Examensarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 1,3
1 Vorwort
2 Machtaspekte in Game of Thrones
3 Moralische Codierungen von Macht
4 Symbolische Codierungen von Macht
4.1 Heraldik - Die Herrscherhauser und ihre Machtsymbole
4.2 Swords
5 Mittelalterliche minne und neuzeitliche Liebe im Zeichen politischer Macht
5.1 Ehemodelle und Beziehungsdreiecke
5.2 minne als destruktive Kraft
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolischen und moralischen Codierungen von Machtbeziehungen in der TV-Serie "Game of Thrones" und vergleicht diese mit Konzepten aus der mittelalterlichen deutschen Epik, insbesondere dem Nibelungenlied und Gottfried von Straßburgs Tristan.
4.2 Swords
Dem Schwert Balmung, das Siegfried von den Nibelungen erhalten hat, kommt eine wichtige Bedeutung zu. Zum einen zeigt es Siegfrieds Sieg über die Nibelungen, zum anderen tritt er gewissermaßen in ihre Fußstapfen, zumal es nicht unüblich war, das Königsschwert an den Nachfolger, der meistens der Sohn war, zu übergeben. Von seinem Vater erhält er kein Schwert, jedoch von den Königen, die er besiegt hat. Folglich wird durch Balmung auch Siegfrieds Zugehörigkeit zur mythischen Nibelungenwelt deutlich. Neben dem Schwert nennt er aus dieser auch den Hort und die Tarnkappe sein eigen. Schwert und Held gehen eine Symbiose ein. Die Gegner fürchten sich nicht nur vor Siegfrieds Kraft, sondern auch vor der mythischen Waffe.
Ganz ähnlich wird auch Lord Eddard Stark mit seinem Zweihänder "Ice" dargestellt. Neben der Rechtsbedeutung ist das Schwert vor allem eins: Statussymbol im privaten und öffentlichen Sinn. Es steht für die vollstreckende und verurteilende Gewalt. Im Gegensatz zu Siegfried benötigt Eddard Stark sein Schwert primär zur Urteilsvollstreckung bei Hinrichtungen. Dieses Schwert kann ebenfalls als mythisch bezeichnet werden, da es aus valyrischem Stahl gefertigt wurde. Dieser stammt aus dem untergegangenen Reich Valyria und nur wenige verstehen sich auf das Schmieden dieses seltenen Metalls, sodass nur wenige Waffen davon existieren. Auch Aryas Schwert "Needle" kommt eine besondere Bedeutung zu. Zum einen lehnt sie damit eindeutig ihre Rolle als Frau ab, zum anderen tritt sie in die Fußstapfen ihres Vaters, der als Einziger aus der Familie ein Schwert mit Namen führt.
Schwerter symbolisieren Autorität, Kraft und Macht - in Eddards Fall die Macht, das Leben zu nehmen. Von einer Symbiose kann auch hier gesprochen werden, die auch bei anderen Personen gegeben ist. Joffrey besitzt ein Schwert, das er "Lion’s Tooth" nennt und Eddards Bastardsohn John Snow erhält von Jeor Mormont, dem Lord Commander der Nachtwache, das Schwert "Longclaw", das ebenfalls aus valyrischem Stahl gefertigt wurde. Dass die Schwerter Namen tragen, verdeutlicht ihre besondere Bedeutung und ihre Nähe zum Träger.
1 Vorwort: Einführung in das Thema, Vorstellung des narrativen Kerns von Game of Thrones und Definition der Untersuchungsbasis durch mittelalterliche Epen.
2 Machtaspekte in Game of Thrones: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Machtbegriff, unter Einbeziehung soziologischer Definitionen und dessen Relevanz für die Serienwelt.
3 Moralische Codierungen von Macht: Analyse des Spannungsfeldes zwischen Machtausübung und moralischen Normen, unter besonderer Berücksichtigung frühneuzeitlicher (Machiavelli) und mittelalterlicher Wertesysteme.
4 Symbolische Codierungen von Macht: Untersuchung von Herrschaftssymbolen, spezifisch Wappenbildern und der mythologischen Bedeutung von Schwertern als Statussymbole.
5 Mittelalterliche minne und neuzeitliche Liebe im Zeichen politischer Macht: Vergleich familiärer und politischer Beziehungsstrukturen sowie die Darstellung von Liebe als destruktive Kraft in Epen und Serie.
6 Fazit: Zusammenfassende Synthese der Analyseergebnisse bezüglich der Macht- und Moralcodierungen in den verglichenen Medien.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Game of Thrones, Nibelungenlied, Tristan und Isolde, Macht, Moral, minne, Symbolik, Heraldik, Schwerter, politische Herrschaft, Mittelalterrezeption, Machttheorie, Liebeskonzeption, dynastische Heiraten, Ritterideal.
Die Hausarbeit untersucht die Darstellung und Codierung von Machtbeziehungen in der Serie "Game of Thrones", indem sie diese mit moralischen und symbolischen Konzepten aus der mittelalterlichen deutschen Epik abgleicht.
Zu den zentralen Themen gehören Machttheorie, Symbolik (Wappen, Waffen), das Konzept der höfischen minne und die politische Dimension von Ehen und Beziehungsdreiecken.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich moderne Machtverhandlung in der Serie durch den Vergleich mit mittelalterlichen Vorlagen wie dem Nibelungenlied besser verstehen lässt, insbesondere hinsichtlich des moralischen Verfalls.
Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die primär komparativ arbeitet und dabei soziologische (Machttheorie) sowie historisch-philologische Ansätze zur Mittelalterrezeption nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Machtdefinitionen, eine Analyse von Machtsymbolen (Heraldik und Schwerter) sowie einen umfassenden Vergleich von Liebes- und Ehekonstellationen (Ehemodelle und minne) in Serie und Epos.
Zentrale Begriffe sind Macht (im Sinne der Durchsetzung der eigenen Interessen), Moralordnungen sowie die mittelhochdeutschen Begriffe ere, triuwe, tugent und minne, welche als Vergleichsfolie dienen.
Während minne in den Epen meist eine stark reglementierte, formale Rolle spielt, ist die Liebe in "Game of Thrones" stärker individualisiert und neuzeitlich geprägt, wobei sie in beiden Fällen häufig als destruktive, ordnungsgefährdende Kraft auftritt.
Die Arbeit identifiziert Wappen nicht nur als Identifikationsmerkmale, sondern als politische Machtsymbole, die Auskunft über Stand, Tradition und Herrschaftsanspruch geben; sie fungieren als "Redende Wappen" zur Lokalisierung der Häuser.
Beide Charaktere sind eng mit ihren mythisch aufgeladenen Schwertern (Balmung bzw. Ice) verbunden. Die Arbeit zeigt auf, dass diese Waffen Statussymbole sind, aber auch die Ambivalenz bergen, da sie den Untergang des Schwertträgers oft einleiten oder begleiten.
Die Autorin folgert, dass Macht in "Game of Thrones" weniger auf kontinuierlichen Regeln basiert, sondern durch Intrigen und Gewalt erlangt wird. Moral dient hierbei oft als latente Rechtfertigungsstrategie oder ist in den Köpfen der Charaktere präsent, während sie im öffentlichen Handeln zugunsten von Erfolg und Selbsterhalt zurücktritt.
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