Bachelorarbeit, 2022
79 Seiten, Note: 2,0
1. Einführende Worte
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 beidseitige Ertaubung
2.1.1 Definition und Klassifikation
2.1.2 Prävalenz
2.1.3 Auswirkungen und Risiken
2.1.4 Diagnostik und Behandlung
2.2 Cochlea-Implantat (CI)
2.2.1 Definition
2.2.2 Indikation
2.2.3 Fakten zur CI-Versorgung
2.2.4 Merkmale CI-implantierter Menschen
2.3 Hörtraining
2.3.1 Definition
2.3.2 Angebote, Ablauf und Besonderheiten
3. Forschungsdesign
3.1 Forschungsziel und Forschungsfragen
3.2 Forschungsvorgehen
3.3 Forschungsteilnehmer und Rahmenbedingungen
3.4 Datengenerierung
3.4.1 Qualitative Dokumentenanalyse
3.4.2 Qualitatives Einzelinterview
3.5 Datenverarbeitung und -Auswertung
3.5.1 Transkription
3.5.2 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Anmerkungen zur Ergebnisdarstellung
4.2 Hörgeschichte und Rahmendaten
4.3 Hören und Sprachverstehen
4.4 Alltag und Sozialleben
4.5 Umgang mit schwierigen Hör- und Kommunikationssituationen
4.6 Psychisches und Gesundheitliches Wohlbefinden
4.7 Ratschläge und Handlungsempfehlungen
5. Zusammenfassendes Fazit und Beantwortung der Forschungsfragen
6. Abschließendes Fazit
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Hörtrainings bei älteren Erwachsenen, die nach einer beidseitigen Ertaubung mit Cochlea-Implantaten (CI) versorgt wurden. Ziel ist es, anhand einer qualitativen Einzelfallstudie aufzuzeigen, inwieweit das Training zur Verbesserung der Hör- und Verstehensfähigkeit sowie zur Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen beitragen kann.
4.2 Hörgeschichte und Rahmendaten
Der Proband, Herr Mare (Pseudonym), ehemaliger Aufzugsmonteur und derzeitiger Patient der Praxis XY, wurde im Frühjahr 1956 in Deutschland geboren und ist zum Zeitpunkt des Interviews 66 Jahre alt (Anhang B & Anhang G). Er durchlief den Lautspracherwerb normal, ist allerdings aufgrund einer fortschreitenden Schwerhörigkeit im Erwachsenenalter ertaubt (Z.68-78 & Z.128-132). Die Ursache ist unbekannt, aber genetische Faktoren werden als Einflussfaktor vermutet (Z.947-949).
Erstmals aufgefallen ist ihm die Schwerhörigkeit, als er mit 18 Jahren zur Musterung musste und dort ein starker Hörverlust durch Auffälligkeiten beim Hörtest festgestellt wurde (Z.21f). Zeitgleich erkannte ein Hörgeräteakustiker anhand von Herrn Mares Sprechweise, dass eine Hörschädigung vorlag (Z.23ff). Als Folge bekam Herr Mare mit 18 Jahren sein erstes Hörgerät, welches leichte Verbesserungen im Hinblick auf das Hören brachte (Z.43-46). Dennoch zeigten sich weiterhin Schwierigkeiten, etwa beim Spielen von Blasmusik oder beim Radiohören im Auto (Z.60f & Z.228f). Diese blieben die weiteren Jahre auch bestehen, weshalb nach dem 22. Lebensjahr – der genaue Zeitpunkt ist unklar - ein zweites Hörgerät zum Einsatz kam (Z.68f).
Wirkliche Besserung brachten die beiden Hörgeräte mit der fortschreitenden Schwerhörigkeit jedoch nicht, weshalb Herr Mare im Jahr 2000 selbst recherchierte und dabei vom Cochlea Implantat erfuhr (Z.69f). Daraufhin vereinbarte er einen Termin bei einer Klinik in XX, welche damals wohl bereits bekannt für den Fachbereich CI war (Z.71f). Aufgrund der noch strengeren Indikationsstellung für CIs wurde ihm dort jedoch empfohlen, weiterhin die Hörgeräte zu tragen (Z.73ff). Erst 2010, nachdem sich das Hörverstehen bereits eine Weile stetig verschlechtert hatte, wurde ihm im Klinikum XX ausdrücklich zu einem CI geraten (Z.75-78).
1. Einführende Worte: Ein Überblick über die zunehmende Relevanz von Hörbeeinträchtigungen im Alter und die Bedeutung der CI-Versorgung für die Lebensqualität.
2. Theoretischer Hintergrund: Vermittlung der medizinischen und audiologischen Grundlagen zu Ertaubung, Cochlea-Implantaten und den Zielen eines Hörtrainings.
3. Forschungsdesign: Erläuterung des qualitativen methodischen Vorgehens, basierend auf einer Einzelfallstudie mit Experteninterviews und Dokumentenanalyse.
4. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Detaillierte Analyse des Fallbeispiels hinsichtlich Hörgeschichte, Alltagserleben, Hörtraining und psychischer Verfassung.
5. Zusammenfassendes Fazit und Beantwortung der Forschungsfragen: Synthese der Erkenntnisse und abschließende Beantwortung der zentralen Fragen nach dem Nutzen und den Grenzen des Hörtrainings.
6. Abschließendes Fazit: Forderung nach gesellschaftlicher Aufklärung und Entstigmatisierung von Hörschädigungen bei älteren Menschen.
Beidseitige Ertaubung, Cochlea-Implantat, Hörtraining, Hörrehabilitation, Ältere Erwachsene, Audiotherapie, Hörverstehen, Lebensqualität, Hörgeschädigtenpädagogik, Qualitative Fallstudie, Höranstrengung, Alltagsbewältigung, Soziale Teilhabe, Hörstrategien, HNO-Diagnostik.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und den Grenzen von Hörtrainingsmaßnahmen für Patienten im fortgeschrittenen Alter, die nach einer beidseitigen Ertaubung mit Cochlea-Implantaten rehabilitiert wurden.
Die zentralen Themen umfassen die medizinischen Hintergründe der Innenohrschwerhörigkeit, die CI-Technologie, die Anforderungen an eine postoperative Hörrehabilitation sowie die psychologischen und sozialen Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen.
Die primäre Forschungsfrage lautet: „Inwiefern lohnt sich eine beidseitige CI-Versorgung im Alter noch?“ und untersucht spezifisch die Möglichkeiten und Grenzen des Hörtrainings bei einem betroffenen Probanden.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der eine Einzelfallstudie mittels Dokumentenanalyse der Patientenakten sowie ein halbstrukturiertes, qualitatives Experteninterview umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der individuellen Hörgeschichte, die differenzierte Auswertung der Hörentwicklung und des Sprachverstehens sowie die Untersuchung der psychosozialen Einflüsse des Trainings auf Alltag, Sozialleben und Wohlbefinden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Cochlea-Implantat, Hörtraining, postoperative Rehabilitation, Hörgeschädigtenpädagogik und die Lebensqualität älterer Ertaubter geprägt.
Der Proband beschreibt die Versorgung als „Quantensprung“ gegenüber herkömmlichen Hörgeräten, betont jedoch, dass trotz des positiven Gesamtergebnisses die Kommunikation in komplexen Umgebungen oder bei Störlärm weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Die Arbeit macht deutlich, dass technische Hilfsmittel allein nicht ausreichen; der Erfolg der Rehabilitation hängt maßgeblich von der persönlichen Motivation, der Geduld bei der Gewöhnung an den elektronischen Klangeindruck und der regelmäßigen Durchführung aktiver Trainingsübungen ab.
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