Diplomarbeit, 2008
116 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Verfahren der Unternehmensbewertung
2.1 Methodenüberblick
2.2 Durch die allgemeinen Betriebswirtschaft anerkannte Bewertungsverfahren
2.2.1 Das Ertragswertverfahren
2.2.2 Die DCF-Verfahren
2.2.2.1 Der Entity-Approach
2.2.2.2 Der Equity-Approach
3 Relevante Steuerarten und deren Änderung durch die Unternehmensteuerreform 2008
3.1 Steuern auf Ebene der Kapitalgesellschaft
3.2 Steuern auf Ebene der Anteilseigner
4 Die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen der Unternehmensbewertung
4.1 Grundlagen
4.2 Die Ermittlung der Zahlungsflüsse nach Unternehmensteuern
4.3 Die Ermittlung des Diskontierungssatzes nach persönlichen Steuern
5 Unternehmensbewertung mit DCF-Verfahren unter Steuereinfluss
5.1 Grundlagen
5.1.1 Die Bewertungsrelevanz der Finanzierungspolitik
5.1.2 Die Bewertungsrelevanz der Ausschüttungspolitik
5.2 Autonome Finanzierungspolitik in der Unternehmensteuerreform 2008
5.2.1 Grundlagen
5.2.2 Im Rentenmodell
5.2.3 Im Phasenmodell
5.3 Wertorientierte Finanzierungspolitik in der Unternehmensteuerreform 2008
5.3.1 Grundlagen
5.3.2 Im Rentenmodell
5.3.3 Im Phasenmodell
5.4 Der Effekt der Zinsschranke im Phasenmodell
5.5 Steuereffekte auf die Bewertung des nicht betriebsnotwendigen Vermögens
6 Zusammenfassung und kritische Würdigung
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und den formellen Anpassungen von Unternehmensbewertungsverfahren, insbesondere der Discounted-Cash-Flow-Methoden (DCF), unter Berücksichtigung der steuerlichen Änderungen durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 in Deutschland.
2 Verfahren der Unternehmensbewertung
Die Lehre der Unternehmensbewertung blickt auf eine kontroverse Diskussion zurück, aus der eine Fülle an Bewertungsverfahren hervorging. Die Vertreter des objektiven Ansatzes bildeten den Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Ihrer Ansicht nach war ein unparteiischer, von den Präferenzen und Handlungsmöglichkeiten des jeweiligen Interessenten gänzlich abstrahierter Wert zu ermitteln. Ihm wurde ein allgemeingültiger Charakter nachgesagt, der einen starken Vergangenheits- und Gegenwartsbezug hatte. Um 1960 entwickelte sich die hierzu diametrale subjektive Lehre. Ein Unternehmen kann ihr zufolge nur einen für jeden Interessenten eigentümlichen Wert annehmen. Neben der klaren Subjektbezogenheit verankert sie die bereits von Schmalenbach vertretenen Prämissen, dass nur der zukünftige Nutzen, der einem Interessenten aus dem Bewertungsobjekt zufließt, in den Bewertungskalkül aufzunehmen ist und ein Unternehmen - wegen Synergieeffekten - grds. als Ganzes zu bewerten ist. Der, bis in die Gegenwart andauernde funktionale Ansatz entwickelte die subjektive Betrachtungsweise fort. Der Kalkül richtet sich nun nach dem Zweck, für den der Unternehmenswert bestimmt ist. „Ein Unternehmen hat nicht bloß für jeden Bewertungsinteressenten einen spezifischen Wert, sondern kann auch je nach Aufgabenstellung einen durchaus unterschiedlichen Wert haben.“ Obgleich die allgemeine Herangehensweise durch die funktionale Sichtweise in den 70er Jahren, fast schon möchte man sagen dem Anschein nach, festgelegt wurde, besteht ein Methodenpluralismus aus den verschiedenen Lehren zumindest in Ansätzen weiter. Er wird nachfolgend in Zügen dargestellt und über den Erkenntnisstand der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre abgegrenzt.
