Diplomarbeit, 2007
103 Seiten, Note: 2
1. Einleitung und allgemeine Darstellung der Arbeit
2. Forschungsleitende Fragestellung und Methodik
2.1. Hypothese
3. Der Terminus des „Dritten Lagers“
4. Rechtliche Dimension
4.1. Allgemeine Situation
4.2. Rechtsgrundlagen
4.2.1. Die Wahlbehörden
4.2.2. Wahlpartei vs. Politische Partei
4.2.3. Parlamentarische Fraktionen (Klubs)
4.3. Juristisches Gesamturteil
4.3.1. Besetzung der Bundeswahlbehörde/ Bezeichnung „freiheitlich“
4.3.2. Förderung politischer Bildungsarbeit und Publizistik
5. Geschichte des Dritten Lagers
5.1. Das nationale Lager - Von seiner Entstehung bis 1945
5.2. Der Verband der Unabhängigen (VDU)
5.3. Die FPÖ bis 1986
5.4. Die FPÖ bis 2005
5.4.1.Die FPÖ als Oppositionspartei – Die Ära Haider
5.4.2.Die Regierungsbeteiligung der FPÖ
5.4.3.Der Weg nach „Knittelfeld“
5.4.4.Die Delegiertenversammlung in „Knittelfeld“
5.4.5.Die Spaltung
5.4.6.Der „freiheitliche Kampf“
6. Programmatische Entwicklung bzw. Brüche
6.1.Der Begriff „Parteiprogramm“
6.2.Funktion von Parteiprogrammen
6.3.Typologien von Parteiprogrammen
6.4.Geschichtlicher Überblick über die Parteiprogramme
6.4.1.Parteiprogramme des VDU
6.4.2.Parteiprogramme der FPÖ
6.5.Die Parteiprogramme
6.5.1. Das erste VDU- Programm von 1949
6.5.2. Das „Ausseer-Programm“ des VDU
6.5.3 .Das erste Parteiprogramm der FPÖ
6.5.4. Das „Salzburger Bekenntnis der FPÖ“ von 1964
6.5.5.. Das „Ischler Parteiprogramm“ von 1968 und das Wahlprogramm 70
6.5.6. Das „Freiheitliche Manifest zur Gesellschaftspolitik“ 1973
6.5.7. Das „Salzburger Parteiprogramm“ von 1985
6.5.8. Die „programmlose“ Zeit von 1986 – 1997
6.5.9. Das „Linzer Parteiprogramm“ von 1997
6.5.10. 27. Ordentlicher Bundesparteitag der FPÖ in Salzburg
6.5.11. Die neuesten programmatischen Entwicklungen
6.6.Bündnispositionen des Bündnis Zukunft Österreich BZÖ
6.7. Die programmatischen Brüche
6.7.1. Die freiheitliche Europapolitik
6.7.2. Der Nationalismus
6.7.2.1. Die Herausbildung der österreichischen Identität
6.7.2.2. Die Hinwendung zum Österreich- Patriotismus der FPÖ
6.7.3. Das Verhältnis zur Kirche
6.8. Die programmatischen Kontinuitäten
6.8.1.Die „Ausländerthematik“
6.8.2.Die Atompolitik
6.8.3. Das Konzept der Volksgemeinschaft
6.9. Nationalsozialistische Vergangenheit im Schrifttum der FPÖ
6.10. Das ideologische Meinungsspektrum der FPÖ
7. Flügelkämpfe
7.1.Flügelkämpfe im VDU
7.2.Flügelkämpfe in der FPÖ
7.2.1.Die liberale Ära- von Friedrich Peter bis Norbert Steger
7.2.2.Die Ära Haider
7.2.2.1.Die Abkehr Heide Schmidts von der FPÖ
7.2.2.2.Knittelfeld
7.2.2.3.Widerstand gegen Haider
8. Resümee
8.1.Aktuelle Situation
8.2.Zukunftsausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung des Dritten Lagers in Österreich in den letzten zwei Jahrzehnten, insbesondere die Auswirkungen und Ursachen der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ im Jahr 2005. Ziel ist es, die Kontinuität und programmatischen Brüche der Partei sowie die Frage der legitimen Nachfolge innerhalb der Tradition des Dritten Lagers durch eine Inhaltsanalyse von Quellenmaterial zu klären.
5.1. Das nationale Lager - Von seiner Entstehung bis 1945
Die Wurzeln des national- freiheitlichen Lagers lassen sich bis in das Jahr 1848 zurückverfolgen. Ein Jahr, das für die Entwicklung der Demokratie von entscheidender Bedeutung war. Obwohl der Aufstand vom Bürgertum und den studentischen Burschenschaften getragen wurde (und deshalb auch den Namen „Bürgerliche Revolution“ inne hat), darf man nicht vergessen, dass an den Aufständen auch andere soziale Schichten beteiligt waren.
