Bachelorarbeit, 2022
36 Seiten, Note: 2,4
1. Einleitung
2. Ausgewählte psychische Erkrankungen
2.1 Angststörungen
2.2 Affektive Störungen
2.3 Substanzabhängigkeit oder -missbrauch bzw. Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum
3. Lebensphasen – Entwicklungspsychologische Aspekte/Ebene
3.1 Die Lebensphasen im Kindes- und Jugendalter
3.1.1 Die Entwicklungsaufgaben
3.2 Auswirkungen auf die kindliche Lebenswelt
3.2.1 Säuglingsalter (0-12 Monate)
3.2.2 Kleinkindalter (1-2 Jahre)
3.2.3 Kindergarten- und Vorschulalter (3-5 Jahre)
3.2.4 Grundschulalter bis zur Pubertät (6-11 Jahre)
3.2.5 Pubertät und Jugendalter (12-18 Jahre)
4. Risiken von Kindern psychisch erkrankter Eltern
4.1 Risikofaktoren Allgemein
4.2 Risiken von Kindern angsterkrankter Eltern
4.3 Risiken von Kindern affektiv erkrankter Eltern
4.4 Risiken von Kindern suchtkranker Eltern
5. Präventions- und Frühförderungsmöglichkeiten
5.1 Bewältigungsstrategien
5.1.1 Resilienz und Schutzfaktoren
5.1.2 Copingstrategien
5.2 Frühförderungsmöglichkeiten in einzelnen Lebensphasen
5.3 Präventionsgruppen für Kinder: AURYN-Gruppen
5.4 CHIMPs-Ansatz als Familienintervention
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen elterlicher psychischer Erkrankungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie Möglichkeiten der präventiven Frühförderung. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie betroffene Kinder trotz hoher Belastungsfaktoren durch Resilienzförderung und gezielte Interventionsansätze unterstützt werden können.
3.2.1 Säuglingsalter (0-12 Monate)
In der ersten Lebensphase eines Menschen, dem Säuglingsalter, ist besonders die frühe Interaktion zwischen Eltern und Säugling bedeutsam für die kognitive Entwicklung und spätere Bindungsqualität (ebd.). Doch sobald es zu Störungen in dieser Interaktion kommt, da nicht angemessen auf die kindlichen Bedürfnisse eingegangen wird, kann dies die psychische Entwicklung des Kindes auf kurzer oder langer Sicht gefährden (Hipwell, Goosens, Melhuish & Kumar, 2000; zitiert nach Wiegand-Grefe et. al, 2011, S. 68).
Störungen der Interaktion können dabei in zwei Kategorien eingeteilt werden. Zum einen in emotionale Unerreichbarkeit und zum anderen in Überstimulation. (Deneke & Lüders, 2003; zitiert nach Wiegand-Grefe et. al, 2011, S. 69)
Bei der emotionalen Unerreichbarkeit geht es darum, dass die Eltern nicht oder verzögert auf die kindlichen Signale eingehen bzw. diese wahrnehmen. Das führt dazu, dass der Säugling bzw. das Kind die Reaktion gar nicht oder zu spät wahrnimmt und diese nicht mehr als Reaktion auf das Verhalten erlebt. Infolgedessen kann es beim Kind zu Interaktionsstörungen in Regulationsstörungen, Übererregbarkeit oder auffälliger Passivität kommen. Diese Anzeichen zeigen sich bereits in den ersten 12 Lebensmonaten und sind erste Anzeichen für eine Bindungsstörung. (ebd.)
Bei der Überstimulation hingegen, wird die die Aufmerksamkeit des Säuglings enorm beansprucht, da es, geleitet durch die elterlichen Impulse, zu ständigen Reaktionen aufgefordert oder stark bzw. anhaltendend angeregt wird. Dies kann dazu führen, dass sich die Kinder mit der Zeit abwenden, worauf die Eltern diese Reaktion mit verstärkter Stimulation beantworten. In schlimmen Fällen reagieren die Kinder nicht mehr nur mit Abwendung, sondern protestieren, indem sie körperliche Berührungen abwehren oder sogar erstarren (sogenanntes freezing). (ebd.)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Kinder psychisch kranker Eltern besonderen Belastungen ausgesetzt sind, und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
2. Ausgewählte psychische Erkrankungen: Dieses Kapitel erläutert die drei häufigsten psychischen Erkrankungen – Angststörungen, affektive Störungen sowie Suchterkrankungen – und deren Bedeutung für das Kindeswohl.
3. Lebensphasen – Entwicklungspsychologische Aspekte/Ebene: Das Kapitel verknüpft altersspezifische Entwicklungsaufgaben mit den Belastungen, die durch eine elterliche Erkrankung in den verschiedenen Phasen der Kindheit entstehen.
4. Risiken von Kindern psychisch erkrankter Eltern: Hier werden allgemeine sowie krankheitsspezifische Risikofaktoren systematisch dargestellt, wobei auch genetische und psychosoziale Aspekte betrachtet werden.
5. Präventions- und Frühförderungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel widmet sich den Ressourcen und Bewältigungsstrategien wie Resilienz und Coping sowie konkreten Interventionsangeboten für Familien.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Bedeutung von stabiler Eltern-Kind-Bindung, Kommunikation und professioneller Unterstützung für die gesunde Entwicklung der Kinder zusammen.
Frühförderung, psychisch kranke Eltern, Entwicklungspsychologie, Resilienz, Bindungsstörung, Copingstrategien, Angststörungen, Affektive Störungen, Suchterkrankung, Prävention, AURYN-Gruppen, CHIMPs-Ansatz, Kinderwohl, Familienintervention, Kindesentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit den Frühförderungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an psychischen Störungen leiden, wie Angststörungen, affektiven Störungen oder Suchterkrankungen.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen elterlicher Erkrankungen auf die kindliche Entwicklung, die Analyse von Risikofaktoren und die Möglichkeiten präventiver Unterstützung für Kinder auf Familienebene.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die psychische Erkrankung der Eltern auf Kinder auswirkt und welche präventiven Maßnahmen sowie Bewältigungsstrategien existieren, um diese Risiken abzumildern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und -analyse entwicklungspsychologischer Fachliteratur sowie Studien zu klinischen Interventionen bei betroffenen Familien.
Im Hauptteil werden zunächst die wichtigsten psychischen Erkrankungen erläutert, dann entwicklungsspezifische Auswirkungen auf Kinder nach Lebensphasen differenziert und schließlich Bewältigungsstrategien und konkrete Interventionsprogramme vorgestellt.
Wichtige Begriffe sind Frühförderung, Resilienz, Copingstrategien, Familienintervention, Angststörungen, affektive Störungen und psychisch kranke Eltern.
AURYN-Gruppen sind spezialisierte Präventionsgruppen, die Kindern ermöglichen, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen, von Schuldgefühlen zu entlasten und spielerisch Kompetenzen zur Krankheitsbewältigung zu entwickeln.
Der CHIMPs-Ansatz ist ein familienorientiertes Interventionsmodell, das psychodynamische Grundlagen nutzt, um durch strukturierte Gespräche mit Eltern und Kindern die Kommunikation über die Erkrankung zu erleichtern und Enttabuisierung zu fördern.
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