Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Zirkuspädagogik
2.1 Vom Zirkus zur Zirkuspädagogik
2.2 Pädagogische Aspekte
3 Empowerment
3.1 Das Empowerment-Konzept nach Herriger
3.2 Empowerment nach adis e.V.
4 Herausforderungsfelder für queere Jugendliche
4.1 Coming-Out
4.2 Familie
4.3 Schule
4.4 Freizeit- und Sportangebote
4.5 Empowerment
5 Analyse – Zusammenspiel von Zirkustraining und Empowerment
5.1 Queer-Empowerment in der Zirkuspädagogik
5.2 Empowerment in heterogenen Zirkusgruppen
5.3 Empowerment in homogenen queeren Zirkusgruppen
5.4 Anforderungen an pädagogische Begleitung
6 Schlusswort
6.1 Beantwortung der Fragestellung
6.2 Persönliche Reflexion
Diese Bachelorarbeit untersucht das transformative Potenzial der Zirkuspädagogik als Methode zur Stärkung von Empowerment bei queeren Jugendlichen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, welche spezifischen Aspekte zirkuspädagogischer Arbeit die Selbstbehauptung und psychische Resilienz queerer junger Menschen fördern können und unter welchen pädagogischen Rahmenbedingungen dies effektiv umsetzbar ist.
2.1 Vom Zirkus zur Zirkuspädagogik
„Zirkus assoziiert eine besondere Welt, in der scheinbar alles möglich ist. Es ist ein Raum für Unkonventionelles in dem anders sein darf, als es im Alltag erwartet wird. Hier kann man in andere Rollen schlüpfen, der Kreativität freien Lauf lassen. Im Zirkus ist Platz für verrückte Ideen und außergewöhnliches Können.“ (Behrens 2007, S. 7).
Der Zirkus ist mit seinen 200 Jahren noch eine relativ junge Kunstform. Zwar waren Anfänge der Artistik, Jonglage und Tierdressur schon vor ca. 4000 Jahren zu finden, doch hatten diese wenig mit dem heutigen Zirkus zu tun. Im Mittelalter sind vereinzelt Aufzeichnungen von zirzensischen Disziplinen. Hier traten schon Artist*innen, Gaukler*innen, Vagant*innen, Musiker*innen, Tänzer*innen und Komödiant*innen auf. Sie alle waren stets beliebte Gäste auf Festen (Vgl. Winkler 2007, S. 24).
Im Jahr 1768 gab es den ersten sogenannten Zirkus: Der englische Kunstreiter Phillip Astley (1742-1814) hat regelmäßige Aufführungen angeboten bei denen er außer Kunstreiten auch andere artistische Darstellung mit einbezogen hat. Er gilt mit der Eröffnung seines „Astley’s Royal Amphitheatre“ 1786 als Vater des klassischen Zirkus. Die Beschränkung auf feste Räumlichkeiten des Zirkus veränderte sich im Ende des 19. Jahrhunderts. Hier gab es in den Vereinigten Staaten aufgrund der wachsenden Transportmöglichkeiten die ersten wandernden Zirkusse, die ihre Zelte mit auf Reisen nahmen und somit mobil an wechselnden Orten arbeiten konnten. Zudem wurde der Bedarf nach Unterhaltungsgestaltung immer höher, da sich „[m]it der beginnenden Industrialisierung und der Zunahme enfremdeter Arbeit [...] auch das Vergnügungsbedürfnis [steigerte]“ (Müller 1995, S. 10).
1 Einleitung: Einführung in die Ausgangslage queerer Jugendlicher und Darlegung der forschungsleitenden Fragestellung zur Zirkuspädagogik als Empowerment-Medium.
2 Die Zirkuspädagogik: Historische Einordnung des Zirkus und Beschreibung der spezifischen pädagogischen Potenziale sowie Disziplinen innerhalb des zirkuspädagogischen Trainings.
3 Empowerment: Theoretische Grundlegung des Empowerment-Begriffs anhand von Ansätzen von Norbert Herriger und des Antidiskriminierungsvereins adis e.V.
4 Herausforderungsfelder für queere Jugendliche: Dokumentation der spezifischen Diskriminierungserfahrungen und Belastungen queerer Jugendlicher in verschiedenen Sozialisationsbereichen wie Schule, Familie und Sport.
5 Analyse – Zusammenspiel von Zirkustraining und Empowerment: Verknüpfung der theoretischen Empowerment-Konzepte mit der zirkuspädagogischen Praxis, unterteilt nach heterogenen und homogenen Gruppenstrukturen.
6 Schlusswort: Synthese der Ergebnisse sowie persönliche Reflexion über die Bedeutung der Arbeit und Ausblick auf künftige Forschung.
Zirkuspädagogik, Empowerment, queere Jugendliche, Empowerment-Konzept, Antidiskriminierung, Coming-Out, soziale Inklusion, pädagogische Begleitung, Selbstbehauptung, marginalisierte Gruppen, Schutzräume, Identitätsentwicklung, Geschlechtliche Vielfalt, Queer-Empowerment, zirkuspädagogische Intervention.
Die Arbeit untersucht, inwiefern zirkuspädagogische Angebote genutzt werden können, um queere Jugendliche in ihrer Identität zu stärken und sie bei der Bewältigung gesellschaftlicher Diskriminierung zu unterstützen.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Empowerment-Begriffs, die Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen queerer Jugendlicher sowie die praktische Anwendung zirkuspädagogischer Methoden als Instrument zur Stärkung der psychischen und sozialen Resilienz.
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen Zirkuspädagogik und Empowerment-Arbeit zu schlagen, um zu verdeutlichen, wie diese Kombination marginalisierte Jugendliche aktiv fördern kann.
Es handelt sich vorwiegend um eine theoretische Literaturanalyse, die bestehende wissenschaftliche Konzepte, Studien zu queeren Jugendlichen und fachdidaktische Ansätze der Zirkuspädagogik miteinander in Bezug setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis (Empowerment nach Herriger/adis e.V.), die Analyse der Lebenswelt queerer Jugendlicher und die detaillierte Untersuchung zirkuspädagogischer Arbeit in verschiedenen Gruppensettings (heterogen vs. homogen).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zirkuspädagogik, Empowerment, Queer-Empowerment, Identität und soziale Inklusion in der Jugendarbeit charakterisieren.
Der „Defizit-Blick“ wird als Gegenpol zum Empowerment dargestellt, den die Autorin durch die im Zirkus vermittelte Stärkenorientierung und Selbstermächtigung überwinden möchte.
Die Regenbogenkompetenz bezeichnet das notwendige Fachwissen und die reflektierte Haltung von Pädagog*innen, um queere Lebensrealitäten anzuerkennen, aktiv gegen Diskriminierung im Zirkusumfeld vorzugehen und diskriminierungsfreie Räume zu gestalten.
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