Bachelorarbeit, 2020
83 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Zum Aufbau der Arbeit
1.2 Begriffsdefinitionen und Schreibweisen
1.2.1 Anführungszeichen
1.2.2 „Rasse“
1.2.3 Schwarze Menschen, weiße Menschen und People of Color
1.2.4 Postkolonialismus
1.2.5 Kultur
2 Annäherung an den Begriff Rassismus
2.1 Umgang mit Rassismus in der BRD
2.2 „Ausländerfeindlichkeit“ und „Fremdenfeindlichkeit“
2.3 Rassismustheoretische Positionen
2.3.1 Rassismus als Apparat nach Mark Terkessidis
2.3.2 Rassismus zur Legitimation von ungleichen Machtverhältnissen
2.3.3 Rassismus ohne „Rassen“
2.4 Alltagsrassismus
2.5 Institutioneller und struktureller Alltagsrassismus
2.6 Othering- Konstruktion der „Anderen“
3 Kritisches Weißsein
4 Rassismuskritik als Querschnittaufgabe für die Soziale Arbeit
4.1 Selbstverständnis und Auftrag der Sozialen Arbeit
4.2 Rassismuskritische Soziale Arbeit
4.3 Interkulturelle Kompetenz Vermittlung
5 Forschungsgegenstand
6 Forschungsmethodik
7 Zugang zu der Studie
7.1 Forschungsergebnisse
7.1.1 Differenziertes Wissen über Rassismus
7.1.2 Sprechen über Rassismuserfahrung
7.1.3 (Selbst-)Reflexivität
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Sozialarbeiter*innen in ihrem beruflichen Alltag rassistische Strukturen reproduzieren und inwiefern sie ihre eigenen Denk- und Handlungsweisen in Bezug auf diese Strukturen reflektieren. Ziel ist es, die Verstrickung der Sozialen Arbeit in Macht- und Herrschaftsverhältnisse sichtbar zu machen und Ansätze für eine rassismuskritische Praxis aufzuzeigen.
1.2.1 Anführungszeichen
In dieser Arbeit werden einige Begriffe in Anführungsstriche gesetzt und großgeschrieben, um auf den Konstruktionscharakter dieser Begriffe hinzuweisen. Die soziale Unterscheidungspraktik in „Wir“ und „die Anderen“ sind beispielweise das Produkt von Rassismus und werden in Anführungszeichen gesetzt, da es sich hier um künstlich hergestellte, sozial konstruierte Gruppen handelt. Anja Weiß (1998:280) verweist auf die Macht, die in dieser Konstruktion steckt, folgendermaßen: „Diese Konstruktion der „anderen“ ist untrennbar mit Werthierarchien verbunden, die auch idealisierend verlaufen können“. Folglich sind die „Anderen“ nicht objektiv vorfindlich, sondern das Resultat von Machtdifferenzen.
Angesichts der Tatsache, dass das Wissen über die sogenannten „Anderen“ Rassismus reproduziert und somit großen Einfluss auf Diskurse und die soziale Wirklichkeit hat, müssen die Gruppen „Wir“ und „die Anderen“ als Konstrukte markiert und entlarvt werden. Des Weiteren gehört zu einer kritischen Auseinandersetzung mit rassistischer Hierarchisierung wie diesen eine „Dekonstruktion der binären Oppositionen samt ihren Zuschreibungen und die Sichtbarmachung der Pluralität und Flexibilität diverser und divergierender Subjektposition“ (Wollrad 2005:19).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Rassismus in der deutschen Sozialen Arbeit ein und erläutert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Annäherung an den Begriff Rassismus: Dieses Kapitel bietet einen theoretischen Rahmen, indem verschiedene rassismuskritische Positionen vorgestellt werden, um ein differenziertes Rassismusverständnis zu etablieren.
3 Kritisches Weißsein: Hier wird die Weißseinsforschung als notwendiges Instrument der hegemonialen Selbstreflexion für die professionelle Soziale Arbeit diskutiert.
4 Rassismuskritik als Querschnittaufgabe für die Soziale Arbeit: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit dem professionellen Auftrag der Sozialen Arbeit und kritisiert gängige Konzepte wie die interkulturelle Kompetenzvermittlung.
5 Forschungsgegenstand: Dieser Abschnitt erläutert die Auswahl der empirischen Studien, insbesondere jene von Claus Melter, die der Analyse zugrunde liegen.
6 Forschungsmethodik: Hier werden das Forschungsdesign und die methodische Vorgehensweise erläutert, um die Forschungsfrage datenbasiert zu beantworten.
7 Zugang zu der Studie: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der ausgewählten Studien in den Kontext rassismuskritischer pädagogischer Arbeit gestellt.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer reflexiven, rassismuskritischen Haltung in der professionellen Sozialarbeit.
Rassismuskritik, Soziale Arbeit, Alltagsrassismus, institutioneller Rassismus, Weißseinsforschung, Othering, Migration, Machtverhältnisse, Reflexivität, Diskriminierung, rassismuskritische Pädagogik, Diversitätsbewusstsein, Postkolonialismus, Handlungsfähigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit Rassismus innerhalb der Sozialen Arbeit in Deutschland und untersucht, wie Sozialarbeiter*innen rassistische Strukturen im Alltag reproduzieren oder reflektieren.
Zentrale Themen sind die rassismuskritische Theorie, das kritische Weißsein, die Problematisierung institutioneller Praxen sowie der Reflexionsbedarf der Profession.
Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit reproduzieren Sozialarbeiter*innen Rassismus im beruflichen Alltag und inwiefern reflektieren sie ihre eigenen Denk- und Handlungsweisen in Bezug auf rassistische Strukturen?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit rassismuskritischen Konzepten sowie auf eine Auswertung empirischer Studien, insbesondere jener von Claus Melter.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, kritische Diskussionen zu Weißsein und interkultureller Kompetenz sowie die Analyse von Forschungsergebnissen zur Reproduktion von Rassismus.
Wichtige Schlüsselwörter sind Rassismuskritik, Soziale Arbeit, institutioneller Rassismus, Othering und (Selbst-)Reflexivität.
Der Autorin zufolge suggeriert „Antirassismus“ die Existenz eines Ortes „außerhalb“ rassistischer Verhältnisse, während „Rassismuskritik“ die eigene Verwobenheit in rassistische Strukturen stets mitdenkt.
Das Triple Mandat fordert Sozialarbeiter*innen dazu auf, Aufträge kritisch zu hinterfragen und im Sinne der Menschenrechte professionelle, unabhängige Entscheidungen zu treffen.
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