Masterarbeit, 2022
107 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Terminologien
2.1. Heterogenität und Homogenität in der Schule
2.2. Soziale Herkunft
3. Chancenungleichheit im Bildungssystem
3.1. Auswirkung der sozialen Herkunft und des Zuwanderungsstandes auf die Schulleistungen
3.1.1. PISA Studie
3.1.2. IGLU Studie
3.1.3. IQB-Bildungstrend
3.2. Soziale Bildungsbenachteiligung in der Schule
3.2.1. Bildungsbenachteiligung im Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe I
3.2.2. Bildungsbenachteiligung in der Sekundarstufe I und II
3.3. Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Schule
3.4. Erklärungsansätze für die Benachteiligung im Bildungssystem
3.4.1. Humankapitaltheoretische Erklärung
3.4.2. Kulturelles Kapital
3.4.3. Primäre und sekundäre Herkunftseffekte
3.4.4. Bildungsinstitutionelle Erklärung
4. Heterogenität im Bildungssystem
4.1. Dimensionen von Heterogenität
4.1.1. Familiärer Hintergrund
4.1.2. Bildungssprache
4.2. Heterogenität als komplexe Anforderung an das Handeln der Lehrkräfte
4.3. Schule als Chance – Konzepte zum Umgang mit Heterogenität in der Schule
4.3.1. Sprachförderung
4.3.2. Innere Differenzierung im Unterricht
4.3.3. Interkulturelle Bildung in der Schule
4.4. Zukünftige Herausforderungen und Ansatzpunkte für den Abbau von Ungleichheiten
5. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und ihrem individuellen Bildungserfolg im deutschen Schulsystem. Dabei analysiert die Autorin, inwieweit unterschiedliche familiäre Ressourcen die Schulleistungen beeinflussen und auf welchen Etappen des Bildungsweges sich Benachteiligungen für bestimmte Schülergruppen besonders manifestieren, um daraus Ansatzpunkte für eine gerechtere schulische Praxis abzuleiten.
1. Einleitung
„Über 40 Prozent der Gymnasien haben eine Schülerschaft, die in der Mehrheit der oberen Mittelschicht angehört; ihre Väter oder Mutter sind Akademiker, Führungskräfte und selbstständige Unternehmer mit mindestens zehn Angestellten. Umgekehrt konzentrieren sich in Sonderschulen und einem Teil der Hauptschulen Jugendliche aus sozial schwachen Familien.“ (Artelt et al., 2001, S. 45).
Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten PISA-Studie (2001) wurde nicht nur bekannt gegeben, dass die Schulleistungen von Schülerinnen und Schülern signifikant unter dem OECD-Durchschnitt liegen (vgl. Baumert et al., 2003, S. 12), sondern auch bewiesen, dass in Deutschland ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Kompetenzerwerb besteht (vgl. Baumert et al., 2003, S. 60). Dieser sogenannte PISA-Schock führte dazu, dass die starke soziale Selektion im deutschen Bildungssystem angesprochen wurde, wodurch verschiedene Bildungsreformen eingesetzt wurden. Durch die Bildungs- und Sozialstrukturforschung konnte gezeigt werden, dass in allen Bildungsbereichen Ungleichheiten, ausgelöst durch soziale Herkunft, Zuwanderungshintergrund und Geschlecht nachweisbar sind. Dabei werden gerade Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sowie Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund von dieser Bildungsbenachteiligung betroffen (vgl. Maaz & Dumont, 2019, S. 300 f.). Diese Benachteiligung von bestimmten Schülerinnen- und Schülergruppen wird in der heutigen Zeit unter anderem durch die neuste PISA-Studie (2018) bewiesen.
