Bachelorarbeit, 2022
87 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
2. Jugendsprache
2.1 Luxusentlehnungen
2.2 Abkürzungen
2.3 Rituelle Beschimpfungen
2.4 Visualität der Jugendsprache
3. Definition des Kiezdeutschen
3.1 Auslassung von definiten und indefiniten Artikeln
3.2 Auslassung von Präpositionen und die Kombination von Präposition und Artikel
4. Empirische Untersuchung des Gebrauchs von Jugendsprache in den sozialen Medien
4.1 Forschungshypothesen
4.2 Methodik
5. Auswertung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung
5.1 Persönliche Merkmale
5.2 Allgemeine Auswertung
5.3 TikTok Auswertung
5.4 WhatsApp Auswertung
5.5 Instagram Auswertung
6. Ergebnisse
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Gebrauch von Jugendsprache sowie Merkmalen des Kiezdeutschen in den sozialen Medien TikTok, WhatsApp und Instagram. Ziel ist es, Unterschiede in der Verwendung dieser Sprachformen in Abhängigkeit von soziodemografischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund und Bildungsgrad aufzuzeigen.
2.3 Rituelle Beschimpfungen
Ein weiteres Merkmal der Jugendsprache sind die rituellen Beschimpfungen. Diese werden auch als „Fäkalsprache“ (Neuland 2018a: 31). bezeichnet. In der Alltagssprache werden Beschimpfungen verwendet, um jemanden zu beleidigen (vgl. Dudenredaktion, 01.03.2022). Diese Ausdrücke sind eine „Verbalattacke“ (Marossek 2016: 64) und werden oft von Jugendlichen nicht in „beleidigender provozierender“ (Neuland 2018a: 31) Weise verwendet, sondern „in scherzhafter Absicht“ (Neuland 2018a: 31). Rituelle Beschimpfungen sind in ihrer Funktion abhängig von der Gesprächssituation. Sie können zum Beispiel zur Begrüßung, zur Verabschiedung oder zur Überbrückung von Gesprächslücken verwendet werden (vgl. Marossek 2016: 64f). Als Gruppenmitglied ist es wichtig, diese Kommunikationsmuster zu beherrschen, um akzeptiert zu werden. Es ist festzustellen, dass das Sprechhandeln der Jugendlichen weniger „ziel- und aufgabenorientiert“ (Walther 2018b: 304) ist. Vielmehr sind beispielsweise spielerische Beschimpfungen zu beobachten (vgl. Walther 2018b: 304). Zudem möchten sich die Jugendlichen durch die Verwendung ritueller Beschimpfungen gegenseitig Respekt verschaffen (vgl. Marossek 2016: 65).
Bei rituellen Beschimpfungen ist der*die Empfänger*in meist anwesend (vgl. (25)-(27)). Die Ausdrücke werden direkt an ihn gerichtet und zugleich werden (vgl. Walther 2014: 81) „gängige Höflichkeitsnormen außer Kraft gesetzt“ (Walther 2014: 81). Es lässt sich beobachten, dass die rituellen Beschimpfungen in scherzhafter Absicht nur „innerhalb intimer und gefestigter sozialer Beziehungen [auftreten], d.h. sie treten hauptsächlich zwischen guten Freund*innen und Bekannten, zwischen Familienangehörigen sowie zwischen eng vertrauten Personen auf“ (Walther 2014: 85).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Sprachwandels in sozialen Medien ein und definiert das Ziel, regionale und demografische Unterschiede in der Nutzung jugendsprachlicher Merkmale zu untersuchen.
2. Jugendsprache: Dieses Kapitel definiert Jugendsprache als variables Phänomen und behandelt die vier Hauptmerkmale: Luxusentlehnungen, Abkürzungen, rituelle Beschimpfungen und die Visualität durch Emojis.
3. Definition des Kiezdeutschen: Hier wird Kiezdeutsch als dynamischer Dialekt und Spielart des Deutschen beschrieben, wobei der Fokus auf Artikelauslassungen sowie dem Entfall von Präpositionen liegt.
4. Empirische Untersuchung des Gebrauchs von Jugendsprache in den sozialen Medien: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen der Fragebogenstudie sowie die aufgestellten Forschungshypothesen zur sprachlichen Variabilität innerhalb der Zielgruppe.
5. Auswertung der Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Das Kapitel präsentiert die quantitativen Daten, unterteilt in persönliche Merkmale der Teilnehmenden sowie die spezifischen Analysen der drei genutzten Plattformen.
6. Ergebnisse: Die Ergebnisse diskutieren die bestätigten und widerlegten Hypothesen in Bezug auf die Korrelation zwischen Sprachgebrauch und den untersuchten demografischen Faktoren.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und reflektiert die Möglichkeiten sowie Grenzen der durchgeführten quantitativen Studie.
Jugendsprache, Kiezdeutsch, Soziale Medien, TikTok, WhatsApp, Instagram, Luxusentlehnung, Abkürzungen, Rituelle Beschimpfungen, Emojis, Empirische Untersuchung, Sprachwandel, Soziolinguistik, Fragebogenstudie, Varietäten.
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche Jugendsprache und Merkmale des Kiezdeutschen in sozialen Netzwerken wie TikTok, WhatsApp und Instagram anwenden.
Thematisiert werden die sprachlichen Besonderheiten der Generation, insbesondere in digitalen Kommunikationsräumen sowie der systematische Gebrauch von Kiezdeutsch-Strukturen.
Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Sprachgebrauch und Variablen wie Alter, Geschlecht, Bildungsgrad und Migrationshintergrund empirisch zu belegen.
Es wurde eine anonyme, quantitative Fragebogenstudie durchgeführt, an der 171 Personen teilnahmen.
Im Zentrum stehen Abkürzungen, Luxusentlehnungen, rituelle Beschimpfungen, Emojis sowie die Auslassung von Artikeln und Präpositionen im Kiezdeutschen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendsprache, Kiezdeutsch, Digitale Alltagskommunikation und Soziolinguistik definieren.
Die Studie deutet darauf hin, dass die Wahl des Mediums (z.B. privat bei WhatsApp vs. öffentlich bei Instagram) einen signifikanten Einfluss auf die Anwendung sprachlicher Auffälligkeiten bei den Nutzern hat.
Die Erkenntnisse zeigen, dass jugendsprachliche Merkmale keine starren Regeln unterliegen, sondern durch soziale Interaktion, Gruppenzugehörigkeit und das mediale Umfeld stetig neu geformt werden.
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