Wissenschaftliche Studie, 2007
17 Seiten
Zusammenfassung:
1 Hintergrund und Fragestellung
2 Ursachen sozial ungleicher Erkrankungsrisiken
3 Bedeutung für Prävention und Intervention
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die ungleiche Verteilung degenerativer Gelenkerkrankungen in verschiedenen sozialen Schichten, mit dem Ziel, ein multidisziplinäres Erklärungsmodell zu entwickeln und konkrete Ansatzpunkte für präventive sowie therapeutische Maßnahmen aufzuzeigen.
Strukturelle These
Bedeutender in der Erklärung von Statusunterschieden bei orthopädischen Erkrankungen sind hingegen Arbeitsbedingungen, welche bezüglich der Sozialschichten unterschiedlich verteilt sind [13]. Was die Arbeitsbelastungen angeht, existieren soziale Unterschiede bei folgenden Einflussgrößen:
– Körperliche Beanspruchungen: Tätigkeitsbedingte Über- und Fehlbeanspruchungen können zu unphysiologischen Belastungen der Muskeln, Sehnen und Gelenke sowie der Wirbelsäule und der Bandscheiben führen [15]. Darüber hinaus sind unter anderem auch berufliche Verletzungs- und Unfallrisiken sozial ungleich verteilt [8]. Derartige Traumata können wiederum Ausgangspunkt für bspw. sekundäre Arthrosen sein.
– Umgebungseinflüsse: Physikalische, chemische und biologische Noxen am Arbeitsplatz, wie etwa das Arbeiten in Kälte und Nässe, können bspw. stumme Gonarthrosen u.ä. ebenfalls beeinträchtigen.
– Psychische Beanspruchung: Spezifische Arbeitssituationen (wie etwa Stressbelastungen) können sich auch in psychischen Belastungen niederschlagen [Pfad von (1) nach (6)].
Zusammenfassung: Das Kapitel erläutert das höhere Erkrankungsrisiko für Gelenkerkrankungen bei Arbeitern im Vergleich zu Angestellten und skizziert die multidisziplinäre Herangehensweise der Arbeit.
1 Hintergrund und Fragestellung: Dieses Kapitel führt in den „Schichtgradienten“ degenerativer Gelenkerkrankungen ein und zeigt auf, dass soziale Diskrepanzen in der Prävalenz bisher in der klinischen Forschung unzureichend berücksichtigt werden.
2 Ursachen sozial ungleicher Erkrankungsrisiken: Hier wird ein neues Modell vorgestellt, das verschiedene Erklärungsansätze wie materielle, strukturelle, kulturelle, lebensstilbezogene, psychosoziale und biologische Faktoren systematisch zusammenführt.
3 Bedeutung für Prävention und Intervention: Das abschließende Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis und leitet auf Basis des Modells Möglichkeiten für verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen ab.
Osteoarthrose, Prävention, epidemiologische Determinanten, Risikofaktoren, Prävalenz, Schichtgradient, soziale Ungleichheit, Gesundheitsförderung, Muskelskelettsystem, orthopädische Erkrankungen, Lebensstil, Arbeitsbedingungen, Gesundheitsökonomie, multidisziplinäres Modell, Patientenversorgung.
Die Arbeit befasst sich mit der Beobachtung, dass degenerative Gelenkerkrankungen sozial ungleich verteilt sind, und untersucht die Hintergründe dieses Phänomens.
Zentrale Felder sind die Epidemiologie orthopädischer Erkrankungen, der Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit sowie die theoretische Fundierung eines Modells zur Krankheitsentstehung.
Das Ziel ist es, die Ursachen für die ungleiche Gesundheitsbelastung systematisch in einem Modell zu erfassen und Ärzten sowie Präventionsakteuren konkrete Handlungsempfehlungen zu geben.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären, theoretischen Ansatz, der verschiedene soziologische und epidemiologische Thesen (materielle, strukturelle, kulturelle etc.) synthetisiert.
Im Hauptteil werden verschiedene Thesen – wie die materielle, strukturelle und kulturelle These – differenziert diskutiert und in ein multifaktorielles Erklärungsmodell überführt.
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Schichtgradient, Osteoarthrose, Prävention, epidemiologische Determinanten und soziale Ungleichheit.
Der Schichtgradient macht deutlich, dass Krankheiten wie Arthrose oder Osteoporose nicht zufällig auftreten, sondern signifikant häufiger Personen in unteren sozialen Statusgruppen betreffen.
Arbeitsbedingungen wirken sich über körperliche Fehlbelastungen, Umgebungseinflüsse wie Kälte und Nässe sowie durch psychische Stressfaktoren negativ auf das Risiko für Gelenkerkrankungen aus.
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