Forschungsarbeit, 1995
35 Seiten, Note: 1
1. Fragestellung und Einordnung in den aktuellen Theoriediskurs
2. Forschungsstand
3. Datensatz und Vergleich mit amtlichen Daten
3.1. Grundgesamtheit des Familiensurveys und Grundgesamtheit der amtlichen Statistik
3.2. Vergleich der Surveydaten mit der amtlichen Statistik
3.3 Gründe für die Abweichungen und weitere Einschränkungen der Repräsentativität
4. Deskriptiver Teil
4.1. Grundlagen der Untersuchung
4.2. Auswahl der Grundgesamtheit
4.3. Univariate Verteilung der Altersabstandsvariablen
4.4. Verschiedene Aspekte des Altersabstands
5. Bivariate Analyse
5.1. Grundsatzentscheidungen
5.2. Forschungslogik und Hypothesenableitung
5. 3. Ergebnisse der bivariaten Analyse
6. Multivariate Analyse
6.1. Anwendungsvorausetzungen und Transformation der Prädiktoren
6.2. Regressionsmodelle und Interpretation der Ergebnisse
7. Zusammenfassung
9. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis empirischer Daten, inwieweit die traditionelle Norm des "ungleichen Paares" – charakterisiert durch einen älteren Mann und eine jüngere Frau – in modernen Partnerschaften noch Bestand hat oder sich im Zuge zunehmender Individualisierung auflöst.
1. Fragestellung und Einordnung in den aktuellen Theoriediskurs
Partnerwahl Mitte der neunziger Jahre: Immer noch geprägt von uralten Mustern? Er muß und will größer, älter und stark sein, sie muß und will kleiner, jünger und hübsch sein? Welche Bedeutung haben Merkmale wie Körpergröße, Attraktivität, Alter, Bildung und ökonomische Situation? Ist die Norm des ungleichen Paares, verbunden mit Rollenzuweisung und Machtgefälle, nicht vielmehr überholt?
In dieser Arbeit wollen wir uns auf eine der genannten Normen konzentrieren: Gegenstand einer empirischen Analyse soll der Altersunterschied in Paarbeziehungen sein. Es soll untersucht werden, ob die Norm der jüngeren Partnerin, respektive des älteren Partners, tatsächlich noch uneingeschränkte Gültigkeit hat oder in der Auflösung begriffen ist und inwieweit die Beobachtungen soziologich begründet werden können. Dieser Forschungsbericht ist Ergebnis unserer einsemestrigen Arbeit zu dieser Fragestellung.
Die aktuelle Entwicklungsrichtung fortgeschrittener Wohlfahrtsstaaten wie der Bundesrepublik Deutschland ist durch hochkomplexe, interdependente Tendenzen in den verschiedensten Lebensbereichen gekennzeichnet: innovative Formen der Arbeitsteilung, Flexibilisierung von Arbeits-, Frei- und Rentenzeiten, anhaltende Bildungsexpansion, immer umfassendere Risikenabsicherung durch sozialstaatliche Transferleistungen, emanzipatorische Fortschritte in Politik und Rechtssprechung, aufbrechende Normen- und Wertstrukturen, um nur einige zu nennen.
1. Fragestellung und Einordnung in den aktuellen Theoriediskurs: Einführung in die Thematik der Partnerwahl unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Individualisierungstendenzen.
2. Forschungsstand: Überblick über sozialpsychologische und soziologische Erklärungsansätze für altersendogame Paarbeziehungen.
3. Datensatz und Vergleich mit amtlichen Daten: Vorstellung der Datenbasis des Familiensurveys von 1988 und Validierung durch Vergleich mit amtlichen Statistiken.
4. Deskriptiver Teil: Univariate Analyse des Altersabstands sowie Untersuchung soziodemografischer Zusammenhänge.
5. Bivariate Analyse: Untersuchung von Zusammenhängen zwischen der Altersabstandsvariablen und verschiedenen Prädiktoren in getrennten Stichproben für Männer und Frauen.
6. Multivariate Analyse: Durchführung von Regressionsmodellen zur Identifikation der stärksten Einflussgrößen auf die Altersdifferenz.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Diskussion der Erklärungskraft der untersuchten Modelle.
9. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.
Altersendogamie, Partnerwahl, Familiensurvey, soziologische Erklärungsansätze, Individualisierung, Altersabstand, Regressionsanalyse, Heiratsverhalten, Sozialisation, Rollenorientierung, demografische Faktoren, Bildungsstand, Partnerselektion.
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Untersuchung von Altersunterschieden in Paarbeziehungen und der Frage, ob traditionelle Muster der Partnerwahl noch Bestand haben.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Erforschung der Partnerwahl, den Einfluss von Bildung und Alter auf die Altersdifferenz sowie die Überprüfung von normativen und strukturellen Erklärungsmodellen.
Das Ziel ist zu analysieren, ob die Norm, wonach Männer älter und Frauen jünger sind, in der Gesellschaft der neunziger Jahre noch gilt oder ob sie durch gesellschaftlichen Wandel abgelöst wurde.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Analyse unter Verwendung des Datensatzes des Familiensurveys 1988, wobei univariate, bivariate und multivariate statistische Verfahren wie Regressionsanalysen zum Einsatz kommen.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen, die deskriptive Auswertung der Daten, die bivariate Analyse zur Hypothesenprüfung sowie die multivariate Regressionsanalyse zur Identifikation der stärksten Prädiktoren.
Wichtige Begriffe sind Altersendogamie, Partnerwahl, Familiensurvey, Individualisierung, Altersabstand und Regressionsanalyse.
Die Ergebnisse zeigen, dass für Männer mit höherem Schulabschluss der Altersabstand zur Partnerin tendenziell sinkt, während der Schulabschluss bei der Partnerselektion von Frauen keine signifikante Rolle spielt.
Es zeigt sich eine deutlich geringere Erklärungskraft der Modelle für die Frauenstichprobe, was darauf hindeutet, dass die Partnerwahl bei Frauen möglicherweise individuelleren oder psychologischen Mustern folgt als bei Männern.
Da der Altersabstand ein zentrales Merkmal für die Untersuchung der Norm des "ungleichen Paares" ist, dient er als Indikator, um zu prüfen, welche soziologischen Faktoren die Wahl des Altersunterschieds beeinflussen.
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