Masterarbeit, 2020
166 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einführung
2 Sozialisation und Identität
2.1 Sozialisation: Eine Heranführung
2.1.1 Sozialisationstheorie nach Klaus Hurrelmann
2.1.2 Sozialisation in der Jugendphase
2.2 Zur Bedeutung von virtuellen Peergroups
2.3 Identität
2.3.1 Identitätsbildungsprozess von Jugendlichen
3 Jugend und Medien
3.1 Mediennutzungsverhalten
3.1.1 Instagram
3.1.2 Nutzungsverhalten auf Instagram
3.2 Selbstdarstellung in sozialen Online-Netzwerken
3.2.1 Selfies als Form der Selbstdarstellung
3.2.2 Selbstdarstellung in sozialen Online-Netzwerken
3.2.3 Bedeutung der Selbstdarstellung für den Identitätsbildungsprozess in der Jugendphase
3.3 Schattenseiten sozialer Online-Netzwerke
3.4 Aktueller Forschungsstand
4 Methodik der Untersuchung
4.1 Zielsetzung der Untersuchung
4.2 Erhebung
4.2.1 Zielgruppe
4.2.2 Feldzugang
4.3 Analyse
5 Auswertung der Ergebnisse
5.1 Das soziale Netzwerk Instagram aus Sicht der Jugendlichen
5.2 Selbstdarstellung
5.2.1 Gründe zur Selbstdarstellung
5.2.2 Anlässe
5.2.3 Selbstbewusstsein
5.3 Bedeutung von Rückmeldung
5.4 Der Einfluss von Instagram auf den Identitätsbildungsprozess
5.5 Schattenseiten der Selbstdarstellung auf Instagram
6 Medienpädagogische Handlungsempfehlungen
7 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht empirisch, welchen Einfluss die Selbstdarstellung von Jugendlichen in sozialen Online-Netzwerken, insbesondere auf der Plattform Instagram, auf deren Identitätsbildungsprozess hat. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Jugendliche ihr eigenes Online-Verhalten wahrnehmen, welche Beweggründe sie zur Nutzung motivieren und welche Rolle medienpädagogische Maßnahmen zur Förderung eines reflektierten Umgangs spielen können.
3.2.1 Selfies als Form der Selbstdarstellung
Im Oxford English Dictionary wird „Selfie“ folgendermaßen beschrieben: „A photograph that one has taken of oneself, esp. one taken with a smartphone or webcam and shared via social media“ (OED, o.J.).
Zurückzuführen ist das Wort „Selfie“ jedoch auf einen Australier, der jenes im Jahre 2002 erstmalig beim Versenden einer MMS11 verwendete (vgl. Kowalski 2019). Der Australier versandte eine Nahaufnahme seiner Lippe, die nach einem Verkehrsunfall zugerichtet war, mit der Bildunterschrift: „Sorry about the focus, it was a selfie“ (ebd.). Die weite Verbreitung von Selfies existiert Ullrich (2019) zufolge seit Einführung der Smartphone-Technik (vgl. Ullrich 2019, S. 9). Bei Selfies handelt es sich um eine neue Ausdrucksform der Selbstdarstellung, welche oftmals mit dem Smartphone aufgenommen und in sozialen Netzwerken veröffentlicht wird.
Autenrieth (2014) zufolge gibt es zwei Kriterien, die solch ein „Selfie“ definieren: Einerseits wird das jeweilige Foto von der abgebildeten Person selber erstellt und andererseits dann in einer Social Media Plattform veröffentlicht. Beim Selfie handelt es sich um kein komplett neues Phänomen. Gefundene historische Fotografien aus dem 19. Jahrhundert zeigen die klassischen Selfie-Posen (ausgestreckter Arm, in den Spiegel fotografieren). Auch die vor einigen Jahren unter Jugendlichen noch sehr beliebten Fotoautomatenbilder gehören zu jugendkulturellen Traditionen, die in ihrem Wesen schon einige Kriterien des Phänomens, welches wir heute "Selfie" nennen, mit sich bringen (vgl. Autenrieth 2014, S. 52). Der entscheidende Punkt eines Selfies ist die Intention, dieses auf einer Social Media Plattform zu teilen und es in erster Linie als Kommunikationsmittel zu verwenden (vgl. ebd.).