Dieser Oktoberaufstand, der „von der gesamten deutschen Freiheitsbewegung mit Bewunderung und Anteilnahme verfolgt wurde“, war der erste Schritt weg von den absolutistischen System der Vorzeit.
Das nationale Lager in Österreich konnte in der Folgezeit durch sehr viele unterschiedliche Namen definiert werden und wies auch eine Reihe an unterschiedlichen Parteien und Gruppierungen auf. Die verschiedenen Namen ( wie z.B.: „großdeutsch“, „kleindeutsch“ „deutschösterreichisch“) resultierten aus der unterschiedlichen Haltung der Gruppen zu Staat und Nation, zu Volksbewusstsein oder Staatsbewusstsein oder auch Nationalismus bzw. Patriotismus. Gemeinsam hatten beide grobe Strömungen, der österreichische gesamtstaatliche Patriotismus und der deutsche Nationalismus, ihr „ sehr starkes Bewusstsein der historischen „Länderindividualitäten““.
Durch die bürgerliche Revolution 1848 brachen in der Diskussion um die künftige Gestaltung Deutschland und das Verhältnis zu Österreich auf. In Folge kam es zu einer „Radikalisierung der nationalen Frage“, wobei erst mal so etwas wie ein Gegensatz zwischen national und liberal entstand. Im Lager herrschte Uneinigkeit über die Gestalt des neue Staates. Staatenbund oder Bundesstaat, „großdeutsche“ oder „kleindeutsche“ oder doch „großösterreichische“ Lösung.
1. Einleitung und allgemeine Darstellung der Arbeit: Einführung in die Thematik der Parteigeschichte und die Zielsetzung der Analyse der aktuellen Lage des Dritten Lagers.
2. Forschungsleitende Fragestellung und Methodik: Definition der zentralen Forschungsfragen sowie Vorstellung der methodischen Vorgehensweise mittels Inhaltsanalyse.
3. Der Terminus des „Dritten Lagers“: Theoretische Herleitung und Definition des Begriffs „Drittes Lager“ im Kontext der österreichischen Parteienlandschaft.
4. Rechtliche Dimension: Analyse der juristischen Aspekte bei der Frage nach der legitimen Nachfolge der „Alt-FPÖ“ nach der Spaltung.
5. Geschichte des Dritten Lagers: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des national-freiheitlichen Lagers, vom VDU über die FPÖ bis hin zur Spaltung durch das BZÖ.
6. Programmatische Entwicklung bzw. Brüche: Detaillierte Betrachtung der inhaltlichen Ausrichtung, der Parteiprogramme und der strategischen Veränderungen über die Jahrzehnte.
7. Flügelkämpfe: Untersuchung der internen Konflikte und deren Auswirkung auf Parteispaltungen und programmatische Ausrichtungen.
8. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Situation und ein Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen im Dritter-Lager-Spektrum.
FPÖ, BZÖ, Drittes Lager, National-freiheitliches Lager, Parteigeschichte, Parteiprogramm, Flügelkämpfe, Rechtsnachfolge, Identitätspolitik, Nationalismus, Österreich-Patriotismus, Jörg Haider, Heinz-Christian Strache, Liberalismus, Deutschnationalismus.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Dritten Lagers in Österreich der letzten zwei Jahrzehnte und beleuchtet die politischen Hintergründe der Spaltung in FPÖ und BZÖ.
Zentrale Themen sind die historische Identität des Dritten Lagers, die programmatische Wandlungsfähigkeit der FPÖ und der rechtliche wie politische Kampf um die Nachfolge der „Alt-FPÖ“.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwieweit die FPÖ als legitime Nachfolgepartei angesehen werden kann und ob die Parteispaltung ein wiederkehrendes Muster im historischen Kontext darstellt.
Der Autor verwendet eine empirisch-analytische Inhaltsanalyse von einschlägigen Parteiprogrammen, Gutachten und historischen Quellen.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die rechtliche Dimension (wie Wahlbehörden und Parteiförderung), die detaillierte Programmanalyse sowie die chronologische Aufarbeitung der Flügelkämpfe.
Wichtige Begriffe sind Drittes Lager, FPÖ, BZÖ, Identität, Rechtsnachfolge, Parteiprogrammatik und national-freiheitliche Tradition.
Jörg Haider wird als zentrale Figur analysiert, deren Führungsstil, Charisma und politische Kurswechsel die Entwicklung der Partei in der Opposition sowie während der Regierungsbeteiligung maßgeblich geprägt haben.
Der Autor kommt zum Schluss, dass die FPÖ aufgrund der personellen Kontinuität und der rechtlichen Beurteilungen durch Experten und Behörden als legitime Nachfolgepartei der „Alt-FPÖ“ betrachtet werden kann.
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