Examensarbeit, 2009
49 Seiten, Note: gut
1. Einleitung, Verortung des Themas
1.1 Historisches, Hinführung zum Thema
1.2 Ziel der Arbeit, Quellenlage, Methodik
2. Erkenntnisgewinnung bei Kant
2.1 Die Formen der reinen Anschauung und ihr ontologischer Status
2.2 Der Raum
2.3 Die Zeit
3. Rezeption in der Fachöffentlichkeit
3.1 Rezeption in der Philosophie
3.2 Die transzendentale Ästhetik und die Physik
4. Zusammenfassung
5. Literaturliste
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Raum und Zeit sowie deren ontologischen Status innerhalb der Kantischen Philosophie, um zu klären, ob die von Adolf Trendelenburg behauptete Argumentationslücke in Kants transzendentaler Ästhetik tatsächlich existiert und welche Relevanz ihr zukommt.
2.1 Die Formen der reinen Anschauung und ihr ontologischer Status
Alle Erkenntnis beginnt also mit der Anschauung indem uns ein Gegenstand gegeben wird. Der Begriff des „gegeben werdens“ war und ist oft Gegenstand von Kritik gewesen. Schopenhauer beispielsweise bemängelt, daß Kant diesen Ausdruck häufig verwendet, ohne diesen unbestimmten und bildlichen Ausdruck je weiter zu erklären. Sehr ausführlich befaßt sich Vaihinger mit diesem Problem und bemerkt, daß alles in allem kritisiert wurde, daß Kant durch die Wendung, die Gegenstände werden gegeben, sich über das schwierige Problem der Empfindung mit allzu großer Leichtigkeit hinweghilft. Dieses Definitionsproblem muß Kant vorausgesehen haben. In der transzendentalen Analytik erläutert er „Einen Gegenstand geben, wenn dieses nicht wiederum nur mittelbar gemeint sein soll, sondern unmittelbar in der Anschauung darstellen, ist nichts anderes, als dessen Vorstellung auf Erfahrung (es sei wirkliche oder doch mögliche) beziehen“ (B195).
Kant geht es also um die reine Anschauung, d. h. im transzendentalen Sinne um eine Vorstellung, die nichts Empirisches enthält. In seiner Theorie der Rezeptivität findet er zwei reine Formen sinnlicher Anschauung, den Raum und die Zeit (A22). Entsprechend postuliert Kant auch zwei Wirkformen unserer Sinnlichkeit, nämlich den äußeren Sinn (sensus externus), der mit dem Raum korrespondiert und den inneren Sinn (sensus internus), der sich auf die Zeit bezieht. Und nur in Raum und Zeit können uns Gegenstände gegeben werden.
1. Einleitung, Verortung des Themas: Diese Einleitung führt in die historische und philosophische Ausgangslage ein, verortet das Thema im Kontext der vorkantischen Philosophie und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise.
1.1 Historisches, Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel zeichnet die philosophiegeschichtlichen Entwicklungen von den Anfängen bis zu Descartes und darüber hinaus nach, um den historischen Kontext für Kants Neuorientierung zu schaffen.
1.2 Ziel der Arbeit, Quellenlage, Methodik: Hier werden das spezifische Ziel der Untersuchung, die gute Quellenlage zur Kantischen Philosophie und das methodische Vorgehen bei der Analyse der transzendentalen Ästhetik dargelegt.
2. Erkenntnisgewinnung bei Kant: Dieser Abschnitt erläutert Kants Erkenntnistheorie, den Übergang zum kritischen Idealismus und die grundlegende Unterscheidung zwischen Sinnlichkeit und Verstand.
2.1 Die Formen der reinen Anschauung und ihr ontologischer Status: Es wird untersucht, wie Raum und Zeit als reine Anschauungsformen fungieren und welche ontologische Bedeutung ihnen bei Kant zukommt.
2.2 Der Raum: Dieses Kapitel analysiert Kants Bestimmungen des Raumes, insbesondere die metaphysische und transzendentale Erörterung, sowie die Argumentation gegen einen empirischen Ursprung des Raumbegriffs.
2.3 Die Zeit: Hier werden Kants Theorie der Zeit, ihre Rolle als Form der inneren Anschauung und die Analogien zur Erörterung des Raumes thematisiert.
3. Rezeption in der Fachöffentlichkeit: Dieser Teil beleuchtet die kritische Aufnahme der Kritik der reinen Vernunft in der Fachwelt und stellt den bedeutenden Gelehrtenstreit zwischen Trendelenburg und Fischer dar.
3.1 Rezeption in der Philosophie: Es erfolgt eine Darstellung der philosophischen Auseinandersetzung mit Kants Werk durch Zeitgenossen und nachfolgende Philosophen, mit Fokus auf die Kritik am Begriff des Dings an sich.
3.2 Die transzendentale Ästhetik und die Physik: Dieses Kapitel setzt sich mit der Beziehung zwischen der Philosophie und der Physik auseinander und untersucht die Relevanz moderner physikalischer Theorien für Kants transzendentale Ästhetik.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Tragweite der Trendelenburgschen Lücke im Hinblick auf Kants System.
5. Literaturliste: Die Literaturliste bietet einen umfassenden Überblick der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Kant, Kritik der reinen Vernunft, transzendentale Ästhetik, Raum, Zeit, Ontologie, Trendelenburgsche Lücke, Erkenntnistheorie, reine Anschauung, transzendentaler Idealismus, Kausalität, Physik, Metaphysik, Empirismus, Rationalismus.
Die Arbeit befasst sich mit Kants Kritik der reinen Vernunft, speziell mit dem ontologischen Status von Raum und Zeit als reine Anschauungsformen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erkenntnistheorie Kants, der transzendentalen Ästhetik, der Rezeptionsgeschichte sowie dem spannungsreichen Verhältnis zwischen Philosophie und moderner Physik.
Das Hauptziel ist die Klärung, ob die von Adolf Trendelenburg behauptete Argumentationslücke in Kants transzendentaler Ästhetik tatsächlich besteht und welche philosophische Relevanz sie hat.
Die Untersuchung erfolgt methodisch durch die Analyse ausgewählter Primärquellen Kants unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur und ergebnisoffener wissenschaftlicher Prüfung.
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Raum und Zeit bei Kant, den ontologischen Status dieser Begriffe sowie die kritische Debatte innerhalb der Fachöffentlichkeit, inklusive des Streits zwischen Trendelenburg und Fischer.
Wichtige Begriffe sind Kant, Raum, Zeit, transzendentale Ästhetik, Trendelenburgsche Lücke, Erkenntnistheorie und der transzendentale Idealismus.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Lücke zwar in der Formulierung Kants existieren mag, jedoch keine inhaltliche Schwachstelle darstellt, und weist zudem auf einen logischen Fehler in Trendelenburgs eigener Argumentation hin.
Die Physik wird genutzt, um das Verhältnis von Philosophie und Naturwissenschaft aufzuzeigen und zu prüfen, ob moderne Erkenntnisse, wie die Quantenmechanik, die Kantische Position erschüttern oder ob sie weiterhin Bestand hat.
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