Bachelorarbeit, 2022
74 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Persönliche Motivation und Herleitung des Themas
1.2 Vom Thema zur Fragestellung
1.3 Methodik
1.4 Relevanz für die Soziale Arbeit
1.5 Begriffsbestimmungen
1.5.1 Heterosexualität und Cis-Geschlechtlichkeit
1.5.2 LGBTQIA+
1.5.3 Nicht-Binarität und Geschlechtsdysphorie
1.5.4 Coming-out
1.5.5 Homosexualität und Homophobie
1.5.6 Heteronormativität und Heterosexismus
1.5.7 Schulsozialarbeit
2. Jugend und Adoleszenz
2.1 Psychosoziale Krisen nach Erikson
2.2 Entwicklungsaufgaben nach Havighurst
2.3 Vergleich mit heutigen Herausforderungen junger Menschen
2.4 Entwicklung unterschiedlicher Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten
2.5 Zwischenfazit
3. Risikofaktoren von queeren Jugendlichen
3.1 Diskriminierung von LGBTQIA+
3.2 Gewalterlebnisse
3.3 Mobbing
3.4 Psychische Risiken
3.5 Zwischenfazit
4 Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Schule
4.1 LGBTQIA+ im Lehrplan
4.1.1 Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation
4.1.2 Untersuchung des Kerncurriculums
4.1.2.1 Schulfach Werte und Normen
4.1.2.2 Schulfächer der Naturwissenschaften
4.1.2.3 Sachkundeunterricht (Grundschule)
4.2 Lehrende und sexuelle/geschlechtliche Vielfalt
4.2.1 Akzeptanz von LGBTQIA+
4.2.2 Darstellung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Unterricht
4.3 Schüler*innen und LGBTQIA+
4.4 Zwischenfazit
5. Schulsozialarbeit und LGBTQIA+
5.1 Berufsverständnis der Sozialen Arbeit
5.2 Herausforderungen und Chancen der Schulsozialarbeit
5.3 Zum Umgang sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in der Schulsozialarbeit
5.3.1 Schulsozialarbeit und Lehrende
5.3.2 Schulsozialarbeit und Schüler*innen
5.3.3 Schulsozialarbeit und Eltern
5.4 Projekte an Schulen gegen Homophobie*
5.5 Zwischenfazit
6. Schlussfolgerungen und Erkenntnisse
6.1 Erkenntnisse dieser Bachelorarbeit
6.2 Beantwortung der Thesis
Die Arbeit untersucht den Beitrag, den die Soziale Arbeit im schulischen Kontext leisten kann, um die Lebensrealität queerer Schüler*innen präventiv und aktiv zu verbessern. Dabei wird beleuchtet, wie Schule und Schulsozialarbeit mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt umgehen, mit welchen Diskriminierungsgefahren betroffene Jugendliche konfrontiert sind und wie professionelle Unterstützung durch Schulsozialarbeit zur Akzeptanzförderung beitragen kann.
1 Einleitung
„Es ging dann halt soweit, dass dann irgendwann ich durch irgendeinen Gang gelaufen bin irgendwelche wildfremden Schüler mit denen ich nie was zu tun hatte, halt so beim vorbeigehen mich Schwuchtel genannt haben oder mir irgendwie eine Ohrfeige gegeben haben. Und ich hab’s dann halt extrem abgestritten, weil ich dann gemerkt habe, das ist uncool. …. Es war dann für mich irgendwann so schlimm, weil ich gemerkt habe, die Gesellschaft wird mich eh nicht akzeptieren. … Sobald ich aus der Haustür rausgehe, werde ich geschlagen, von irgendwelchen Wildfremden. Ja jedenfalls habe ich dann äh festgestellt, egal was ich mache, ich kann nichts dagegen tun und die einzige Lösung, die ich sehe, ist es halt zu beenden. Und ich hab dann ähm wir haben halt zwei Badezimmer gehabt und im kleinen Badezimmer waren die Medikamente. …. Ich habe dann nach irgendwas gesucht, wat vielleicht et beenden könnte, und ich hab halt Schlaftabletten gefunden. Und ich wusste zu dem Zeitpunkt, wenn man zu viele Schlaftabletten nimmt, dass man vielleicht einfach nicht mehr aufwacht. Ich habe dann die ganze Packung geschluckt. … Also ich hatte Angst davor, aber ich hatte noch mehr Angst zur Schule zu gehen. … Keiner hat was geahnt, ich hab’s auch niemandem gesagt, ich hab halt alles mit mir selber ausgemacht.“ (Behmer & Anonym, 2020, 43:24-51:28)
Diese Worte stammen von Justin Behmer aus dem queeren Podcast „Auf Toast“ und beziehen sich auf seine Lebensrealität, als er in der 7. Klasse war. Justin überlebt, da sich die Schlaftabletten im Nachhinein als Baldriantabletten herausstellen.
