Masterarbeit, 2022
81 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Desinformation
2.1.1 Aktuelle Desinformation
2.2 Meinungsverzerrung in der digitalen Sphäre
2.2.1 Confirmation Bias
2.2.2 Filterblasen
2.2.3 Echokammern
2.2.4 Risikopotenzial von Echokammern und Filterblasen
3 Didaktische Rahmung
3.1 Politische Medienkompetenz
4 Methodik
4.1 Hypothesen
4.2 Forschungsdesign, Stichprobe, Durchführung
4.3 Fragebogenkonstruktion
4.4 Analyse
5 Resultate
5.1 Darstellung der Ergebnisse
5.1.1 Deskriptive Werte Testerfolg
5.2 Voraussetzungsprüfungen
5.3 Mann-Whitney-U-Test
6 Diskussion
7 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob die mediale Urteilskompetenz von Schüler:innen hinsichtlich der Identifizierung von Desinformationen durch eine gezielte pädagogische Intervention – konkret die Konfrontation mit Material der Bundeszentrale für Politische Bildung – gesteigert werden kann.
2.1.1 Aktuelle Desinformation
Anhand folgender Kriterien präzisieren sie sodann ihre Konzeptualisierung: 1) Kommunikation 2) Aktualität 3) Wahrheitsanspruch 4) Unwahrheit 5) Unwahrhaftigkeit. Außerdem führen sie ergänzend das Kriterium 6) Täuschungsabsicht an, wobei dies ihrer Meinung nach kein notwendiges Kriterium darstellt, sondern dazu beiträgt, verschiedene Formen der aktuellen Desinformation zu typisieren.
1) Kommunikation: Desinformation zeige sich in Gestalt einer Mitteilung, diese müsse nicht per se nur in Textform verfasst sein, sondern könne auch in hybriden Formen von Text-Bild Kombinationen verbreitet werden. Beispiele hierfür sind Memes, manipulierte Bilder oder auch Videos (sogenannte Deepfakes). Als Kommunikationsform richtet mindestens ein sozialer Akteur seine Botschaft an mindestens einen anderen. Im digitalen Raum verwischen diese Grenzen zunehmend und es ist durch eine hohe Anzahl von anonym agierenden User:innen schwierig, einzelne Urheber:innen zu identifizieren. Um die Abgrenzungsfunktion dieses Kriteriums zu verdeutlichen, führen Zimmermann & Kohring (2020) den Begriff der Geheimhaltung an, welche ebenfalls darauf ausgerichtet ist zu täuschen, allerdings keine Kommunikation darstellt. Zu einem Ausschnitt von sozialer Realität wird die Desinformation erst dann, wenn der Empfänger sie auch als intendierte Information begreift. Satire oder Ironie stellen zwar kommunikative Akte dar, werden im Regelfall allerdings als Aussage ohne informativen Gehalt erkannt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer veränderten Informationskultur durch Desinformation ein und formuliert das Forschungsziel der Interventionsstudie.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Desinformation und psychologische Phänomene der Meinungsverzerrung in der digitalen Sphäre, etwa der Confirmation Bias, theoretisch fundiert.
3 Didaktische Rahmung: Dieses Kapitel verortet das Thema im Kontext der politischen Bildung und der Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule.
4 Methodik: Hier werden das Forschungsdesign, die Stichprobenwahl sowie die methodischen Schritte der Datenerhebung und -auswertung mittels Fragebögen beschrieben.
5 Resultate: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Ergebnisse und statistischen Analysen zur Urteilsperformanz der untersuchten Gruppen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier vor dem Hintergrund aktueller Studien interpretiert und methodische Einschränkungen kritisch reflektiert.
7 Ausblick: Der abschließende Teil ordnet die Erkenntnisse in gesellschaftspolitische Zusammenhänge ein und bewertet staatliche Bemühungen zur Desinformationsprävention.
Desinformation, politisch-mediale Urteilskompetenz, digitale Meinungsbildung, politische Öffentlichkeit, Fake News, Confirmation Bias, Filterblasen, Echokammern, Medienkompetenz, Interventionsstudie, soziale Homophilie, digitale Demokratie, Informationstypen, Rezeptionsverhalten, politische Bildung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Umgang von Schüler:innen und Erwachsenen mit Desinformationen im digitalen Raum und prüft, ob die Urteilskompetenz durch eine didaktische Intervention verbessert werden kann.
Die zentralen Felder umfassen Theorien zu Desinformation und kognitive Verzerrungen (wie den Confirmation Bias) sowie deren didaktische Vermittlung im Politikunterricht.
Die zentrale Frage ist, ob die medial-politische Urteilskompetenz von Schüler:innen bei der Identifizierung von Desinformation durch eine Konfrontation mit didaktischem Material der Bundeszentrale für Politische Bildung gesteigert werden kann.
Es handelt sich um eine randomisierte und kontrollierte Feld-Interventionsstudie, deren Daten quantitativ mittels Fragebögen erhoben und statistisch (u.a. durch den Mann-Whitney-U-Test) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Desinformation und digitalen Verzerrungseffekten, die didaktische Rahmung und die methodische Anlage sowie die Auswertung der empirischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Desinformation, politisch-mediale Urteilskompetenz, Filterblasen, Echokammern, Fake News und digitale Meinungsbildung.
Die Studie untersucht Unterschiede zwischen der Generation der "Digital Natives" (Schüler:innen) und Erwachsenen hinsichtlich ihres Konsumverhaltens von Informationen und ihrer kritischen Beurteilungsfähigkeit.
Die Autorin stellt fest, dass soziale Netzwerke bei Jugendlichen zwar dominieren und visuell geprägt sind, eine daraus resultierende oberflächlichere Informationsaufnahme jedoch statistisch nicht eindeutig belegt werden konnte.
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