Masterarbeit, 2021
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Epoche des Vormärz und das Geschichtsdrama
2.1 Vormärz in Deutschland – Charakterisierung einer Epoche
2.2 Stellenwert des Dramas allgemein und des Geschichtsdramas zur Zeit Büchners
2.3 Die Entwicklung des Geschichtsdramas bis zum 19. Jahrhundert
3. Georg Büchner und das Drama der Revolution
3.1 Georg Büchners Zugang zur Revolution und sein revolutionäres Engagement
3.2 Strukturüberlegungen zum Drama
3.3 Büchners Quellenarbeit und Zitations-/Montagetechnik
3.4 Das Bild der Revolution und die Rolle der Geschichte
3.5 Büchners Frauenfiguren
4. Georg Büchner – Geschichtsfatalist und Anti-Idealist?
4.1 Annäherungen an Georg Büchners Geschichtsbild und Kunstauffassung
4.2 Büchners Bild vom ‚großen Mann‘ der Geschichte
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit analysiert Georg Büchners erstes Drama "Danton’s Tod" unter besonderer Berücksichtigung seiner gattungsgeschichtlichen Innovationen für das Geschichtsdrama. Das zentrale Anliegen besteht darin, die Darstellung von Revolution und Geschichte, die dramaturgische Struktur sowie Büchners Handhabung von Zitations- und Montagetechniken zu untersuchen, um den Stellenwert des Werks in der Epoche des Vormärz und dessen Vorbildcharakter für das moderne Drama herauszuarbeiten.
3.3 Büchners Quellenarbeit und Zitations-/Montagetechnik
Büchners akribische Quellenarbeit und seine literarische Verarbeitung der Quellen sind schon seinen Zeitgenossen als besonders aufgefallen. Die Forschung begann mit der quellenkundlichen Arbeit zu Büchner bereits vor dem Ersten Weltkrieg und sie ist bis heute ein wichtiger Aspekt der Auseinandersetzung, gerade in Bezug auf Danton´s Tod. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die Frage nach den historischen und literarischen Quellen in Büchners Werk vollständig zu klären bzw. kann man sogar so weit gehen, es als fast unmöglich zu bezeichnen. Viele Quellen lassen sich eindeutig identifizieren, weil Büchner teils längere Stellen direkt zitiert oder übersetzt hat, aber viele Quellen sind auch unsicher und so einige wohl bis heute unentdeckt, denn die Zuordnung beruht oft auch nur auf Annahmen oder besonders im Fall der literarischen Quellen schlicht auf „spekulativer Einflußforschung“.
Die maßgebliche Ausgabe für die Auseinandersetzung mit Büchner Quellenarbeit und Zitat-/Montagetechnik ist die Marburger Ausgabe. Sie weist zu Danton´s Tod einen quellenbezogenen Text aus, an dem sich Büchners Verfahren gut nachvollziehen lassen. Band 3.3 listet zudem die wichtigsten historischen Quellen auf und kategorisiert sie in bezeugte und nicht gesicherte Quellen sowie Belege für weitere Übernahmen. Seine Hauptquellen - nämlich der 6. Band von Thiers Histoire de la Révolution francaise sowie die Zeitschrift Unsere Zeit, aus der Büchner schon im Elternhaus vorgelesen bekommen hat - hat die Forschung früh und eindeutig identifiziert sowie deren Einarbeitung umfassend untersucht. Thiers Geschichtswerk diente Büchner als inhaltliche Strukturgrundlage für sein Drama.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Büchners Sonderstellung als "Dichter der Moderne" und benennt die Zielsetzung der Arbeit, sein innovatorisches Potenzial in "Danton’s Tod" aufzuzeigen.
2. Die Epoche des Vormärz und das Geschichtsdrama: Dieses Kapitel charakterisiert den Vormärz als politisch brisante Zeit und erörtert die theoretischen Grundlagen sowie die Entwicklung des Geschichtsdramas.
3. Georg Büchner und das Drama der Revolution: Dieser Hauptteil analysiert Büchners politisches Engagement, die dramaturgische Struktur des Werkes, die innovative Montagetechnik, das Bild der Geschichte sowie die spezifische Gestaltung der Frauenfiguren.
4. Georg Büchner – Geschichtsfatalist und Anti-Idealist?: Hier wird Büchners Geschichtsauffassung kritisch hinterfragt und die Frage nach dem "großen Mann" in der Geschichte im Kontext seines anti-idealistischen Weltbildes diskutiert.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und konstatiert Büchners Leistung als experimenteller Innovator, der das Geschichtsdrama nachhaltig geprägt hat.
Georg Büchner, Danton’s Tod, Vormärz, Geschichtsdrama, Revolution, Montagetechnik, Zitate, Historismus, Anti-Idealismus, Frauenfiguren, Drama, Literaturgeschichte, Geschichtsdeterminismus, Performation, Moderne.
Die Arbeit untersucht das Drama "Danton’s Tod" von Georg Büchner und analysiert, wie der Autor durch strukturelle und ästhetische Neuerungen das Genre des Geschichtsdramas revolutioniert hat.
Im Zentrum stehen die Darstellung der Französischen Revolution, das Verhältnis des Einzelnen zur Geschichte, die Rolle von Gewalt sowie die künstlerische Verarbeitung historischer Quellen.
Herauszuarbeiten, inwiefern Büchner in seinem Erstlingsdrama gattungstypische Normen durchbrach, um ein realistisches und kritisch-distanziertes Geschichtsbild zu entwerfen.
Es erfolgt eine detaillierte Textanalyse der dramenimmanenten Aspekte, ergänzt durch einen forschungsgeschichtlichen Rückblick und eine Untersuchung der quellenkundlichen Montagetechnik.
Der Hauptteil widmet sich der Analyse von Büchners revolutionärem Zugang, der dramaturgischen Form, der Zitate-Verwendung und der individuellen Charakterzeichnung – insbesondere von Danton, Robespierre und den Frauenfiguren.
Innovation des Dramas, anti-idealistische Geschichtsauffassung, Performation durch Zitate, soziale Revolution und die Dekonstruktion des Heldenmythos.
Das Zitat fungiert nicht nur als historisches Zeugnis, sondern als Instrument der performativen Macht und politischer Aktionsform, durch das die Protagonisten ihre Rollen auf der "Bühne der Geschichte" einnehmen.
Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen verweigert Büchner eine sinnstiftende oder idealisierende Deutung der Geschichte und zeichnet ein Bild, in dem der Mensch als statistische Figur in einem unkontrollierbaren Prozess agiert.
Büchners Frauenfiguren wie Lucile und Julie entziehen sich der dominanten Theatermetaphorik des Stücks und werden als authentisch private Personen gezeichnet, die dem sinnentleerten Sterben im Drama eine neue Dimension verleihen.
Die Arbeit verneint dies, da Büchner zentrale Elemente einer klassischen Tragödie – wie die hohe Fallhöhe oder das ausweglose Konfliktmodell – bewusst aushebelt und das Drama damit als Prototyp einer neuen, offenen Dramenform etabliert.
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