In Deutschland hat jeder junge Mensch unabhängig von seiner wirtschaftlichen und sozialen Herkunft, seinem Geschlecht und seiner Behinderung ein Recht auf schulische Bildung. So wird durch das Grundgesetz als auch durch das Schulgesetz der Zugang zur schulischen Bildung für alle Schülerinnen und Schüler geöffnet (vgl. § 1 Abs. 1 & 2, SchulG NRW; vgl. Art. 3 GG). Diese Öffnung des Bildungszugangs ist dahingehend wichtig, da die Bildung durch die Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürger, die Grundlage für die Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben bildet und eine langfristige Auswirkung auf die Lebensumstände und -zufriedenheit eines Individuums hat (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2016, S. 50). Es ist also unumstritten, dass Bildungsabschlüsse eine zentrale Rolle für den Erwerb einer gesellschaftlich anerkannten Position spielen und somit eine Voraussetzung für die sozialen Integrationsprozesse sind (vgl. Baader & Freytag, 2017, S. VI).
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Chancengleichheit vor dem Hintergrund des PISA-Schocks und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit hinsichtlich der Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft.
2. Terminologien: Hier werden zentrale Begriffe wie Heterogenität, Homogenität und soziale Herkunft definiert, um ein wissenschaftliches Verständnis für die nachfolgenden Analysen zu schaffen.
3. Chancenungleichheit im Bildungssystem: Dieses Kapitel analysiert anhand verschiedener Studien wie PISA und IGLU den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Zuwanderung und schulischer Kompetenz und diskutiert Mechanismen wie institutionelle Diskriminierung sowie verschiedene theoretische Erklärungsansätze.
4. Heterogenität im Bildungssystem: Hier werden Dimensionen der Heterogenität (familiärer Hintergrund, Sprache) betrachtet und pädagogische Handlungskonzepte wie Sprachförderung und innere Differenzierung als Möglichkeiten für Lehrkräfte zum Umgang mit heterogenen Lerngruppen vorgestellt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen empirischen Befunde zusammen und leitet Schlussfolgerungen für die Lehrerausbildung sowie für eine professionelle, diskriminierungssensible Unterrichtspraxis ab.
Chancengleichheit, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, PISA-Studie, IGLU-Studie, Heterogenität, institutionelle Diskriminierung, Humankapital, kulturelles Kapital, Sprachförderung, innere Differenzierung, Bildungssystem, Migrationshintergrund, Schulleistung, adaptive Lehrkompetenz.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft, Zuwanderung und Bildungserfolg in Deutschland und untersucht, wie Bildungsinstitutionen diese Unterschiede (re-)produzieren.
Zentrale Themen sind die soziale Selektion im Schulsystem, der Einfluss von kulturellem und ökonomischem Kapital sowie der Umgang mit Heterogenität im Unterricht.
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Bildungserfolg von Schülern von deren sozialer Herkunft abhängig ist und an welchen Etappen des Bildungsweges Benachteiligungen explizit hervortreten.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die Erkenntnisse aus umfangreichen Schulleistungsstudien (PISA, IGLU, IQB-Bildungstrend) sowie soziologische Erklärungsmodelle synthesisert.
Im Hauptteil werden zunächst die Schulleistungen nach Herkunft analysiert, anschließend die Mechanismen der bildungsbezogenen Benachteiligung im Übergangssystem sowie institutionelle Diskriminierung und schließlich pädagogische Konzepte zur Bewältigung dieser Heterogenität diskutiert.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Chancenun(gleichheit), Bildungsbenachteiligung, kulturelles Kapital, institutionelle Diskriminierung und adaptive Lehrkompetenz.
Studien zeigen, dass Lehrkräfte bei ihren Empfehlungen häufiger Faktoren wie das soziale Umfeld und vermeintliche Erwartungen an das Elternhaus einbeziehen, anstatt sich rein am individuellen Leistungsstand zu orientieren (Referenzgruppeneffekt).
Entgegen der ursprünglichen Absicht der Bildungsreform, durch alternative Wege (z.B. Abendschulen) sozial Benachteiligten zu helfen, zeigen Daten, dass diese Angebote oft von ohnehin sozial privilegierten Gruppen genutzt werden, was Ungleichheiten teilweise weiter verstärkt.
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