsgenauigkeit von Lehrkräften wird häufig auch durch unterschiedliche Beurteilungsfehler beeinflusst. Einige Bekannte sind die Tendenz zur Mitte, Reihenfolgeneffekte oder der Halo-Effekt (Hesse, et al., 2017). Häufig wenden Lehrkräfte für die Benotung ihrer Schüler*innen ein klasseninternes Bezugssystem an. Dieses ist besonders anfällig für den sogenannten Referenzgruppeneffekt. Die „Referenzgruppe“ eines Lernenden kann hier einen Unterschied in der Leistungsbeurteilung machen.
In der pädagogisch-psychologischen Forschung stand lange Zeit der „Big-Fish-Little-Pond Effect“ (Marsh, 1987; Marsh, 2005) im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dieser auf das Selbstkonzept fokussierte Blick beschreibt die negativen Auswirkungen, die eine leistungsstarke Klasse auf die individuelle Selbstwahrnehmung von Schüler*innen haben kann (Davis, 1966). In leistungsstarken Klassen erfolgt die Generierung des Selbstkonzeptes zwangsläufig häufiger durch Aufwärtsvergleiche mit Klassenkamerad*innen als in Klassen mit vermehrt leistungsschwachen Kindern. Folglich entwickeln Schüler*innen mit identischen Leistungen in Klassen mit unterschiedlichen mittleren Leitungsniveaus auch unterschiedliche Selbstkonzepte (Südkamp, et al., 2009).
Interessant für diese Arbeit sind die Auswirkungen des Effektes auf die Leistungsbeurteilung von Schüler*innen. Insbesondere für den Übergang von der Primar- in die Sekundarschule finden sich hier viele Studien. In einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts Berlin konnte eine Effektstärker des mittleren Leistungsniveaus einer Klasse von Δ = -1.10 und Δ = -.63 für die Lernstandsbeurteilung und die Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten durch die Lehrkraft nachgewiesen werden (Trautwein, et al., 2007). Schüler*innen mit identischen Leistungen wurden von Lehrkräften hinsichtlich der Übertrittsempfehlung als weniger leistungsfähig eingeschätzt, wenn ihre Klassenkamerad*innen besonders gute Leistungen erbringen.
1 Einleitung: Beschreibt die Rolle von Lehrkräften, die Bedeutung diagnostischer Kompetenz nach PISA und die Relevanz des Referenzgruppeneffekts für die Leistungsbewertung im Fach Chemie.
2 Theoretischer Hintergrund: Erläutert die Grundlagen der pädagogischen Diagnostik, den Referenzgruppeneffekt sowie spezifische Kompetenzanforderungen und Aufgabenkulturen in der Chemie.
3 Ziel und Fragestellung: Formuliert die Forschungsziele zur Untersuchung der Urteilsgenauigkeit unter variierendem Leistungsniveau und bei verschiedenen fachspezifischen Kompetenzen.
4 Methode: Dokumentiert das Studiendesign mittels des simulierten Klassenraums, die Stichprobe von 53 Lehramtsstudierenden sowie die Operationalisierung der unabhängigen und abhängigen Variablen.
5 Ergebnisse: Präsentiert die statistischen Analysen zur diagnostischen Genauigkeit, den Referenzgruppeneffekten und den Auswirkungen einer direkten Antwortqualitätseinschätzung auf die Gedächtnisleistung.
6 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse hinsichtlich der diagnostischen Genauigkeit und limitationen der Studie und leitet Implikationen für die Lehrerausbildung ab.
Referenzgruppeneffekt, diagnostische Kompetenz, Leistungsbeurteilung, Chemieunterricht, simulierte Klassensituation, naturwissenschaftliche Kompetenzen, Urteilsgenauigkeit, Big-Fish-Little-Pond Effect, pädagogische Diagnostik, Kompetenzorientierung, Lehrerurteil, Gedächtnisleistung.
Die Arbeit untersucht, wie genau angehende Lehrkräfte die Leistungen von Schüler*innen im Fach Chemie einschätzen können und welche Rolle dabei der sogenannte Referenzgruppeneffekt spielt.
Die zentrale Themen sind diagnostische Kompetenz, der Referenzgruppeneffekt bei der Notengebung, die Einschätzung naturwissenschaftlicher Kompetenzen (Umgang mit Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation, Bewertung) sowie die Qualität der Aufgabenkultur.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss variierender durchschnittlicher Leistungsniveaus einer Klasse auf die Genauigkeit der Leistungsbeurteilung in verschiedenen chemiespezifischen Kompetenzbereichen zu analysieren.
Die Studie nutzt ein experimentelles Design, bei dem Lehramtsstudierende über einen "simulierten Klassenraum" Unterrichtsszenarien durchlaufen und anschließend Schülerleistungen sowie Kompetenzstände mittels Ratingskalen bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der diagnostischen Standards, die methodische Beschreibung des Studiendesigns, die statistische Ergebnisauswertung (u.a. durch Mehrebenenanalysen) sowie eine kritische Diskussion der Befunde.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Referenzgruppeneffekt, Leistungsbeurteilung, diagnostische Genauigkeit, Chemieunterricht und simulierte Klassensituation definiert.
Ja, die Arbeit bestätigt einen signifikanten Referenzgruppeneffekt bei der Notenvergabe: Schüler*innen mit vergleichbaren Leistungen erhielten in leistungsstarken Klassen tendenziell schlechtere Noten als in Klassen mit niedrigerem Leistungsniveau.
Ja, Teilnehmer*innen, die dazu angehalten wurden, die Qualität jeder Schülerantwort aktiv einzuschätzen, zeigten eine signifikant höhere Genauigkeit bei der allgemeinen Leistungseinschätzung, was auf eine besser genutzte Gedächtnisleistung zurückzuführen ist.
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