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zentrale Rolle des Smartphones und sozialer Medien als wichtigste Mediengeräte und Kommunikationskanäle im Alltag Jugendlicher und führt in die Thematik der digitalen Selbstdarstellung ein.
2 Sozialisation und Identität: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zur Sozialisation nach Klaus Hurrelmann sowie zur Identitätsbildung dargestellt, um das Verständnis für die Phase der Jugend zu vertiefen.
3 Jugend und Medien: Dieser Hauptteil analysiert das aktuelle Mediennutzungsverhalten, beschreibt die Plattform Instagram und erörtert die Bedeutung der Selbstdarstellung und des "Selfies" für den Identitätsbildungsprozess sowie medienkritische Aspekte.
4 Methodik der Untersuchung: Hier wird das Forschungsdesign skizziert, bestehend aus problemzentrierten Interviews mit vier Jugendlichen, deren Auswertung mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring erfolgt.
5 Auswertung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden dargelegt, wobei Aspekte wie die Nutzung von Instagram, Gründe für die Selbstdarstellung, die Bedeutung von Rückmeldungen sowie wahrgenommene Risiken thematisiert werden.
6 Medienpädagogische Handlungsempfehlungen: Aufbauend auf den Analyseergebnissen werden Empfehlungen erarbeitet, wie Medienkompetenz in schulischen und non-formalen Kontexten gefördert werden kann, um Jugendliche zu schützen.
7 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Bedeutung von Instagram für die Identitätskonstruktion sowie die Notwendigkeit einer reflektierten Medienerziehung.
Jugendliche, Instagram, Identitätsbildung, Selbstdarstellung, Social Media, Sozialisation, Mediennutzung, Problemzentriertes Interview, Peergroup, Medienkompetenz, Selfie, Identitätsentwicklung, Online-Netzwerke, Feedback, Digital Natives.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Selbstdarstellung Jugendlicher in sozialen Online-Netzwerken, speziell auf Instagram, auf ihre Identitätsentwicklung. Sie verbindet sozialisationstheoretische Aspekte mit einer empirischen qualitativen Studie.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen Mediensozialisation, die Bedeutung von virtuellen Peergroups, Mechanismen der Online-Selbstdarstellung (z. B. durch Selfies) und die Risiken digitaler Interaktion.
Ziel ist es zu verstehen, wie Jugendliche Instagram nutzen, um Identität zu konstruieren, ihre Rolle in sozialen Netzwerken zu definieren und welche Rolle Feedback-Mechanismen für ihr Selbstbild spielen.
Die Autorin führte eine qualitative empirische Untersuchung durch, bei der vier Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren mittels problemzentrierter Interviews nach Witzel befragt wurden. Die Auswertung erfolgt nach der Methode von Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich zunächst in die theoretische Herleitung von Sozialisations- und Identitätsmodellen, gefolgt von einer medienpädagogischen Einordnung der Mediennutzung und schließlich der detaillierten empirischen Ergebnisauswertung.
Wesentliche Begriffe sind Identitätsbildung, Selbstdarstellung, Instagram, Jugend, Sozialisation und Medienkompetenz.
Die Peergroup fungiert laut der Untersuchung als zentrale Instanz für soziale Rückmeldung. Likes und Kommentare der Altersgenossen werden als Indikatoren für das soziale Ansehen wahrgenommen und beeinflussen das Selbstwertgefühl der jugendlichen Nutzer.
Die Studie zeigt, dass Jugendliche häufig versuchen, ein idealisiertes Selbstbild zu präsentieren, um positive Resonanz zu erzeugen, was jedoch zu einer Verzerrung der Realität und erhöhtem Druck hinsichtlich des eigenen Erscheinungsbildes führen kann.
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