Diplomarbeit, 2007
39 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Das Rechnungswesen als Informationssystem
2.1 Modelldarstellung
2.2 Das Anreiz- und Entscheidungsproblem des Prinzipals
2.3 Die Vorteile von grober Information – Ein Beispiel
2.4 Ergebnis
2.5 Späte Information
3. Multiple Anforderungen und ihre Auswirkung
3.1 Das Anreiz- und Entscheidungsproblem des Prinzipals – Der Modellrahmen
3.2 Vertragsgestaltung unter „Limited Commitment“
3.3 Implizite Anreize und ihre Folgen
3.4 Alternative Performance – Maße und ihr Einfluss auf die impliziten Anreize
3.4.1 Aggregierte Performance – Maße
3.4.2 Disaggregierte Performance – Maße
3.4.3 Vergleich zwischen aggregierten und disaggregierten Performance- Maßen
4. Der Ratchet – Effekt und die Anreizgestaltung
4.1 Modelldarstellung
4.2 Die Vertragsgestaltung und der Ratchet – Effekt
4.2.1 Der Commitment – Vertrag
4.2.2 Neuverhandlung
4.2.3 Vergleich zwischen Commitment und Neuverhandlung
4.3 Alternative Performance – Maße und ihr Einfluss auf den Ratchet – Effekt
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie Informationen des Rechnungswesens im Rahmen von Prinzipal-Agent-Beziehungen gleichzeitig für Anreiz- und Entscheidungszwecke genutzt werden können. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich unterschiedliche Informationssysteme, ihre zeitliche Verfügbarkeit sowie die Wahl von Performance-Maßen auf das Verhalten von Agenten und den Gesamterfolg des Unternehmens in statischen sowie dynamischen Kontexten auswirken.
2.3 Die Vorteile von grober Information – Ein Beispiel
Wenn das Entscheidungs- und Anreizproblem unabhängig voneinander untersucht werden, so ist IS2 für den Prinzipal vorteilhafter. Unter IS2 stehen dem Prinzipal mehr Informationen zur Verfügung. So ist er besser über die Handlung des Agenten informiert und kann diesen leistungsgerechter entlohnen. Eine bessere Informationslage ermöglicht auch eine optimalere Entscheidungsfindung.
Aufgrund der Interaktion der beiden Probleme muss der Prinzipal bei der Wahl des Informationssystem Anreiz- und Entscheidungsgesichtspunkte gleichermaßen in Erwägung ziehen.
Es wurde zudem angenommen, dass sowohl der Agent als auch der Prinzipal beim Produktionsprozess aktiv mitwirken. Der Prinzipal muss die Auswirkung seiner eigenen Aktionen auf die Leistungen des Agenten berücksichtigen, da dies Auswirkungen auf das Anreizproblem hat. Die Wahl des Informationssystems wird maßgeblich davon beeinflusst, welche Wechselwirkung zwischen den Aktionen der beiden Vertragsparteien besteht. Die Aktionen sind in diesem Rahmen entweder substituierbar oder verhalten sich komplementär zueinander. Bei Substituierbarkeit sinkt die Grenzproduktivität des Agenten wenn der Prinzipal höheren Arbeitseinsatz leistet. Unter Komplementarität steigt die Grenzproduktivität dagegen an.
Das folgende Zahlenbeispiel zeigt, dass unter den geschilderten Bedingungen gröbere Information für den Prinzipal besser sein kann als detaillierte Information.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens in einer Prinzipal-Agent-Beziehung und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Eignung des Systems für Anreize und Entscheidungen in einem dynamischen Rahmen vor.
2. Das Rechnungswesen als Informationssystem: Dieses Kapitel analysiert in einem statischen Modellrahmen, wie die Interaktion von Anreiz- und Entscheidungsproblemen dazu führen kann, dass gröbere und verspätete Informationen des Rechnungswesens für den Prinzipal vorteilhafter sind als zeitnahe, detaillierte Daten.
3. Multiple Anforderungen und ihre Auswirkung: Hier wird der dynamische Fall über zwei Perioden betrachtet, wobei insbesondere die Entstehung impliziter Anreize durch die Verknüpfung von Leistungsbeurteilung und zukunftsgerichteter Entscheidungsfindung untersucht wird.
4. Der Ratchet – Effekt und die Anreizgestaltung: Dieses Kapitel fokussiert auf die ineffizienten Anreize, die entstehen, wenn vergangene Leistungen des Agenten als Standard für künftige Beurteilungen dienen, und vergleicht verschiedene vertragliche Lösungsansätze sowie Performance-Maße.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Rechnungswesen trotz seiner groben und verspäteten Natur eine geeignete Grundlage zur Steuerung darstellt, sofern die systembedingten Trade-offs zwischen verschiedenen Zielsetzungen bei der Wahl der Informations- und Performance-Maße berücksichtigt werden.
Rechnungswesen, Anreizsysteme, Prinzipal-Agent-Beziehung, Entscheidungsfindung, Moral Hazard, Ratchet-Effekt, Performance-Maße, Informationsasymmetrie, dynamische Anreize, Vertragsgestaltung, aggregierte Information, disaggregierte Information, implizite Anreize, Produktivität.
Die Arbeit untersucht, wie Informationen aus dem Rechnungswesen in Unternehmen eingesetzt werden können, um sowohl Anreize für Mitarbeiter zu schaffen als auch fundierte Entscheidungen zu treffen.
Im Zentrum stehen die Gestaltung von Anreizverträgen unter Informationsasymmetrie, die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Informationsdetaillierungsgrade sowie die Analyse dynamischer Prozesse in Mehrperiodenmodellen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass trotz der häufigen Kritik an der „Grobheit“ und „Verspätung“ von Rechnungslegungsinformationen, diese gerade aufgrund der Interaktion zwischen Anreiz- und Entscheidungsproblemen in bestimmten Situationen vorteilhaft für die Unternehmensführung sein können.
Die Arbeit basiert auf einer modelltheoretischen Analyse, insbesondere unter Anwendung von Prinzipal-Agent-Modellen und zweiperiodigen dynamischen Rahmenbedingungen (LEN-Modell).
Der Hauptteil behandelt die statische Interaktion von Anreizen, die Auswirkung impliziter Anreize in zweiperiodigen Modellen sowie die spezifische Problematik des Ratchet-Effekts bei der Leistungsbeurteilung.
Wichtige Fachbegriffe sind Moral Hazard, Informationsasymmetrie, Ratchet-Effekt, Commitment-Verträge sowie die Unterscheidung zwischen aggregierten und disaggregierten Performance-Maßen.
Der Ratchet-Effekt tritt auf, wenn Agenten befürchten, dass heute erbrachte gute Leistungen in Zukunft als Standard für ihre Entlohnung herangezogen werden, was sie dazu veranlasst, ihre aktuelle Arbeitsleistung strategisch zu reduzieren.
Grobe Informationen können als eine Art Commitment fungieren, das verhindert, dass der Prinzipal den Agenten durch übermäßig hohe Anforderungen in zukünftigen Perioden bestraft (Ratchet-Effekt), was wiederum die Anreize zur Leistungserbringung in der ersten Periode stabilisieren kann.
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