Bachelorarbeit, 2022
67 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 Theatergenre: Tragödie
2.1 Entstehung der Tragödie
2.2 Aufbau, Handlung und Wirkung der Tragödie
2.3 Figuren der Tragödie
2.4 Theorien und Ansätze von Tragödien
2.4.1 Shakespeare und seine Tragödien
2.4.2 Schiller und die „tragische Kunst“
2.4.3 Kleist und das Trauerspiel
3 Ursprung des Romeo-und-Julia-Stoffes
3.1 Die Entstehungsgeschichte des Romeo-und-Julia-Stoffes
3.2 William Shakespeare „Romeo and Juliet“
3.2.1 Der Hass zwischen den Montagues und den Capulets
3.2.2 Die Liebe zwischen Romeo und Julia
4 Der Romeo-und-Julia-Stoff in der deutschen Literatur
4.1 Christian Felix Weiße „Romeo und Julie“
4.1.1 Der Konflikt zwischen den Montecchios und den Capellets
4.1.2 Die Liebe zwischen Romeo und Julie
4.2 Friedrich Schiller „Kabale und Liebe“
4.2.1 Der Konflikt zwischen den Millers und dem Präsidenten von Walter
4.2.2 Die Liebe zwischen Ferdinand und Luise
4.3 Heinrich von Kleist „Familie Schroffenstein“
4.3.1 Der Konflikt zwischen den Rossitzern und den Warwanderern
4.3.2 Die Liebe zwischen Ottokar und Agnes
5 Vergleich der Romeo-und-Julia-Stoffe
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert und vergleicht den „Romeo-und-Julia-Stoff“ in deutschsprachigen Dramen der Epoche um 1770 und 1800. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung von Figuren, Handlung und Aufbau im Vergleich zum Shakespeare-Original aufzuzeigen und damit die literarische Adaption sowie die Bedeutung Shakespeares im Kontext der deutschen Literatur dieser Zeit zu erläutern.
Die Liebe zwischen Romeo und Julia
Die Protagonisten Romeo und Julia sind dem analysierten Konflikt der Eltern unterlegen und können dadurch ihre Liebe nicht frei entfalten. Um das Schicksal der Liebenden zu verstehen, wird in der weiteren Analyse auf den fatalen Einfluss der Liebe in Bezug auf die Charaktereigenschaften der Figuren eingegangen.
Der erste Auftritt Romeos ist nach dem analysierten ersten Konflikt zwischen den Capulets und den Monatgues einzuordnen. Romeo tritt in dieser Szene als ein melancholischer junger Mann auf, der durch eine Abfuhr seiner Geliebten Rosaline frustriert ist. „Why, such is loves transgression.“ Als Romeo jedoch Julia auf den Maskenball begegnet, vergisst er seine Liebschaft und verliebt sich Hals über Kopf in Julia. Seine Zuneigung zu Julia wird in einem Monolog, nach der Gespräch mit einem Diener auf dem Maskenball deutlich. „Forsweare it, sight! / For I ne’er saw true beauty till this night.“ Julia wird in der dritten Szene des ersten Aktes eingeleitet. Ein Gespräch zwischen Julias Vater, dem Oberhaupt der Capulets, und dem Grafen Paris, deutet eine Heirat zwischen Julia und Graf Paris an, die durch Capulets Meinung über seine junge Tochter vorerst vermieden wird. „My child is yet a stranger in the world; (...).“ Julias Mutter, Lady Capulet, sieht jedoch die Heirat als förderlich für ihre Tochter an. Für Julia hingegen, ist die Heirat „an honour that I dream not of“. Die angestoßen Zwangsheirat durch die Eltern kann als Tragödie des zwölf Jahre alten Mädchens bewertet werden, da sie noch keine Erfahrung mit Liebe gesammelt hat.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Shakespeare-Rezeption ein und formuliert die Forschungsfrage zur Bedeutung des Romeo-und-Julia-Stoffes im deutschsprachigen Drama des Umbruchs.
2 Theatergenre: Tragödie: Dieses Kapitel definiert die Gattung der Tragödie unter Berücksichtigung von Begriffen wie Mimesis und Katharsis sowie der dramaturgischen Strukturen.
3 Ursprung des Romeo-und-Julia-Stoffes: Hier werden die mythologischen Wurzeln (u.a. Hero und Leander, Pyramus und Thisbe) sowie die Entwicklung des Stoffes bis zu Shakespeare dargelegt.
4 Der Romeo-und-Julia-Stoff in der deutschen Literatur: Dies bildet den Hauptteil, in dem die Werke von Weiße, Schiller und Kleist hinsichtlich ihrer Adaption des Stoffes und der verarbeiteten Konflikte untersucht werden.
5 Vergleich der Romeo-und-Julia-Stoffe: In diesem Kapitel werden die drei analysierten Dramen untereinander und mit Shakespeare verglichen, um epochenspezifische Merkmale zu isolieren.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Dramen eine eigenständige, zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem tragischen Stoff darstellen.
Romeo und Julia, Shakespeare, Literaturwissenschaft, Tragödie, Gattungslehre, Epochenumbruch, Sattelzeit, Kabale und Liebe, Familie Schroffenstein, Stoffgeschichte, Dramentheorie, Liebeskonflikt, Standeskonflikt, Rezeptionsgeschichte.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie der „Romeo-und-Julia-Stoff“ von deutschen Autoren in der Zeit des Epochenumbruchs um 1770 bis 1800 aufgegriffen und transformiert wurde.
Im Zentrum stehen die Adaption der englischen Vorlage, die spezifischen Standes- und Familienkonflikte sowie die dramaturgische Umsetzung des Tragischen in der deutschen Aufklärung und Weimarer Klassik.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Stücke von Weiße, Schiller und Kleist zum Original von William Shakespeare herauszuarbeiten und die literarische Bedeutung dieser Umbruchszeit zu klären.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten durchgeführt, die durch gattungstheoretische Ansätze und den historisch-kulturellen Kontext der Sattelzeit ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Dramen „Romeo und Julie“ (Weiße), „Kabale und Liebe“ (Schiller) und „Familie Schroffenstein“ (Kleist) hinsichtlich ihrer Figuren, Handlungsplots und der zugrundeliegenden Konfliktstrukturen.
Zu den Kernbegriffen gehören Romeo und Julia, Shakespeare, Tragödie, Standeskonflikt, Sattelzeit, Gattungstheorie und Stoffgeschichte.
Die Arbeit nutzt den Begriff der Sattelzeit nach Reinhart Koselleck, um den sozialen und literarischen Wandel vom feudalistischen hin zum bürgerlichen Verständnis von Gesellschaft und Liebe zu erklären.
Während Schiller im bürgerlichen Trauerspiel soziale Hierarchien kritisiert und Liebe an gesellschaftlichen Strukturen scheitern lässt, ist bei Kleist der Konflikt in einem familiären archaischen Kontext inszeniert, der eine „klassische“ Lösung fast unmöglich macht.
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