Magisterarbeit, 2000
166 Seiten, Note: 1
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0.1 Inhalt der Arbeit
1 Was ist Popliteratur?
1.1 Die Beats und ihre Nachfolger
1.2 Disco 2000: Pop und Literatur heute
2 Going Underground: Subkultur
2.1 Against the Grain: Der sogenannte mainstream
2.2 Warum bilden sich Subkulturen?
3 Kultliteratur
4 Trainspotting: Parental Advisory – Explicit Lyrics!
4.1 Irvine Welsh
4.2 Zum Inhalt des Romans
4.3 Paint a Vulgar Picture: Trainspotting und Transgression
4.4 Musik
5 Cooking Vinyl: High Fidelity
5.1 Nick Hornby
5.2 Zum Inhalt des Romans
5.3 An Ordinary Life: Affirmation gesellschaftlicher Werte
5.4 Musik in High Fidelity
6 Outro
Die Magisterarbeit untersucht die Mechanismen, durch die populäre Romane wie "Trainspotting" und "High Fidelity" Kultstatus erlangen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum diese inhaltlich gegensätzlichen Werke, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, dennoch nach dem gleichen Prinzip funktionieren: dem Einsatz von Musikgeschmack und subkulturellen Codes zur Abgrenzung von einem wahrgenommenen "mainstream".
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Als ich zum ersten Mal von Irvine Welsh hörte, war das während meines Auslandssemesters an der University of Ulster in Coleraine im Herbst 1996, als in Großbritannien der Film zu seinem Buch Trainspotting in die Kinos kam. Plötzlich hatte jeder der Studenten schon einmal von dem schottischen Autor gehört und redete darüber, dass Welsh gar kein „richtiger“ Autor, sondern Raver und Drogensüchtiger sei, der einfach seine Erfahrungen aufgeschrieben habe. Dies verlieh dem Roman ein weiteres Spannungsmoment und man traute sich kaum zuzugeben, dass einem selbst der Name fremd war. Viele der Studenten, die ich dort kennengelernt hatte, sahen sich den Film mehrmals an, in der Universität hatte fast jeder das Buch von Welsh so in die Tasche gesteckt, dass man das Cover schon von weitem sah. Es wurde von einer „cult novel“ gesprochen und der Soundtrack zu Trainspotting schallte durch die Halls of Residence.
Ich fragte mich, ob Welshs Roman nicht einfach populär war, weil jeder meiner Bekannten ihn las? Warum hielten ihn dann alle für Kultliteratur? Warum zog ein Roman, der von Drogensucht und Devianz handelt und im schottischen „working-class“ Milieu spielt, vor allem junge Studenten an? Anscheinend waren es der meist schwarze Humor, die Darstellung von Sarkasmus und Endzeitstimmung (nicht aber Hoffnungslosigkeit) und vor allem die außergewöhnlich authentisch wirkende Beschreibung von Subkultur, Sexualität und Drogen, die den sogenannten „Nerv der Zeit“ trafen, die Neugier der Studenten weckten und sie zu Welshs Publikum machten.
Dieses Kulterlebnis, das ich damals hatte, war der Auslöser für die Frage, ob es tatsächlich so etwas wie Kultmerkmale in der Literatur gibt. Wenn ja, welche könnten das dann sein? Die meisten der Studenten, die ich danach befragte, was sie an dem Roman beeindruckt habe, erklärten, er sei „irgendwie anders“, „cool“ oder „skurril“.
0 Intro: Die Einleitung beleuchtet die Entstehungsgeschichte und die persönliche Motivation für das Interesse an Kultliteratur am Beispiel von "Trainspotting" und "High Fidelity".
1 Was ist Popliteratur?: Dieses Kapitel untersucht die Begriffsdefinition von Popliteratur, ihre historischen Ursprünge und kritisiert die bisherige Einordnung durch die Literaturwissenschaft.
2 Going Underground: Subkultur: Der Autor definiert Subkultur als Abgrenzungsmechanismus gegenüber einem diffusen "mainstream" und erläutert die Bedeutung von "hipness" als sozialem Kapital.
3 Kultliteratur: Hier wird der Kultbegriff in der Literatur theoretisch hergeleitet und seine Abhängigkeit vom subjektiven Authentizitätsgefühl des Lesers definiert.
4 Trainspotting: Parental Advisory – Explicit Lyrics!: Eine detaillierte Analyse von Irvine Welshs Roman, seiner Sprache, seinem Aufbau und der Rolle von Drogen und Musik für den Kultstatus.
5 Cooking Vinyl: High Fidelity: Die Untersuchung von Nick Hornbys Roman im Vergleich zu "Trainspotting", wobei der Fokus auf Normalitätsaffirmation und der Musiksammlung als Fetisch liegt.
6 Outro: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Romane trotz unterschiedlicher Strategien durch das gleiche Prinzip der exklusiven Abgrenzung über "subkulturelles Kapital" Kultstatus erreichen.
Popliteratur, Kultliteratur, Subkultur, Authentizität, Mainstream, Musik, Subkulturelles Kapital, Transgression, Trainspotting, High Fidelity, Hipness, Misogynie, Identität, Popkultur, Eskapismus
Die Arbeit untersucht, mit welchen Mitteln sich Literatur als "Kult" etabliert und warum Leser bestimmte Romane als "cool" oder "hip" wahrnehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Popliteratur, dem Kultbegriff, soziologischer Subkulturtheorie, dem Einfluss von Musik auf die Rezeption und der Geschlechterproblematik im Kontext von "subkulturellem Kapital".
Die Arbeit geht der Frage nach, warum der drogenaffine Roman "Trainspotting" und der eher bürgerliche "High Fidelity", die sehr verschiedene Publika ansprechen, beide erfolgreich den Kultstatus erreichen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die mit kulturwissenschaftlichen Theorien, insbesondere Bourdieu und Thornton, verknüpft wird, um die Rezeptionsweisen und marketingtechnischen Aspekte zu verstehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Begriffen Popliteratur und Subkultur, gefolgt von einer detaillierten Analyse der beiden Romane "Trainspotting" und "High Fidelity" im Hinblick auf Musik, Stil und Geschlechterrollen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie "Subkulturelles Kapital", "Transgression", "Mainstream" und "Popkultliteratur" geprägt.
Während Musik in "Trainspotting" oft mit Drogenerfahrungen und Rebellionsgesten verknüpft ist, fungiert sie in "High Fidelity" eher als Ordnungsfaktor und Identitätsanker eines in einer Krise steckenden Plattensammlers.
Die Arbeit zeigt kritisch auf, dass das untersuchte "subkulturelle Kapital" oft als männliche Domäne konstruiert wird, aus der Frauen durch Männlichkeitsmarker ausgeschlossen werden, was sich als eine Form der Misogynie entpuppt.
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