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Bedeutung von Unternehmensbewertungen im Kontext globaler M&A-Aktivitäten und die Notwendigkeit, steuerliche Änderungen wie das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 im Bewertungskalkül zu berücksichtigen.
2 Verfahren der Unternehmensbewertung: Überblick über die wesentlichen Bewertungsverfahren, insbesondere die Abgrenzung zwischen Gesamtbewertungs-, Einzelbewertungs- und Mischverfahren sowie die wissenschaftliche Einordnung der DCF-Verfahren.
3 Relevante Steuerarten und deren Änderung durch die Unternehmensteuerreform 2008: Darstellung der steuerlichen Modifikationen für Kapitalgesellschaften und Anteilseigner, insbesondere durch die Senkung der Steuersätze und die Einführung der Zinsschranke.
4 Die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen der Unternehmensbewertung: Untersuchung der Bewertungsrelevanz von Steuern und wie diese sowohl die Cash Flows als auch die Diskontierungssätze beeinflussen.
5 Unternehmensbewertung mit DCF-Verfahren unter Steuereinfluss: Detaillierte Analyse der Anpassung von DCF-Verfahren unter verschiedenen Finanzierungspolitiken (autonom und wertorientiert) sowie die spezifischen steuerlichen Effekte wie das Tax Shield.
6 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und kritische Bewertung der Auswirkungen der Reform auf die Unternehmensbewertungspraxis sowie die resultierende Transparenz der Gutachten.
Unternehmensbewertung, Unternehmensteuerreform 2008, DCF-Verfahren, Tax Shield, Kapitalkosten, Finanzierungspolitik, Zinsschranke, Abgeltungsteuer, Ertragswertverfahren, Gesamtkapitalwert, Kapitalstruktureffekt, Steuereinfluss, Unternehmenswert, Eigenkapitalkosten, Ausschüttungsdifferenzeneffekt.
Die Arbeit analysiert, wie die steuerlichen Änderungen durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 die Bewertung von Kapitalgesellschaften beeinflussen und wie DCF-Bewertungsverfahren an diese neue Rechtslage angepasst werden können.
Die Arbeit deckt Themen wie die Methodik der Unternehmensbewertung, die steuerliche Belastung auf Ebene von Kapitalgesellschaften und Anteilseignern, die Ermittlung diskontierter Cash Flows und die Auswirkungen spezifischer steuerlicher Regelungen wie der Zinsschranke ab.
Ziel ist es, die formellen Anpassungen der DCF-Verfahren aufgrund der Unternehmensteuerreform 2008 zu untersuchen und zu analysieren, wie sich diese auf die Unternehmenswerte auswirken.
Der Autor verwendet eine theoretische Analyse sowie eine modellhafte Untersuchung basierend auf einem fiktiven Unternehmen, um die rechnerischen Auswirkungen der steuerlichen Änderungen auf Unternehmenswerte und Kapitalkosten zu verdeutlichen.
Im Hauptteil werden die Anpassungen der Bewertungsmodelle an die neue Steuerlage, die Berechnung des Tax Shields unter der Zinsschranke sowie die Bewertung bei autonomer und wertorientierter Finanzierungspolitik detailliert analysiert.
Die zentralen Schlagworte sind Unternehmensbewertung, Unternehmensteuerreform 2008, DCF-Verfahren, Tax Shield, Kapitalkosten, Finanzierungspolitik und Zinsschranke.
Die Zinsschranke begrenzt die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen, was das Tax Shield reduziert und unter sonst gleichen Umständen zu einer Minderung des Unternehmenswertes führt, da der Steuervorteil aus der Fremdfinanzierung sinkt.
Die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge führt zu einer konsistenteren Besteuerung, vereinfacht theoretisch die Bewertung durch den Wegfall der Typisierung, erhöht jedoch die Steuerbelastung auf Anteilseignerebene, was tendenziell die verfügbaren Mittel und damit die Unternehmenswerte beeinflussen kann.
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