Masterarbeit, 2022
45 Seiten, Note: 1,3
1. Normale Menschen – anormale Menschen. Die massenmediale Konstruktion (a-)normaler Identitäten
2. Link, Jürgen: Leben in (flexibel-normalistischen) Kurvenlandschaften
3. Medien als ‚Normalisierungsagenturen‘. Zur Funktionalität und Effektivität normalistischer Massenmedien
4. (Nicht) normale Fahrten als Narrationstyp normalistischen Erzählens
5. Der hypernormalistische Aufstieg eines Subnormalen: BLIND SIDE – DIE GROẞE CHANCE
5.1 Weiße Wände, schwarze Mauern. Die Figur Michael gefangen im Feld des Anormalitätsspektrums
5.2 „Auf den Mut hoffen und es der Ehre wegen versuchen“: Michaels Lebensfahrt zur Überdurchschnittlichkeit
6. Kinder können grausam sein: Augusts Weg aus der Krise der Subnormalität: WUNDER
6.1 „Ich weiß, dass ich kein normaler Zehnjähriger bin.“ Die Selbstsituierung Augusts als gesellschaftliche Randfigur
6.2 Es ist ok, nicht normal zu sein: Selbstakzeptanz schafft gesellschaftliche Akzeptanz
7. Fazit: (A-)normale Subjekte im amerikanischen Spielfilm
Die Masterarbeit untersucht, wie „Normalität“ und „Abweichung“ im amerikanischen Spielfilm konstruiert und verhandelt werden. Dabei wird analysiert, inwieweit Medien als „Normalisierungsagenturen“ fungieren, die gesellschaftliche Diskurse über Normalität aufgreifen, reproduzieren oder auch infrage stellen können.
4. (Nicht) normale Fahrten als Narrationstyp normalistischen Erzählens
Ursula Kreft zeigt auf, dass in den Medien auf verschiedenste Weisen ein elementares sozio-ökonomisches Wissen geschaffen wird: durch die Form von Narrationen (kürzere oder längere Geschichten), durch dramenartige Episoden, Biografien oder Exempel, durch bildhafte Elemente (darunter Kollektivsymbolik) und statistischen Daten, die als symbolische Kurven erscheinen und häufig in Erzählungen integriert sind. Dadurch können dann statistische Daten jenseits der Wissenschaften zu narrativen Elementen werden. Als komplexe Beobachtungssysteme der Gesellschaft kommt es in den Medien zu einer Thematisierung von Lebensrisiken und den Formen ihrer Bewältigung, indem sie diese von den Figuren ihrer Geschichten erleben lassen. Für das Medium Film definiert Link zwei Typen der Narration. Der erste Typ stellt eine (Lebens-) Fahrt dar, die durch Normalitätsabweichungen irritiert wird, wobei die Figuren am Ende jedoch wieder in die Normalität zurückgelangen.
1. Normale Menschen – anormale Menschen. Die massenmediale Konstruktion (a-)normaler Identitäten: Dieses Kapitel führt in die massenmediale Konstruktion (a-)normaler Identitäten ein und verdeutlicht, wie durch gesellschaftliche Diskurse klare Grenzen zwischen „Normalen“ und „Abweichenden“ gezogen werden.
2. Link, Jürgen: Leben in (flexibel-normalistischen) Kurvenlandschaften: Diese theoretische Grundlage expliziert das Modell der „normalistischen Kurvenlandschaft“ nach Jürgen Link, um die statistische Erfassung und soziale Positionierung von Normalität zu erklären.
3. Medien als ‚Normalisierungsagenturen‘. Zur Funktionalität und Effektivität normalistischer Massenmedien: Hier wird die Rolle der Medien als Normalisierungsinstanzen analysiert, die den Normalisierungsbedarf in der Gesellschaft diskursiv bearbeiten.
4. (Nicht) normale Fahrten als Narrationstyp normalistischen Erzählens: Kapitel 4 untersucht narrative Strukturen, insbesondere das Konzept der (Lebens-)Fahrt, die durch Abweichungen irritiert werden, als Methode der Filmgestaltung.
5. Der hypernormalistische Aufstieg eines Subnormalen: BLIND SIDE – DIE GROẞE CHANCE: Eine Filmanalyse, die zeigt, wie die Figur Michael Oher durch Normalisierungsprozesse in ein gesellschaftlich akzeptiertes „Normalfeld“ integriert wird.
6. Kinder können grausam sein: Augusts Weg aus der Krise der Subnormalität: WUNDER: Diese Analyse fokussiert den Film „Wunder“ und zeigt auf, wie durch Selbstakzeptanz im Umgang mit einer körperlichen Deformation eine gesellschaftliche Integration erreicht werden kann.
7. Fazit: (A-)normale Subjekte im amerikanischen Spielfilm: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert, wie Spielfilme als mediale Konstrukte Normalität verhandeln.
Normalität, Abweichung, Spielfilm, Normalisierungsagenturen, Medienanalyse, Film, Narration, Identitätskonstruktion, Subnormalität, Hypernormalität, Normalitätsdiskurs, Blind Side, Wunder, Soziale Integration
Die Arbeit analysiert die filmische Inszenierung und Verhandlung von „Normalität“ und „Abweichung“ anhand von US-amerikanischen Spielfilmen im Kontext soziologischer und medientheoretischer Modelle.
Zentral sind der Prozess der Normalisierung, die Rolle von Medien als „Normalisierungsagenturen“ und die narrativen Strukturen, die „normale“ von „unnormalen“ Lebensführungen im Film differenzieren.
Es soll untersucht werden, wie Spielfilme Normalität konturieren und durch welche narrativen Strategien Abweichungen in den Diskurs der Normalität integriert (oder ausgeschlossen) werden.
Es wird eine medienwissenschaftliche Filmanalyse angewandt, die auf diskurstheoretischen Ansätzen (u.a. von Jürgen Link) zur Normalitätskonstruktion basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Kurvenlandschaft, Normalisierungsagenturen) und die konkrete Analyse der Filme „Blind Side“ und „Wunder“.
Schlüsselwörter sind u.a. Normalität, Abweichung, Normalisierungsagenturen, Konstruktion von Identität und die narrativen Typen normalistischen Erzählens.
Michael erfährt eine Normalisierung durch die Unterstützung seiner Pflegefamilie, die ihn in soziale Netzwerke integriert und ihm hilft, kulturelle Codes sowie den American Dream zu erfüllen.
August muss aufgrund einer Gesichtsentstellung seinen Platz zwischen gesellschaftlicher Ausgrenzung und Normalisierung suchen, wobei der Film besonders die Perspektive des Protagonisten und seines Umfelds (z.B. Schwester Via) einbezieht.
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