„Ey du Schwuchtel!“ „Bist du etwa ´ne Kampflesbe?“ „Verpiss dich, du Transe!“
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, erläutert die Motivation der Autorin und legt die forschungsleitenden Fragestellungen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2. Jugend und Adoleszenz: Dieses Kapitel betrachtet die allgemeinen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter mittels entwicklungspsychologischer Modelle und spannt den Bogen zur Lebensrealität heutiger Jugendlicher.
3. Risikofaktoren von queeren Jugendlichen: Hier werden die spezifischen Risiken und Belastungen wie Diskriminierung, Gewalt, Mobbing und psychische Folgen für queere Jugendliche detailliert analysiert.
4 Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Schule: Das Kapitel untersucht die Verankerung queerer Themen in Lehrplänen und beleuchtet die Einstellungen sowie die fachliche Kompetenz von Lehrenden in diesem Bereich.
5. Schulsozialarbeit und LGBTQIA+: Dieser Teil analysiert das Berufsverständnis, die Chancen und Herausforderungen der Schulsozialarbeit im Kontext von LGBTQIA+ und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf.
6. Schlussfolgerungen und Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und beantwortet systematisch die zu Beginn aufgestellten Forschungsfragen.
Schulsozialarbeit, LGBTQIA+, queere Jugendliche, Heteronormativität, Diskriminierung, Coming-out, sexuelle Vielfalt, geschlechtliche Vielfalt, Schule, Homophobie, Adoleszenz, Schulklima, Inklusion, psychosoziale Gesundheit, Bildungsauftrag.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit den Herausforderungen und Chancen auseinander, die die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt von Schüler*innen für die Schulsozialarbeit mit sich bringt.
Zentral sind die Lebensrealität queerer Jugendlicher, ihre spezifischen Risikofaktoren in Schule und Alltag, sowie die Rolle der Institution Schule und der Schulsozialarbeit als Unterstützungssystem.
Das primäre Ziel ist es darzulegen, warum ein toleranter Umgang mit Vielfalt sowie umfassende Aufklärung bereits ab dem Jugendalter gesellschaftspolitisch und entwicklungspsychologisch sinnvoll und notwendig sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Studienanalyse, die entwicklungspsychologische Theorien und empirische Forschungsdaten zu Diskriminierungserfahrungen und Einstellungen an Schulen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in Entwicklungspsychologie der Adoleszenz, Risikofaktoren für queere Jugendliche, die Darstellung queerer Themen in Lehrplänen und durch Lehrkräfte sowie konkrete Ansatzpunkte und Kompetenzen für die Schulsozialarbeit.
Kernbegriffe sind Diskriminierung, Heteronormativität, queere Identitäten, Adoleszenz, Schulsozialarbeit und Aufklärungsarbeit.
Sie liefert fundierte Einsichten in die Diskriminierungserfahrungen queerer Schüler*innen und zeigt auf, welche Fachkompetenzen für einen diskriminierungsfreien und unterstützenden Schulalltag unerlässlich sind.
Schulsozialarbeit ist als professioneller, wertefreier Akteur gefordert, der einerseits Einzelfallhilfe leistet und andererseits strukturelle Schulentwicklungsprozesse für mehr Akzeptanz vorantreibt.
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