Masterarbeit, 2018
100 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1. Das Kloster von Stederburg
2.2. Die Chronik von Stederburg
2.3. Konfliktführung im Mittelalter
3 Konflikte in den Annales Stederburgenses
3.1. Konfliktgründe
3.1.1. Ausbau und Erhaltung von Macht – Der Kaiser und der Herzog
3.1.2. Besitztümer – Gerhard II., die Hildesheimer und die Reichsfürsten
3.2. Konfliktmittel
3.2.1. Angriff und Drohung
3.2.2. Verwandte, Freunde und Verbündete
3.2.3. Plünderung und Belagerung
3.3. Konfliktbeilegung
3.3.1. Vermittler
3.3.2. Die (unmögliche) gütliche Beilegung
4 Fazit
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Facetten der mittelalterlichen Konfliktführung anhand der Annales Stederburgenses. Im Zentrum steht die Analyse, wie Konflikte im 12. Jahrhundert geführt, begründet und beigelegt wurden, wobei insbesondere der Einfluss persönlicher, wirtschaftlicher und verwandtschaftlicher Netzwerke im Fokus der Untersuchung steht.
Besitztümer – Gerhard II., die Hildesheimer und die Reichsfürsten
Es war aber unter seinen Vorgängern Sitte, daß ein Laie der Wirthschaft vorstand, und daß durch ihn die Vertheilung aller Dinge zum mindesten Nutzen für die Kirche erfolgte. Weil er aber den großen Aufwand dabei erwog, ja einen für die Kirche unersetzlichen Schaden erkannte, schickte er seine Mannschaft in die Festen, und als ihm von den Ministerialen der Kirche der Treuschwur geleistet war, griff er kühn Bruno von Bimmelse an und entriß mit vieler Mühe den Händen desselben die von ihm innegehabte Bewirthschaftung. Ueberdies brachte er auch einiges andere, was er sich ungerechter Weise, wie er sagte, nach Lehnsrecht angeeignet hatte, nicht ohne großen Beistand Gottes in die eigene Gewalt und des Besitz der Genossenschaft zurück.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema der mittelalterlichen Konfliktführung und Darstellung der Forschungsrelevanz der Annales Stederburgenses.
2 Forschungsstand: Überblick über die Geschichte des Klosters Stederburg, die Charakteristik der Chronik und den wissenschaftlichen Diskurs zur Konfliktforschung.
3 Konflikte in den Annales Stederburgenses: Analyse der konkreten Konfliktgründe, angewandten Konfliktmittel und Strategien der Konfliktbeilegung im historischen Quellenkontext.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur mittelalterlichen Konfliktaustragung und Darstellung des Potenzials der Stederburger Quelle für die Geschichtswissenschaft.
Konfliktführung, Annales Stederburgenses, Heinrich der Löwe, Barbarossa, Staufer, Welfen, Mittelalter, Kloster Stederburg, Gerhard II., Konfliktbeilegung, Vermittler, Huld, Plünderung, Territorialpolitik, Historiographie
Die Masterarbeit befasst sich mit den Strategien, Motiven und Abläufen der Konfliktführung im 12. Jahrhundert, analysiert durch die Linse einer spezifischen Klosterchronik.
Der zeitliche Schwerpunkt liegt primär auf dem 12. Jahrhundert, insbesondere der Konfliktdynamik zwischen Heinrich dem Löwen und Kaiser Friedrich Barbarossa.
Die Untersuchung fragt inwiefern bisherige Forschungsergebnisse durch die Annales Stederburgenses bestätigt werden können oder einer Neubetrachtung bedürfen und wie Konfliktführung anhand dieser Quelle detailliert darstellbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der Annales Stederburgenses unter Einbeziehung zeitgenössischer historischer Forschungsliteratur.
Gerhard II. ist sowohl der Autor der Chronik als auch ein aktiver Akteur (Propst/Vermittler), dessen persönliche Interessen und seine prowelfische Gesinnung die Darstellung der Ereignisse maßgeblich beeinflussten.
Vermittler werden als zentrale Akteure dargestellt, die durch diplomatische Kanäle, verwandtschaftliche Bindungen und Vertrauen zur Einigung beitrugen, wobei sie häufig auch eigene Interessen verfolgten.
Das Kloster war durch seine räumliche Nähe zum herzoglichen Zentrum Braunschweig und durch Plünderungen der Kontrahenten massiven wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt, was wiederum die Handlungsfähigkeit des Propstes einschränkte.
Ja, die Heirat von Heinrich von Braunschweig mit der Tochter des Pfalzgrafen vom Rhein wird als diplomatisches Instrument analysiert, das einen neuen Vermittler einführte und den Weg zur finalen Konfliktbeilegung ebnete.
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