Bachelorarbeit, 2012
25 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Die Methode der `Work Paper Discussion`
3. Die emotionale Entwicklung der Kinder
3.1. Die orale Phase
3.2. Die anale Phase
3.3. Die ödipale Phase
3.4. Die Latenzphase
4. Resümee
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das auffällige Verhalten eines zehnjährigen Volksschülers anhand psychoanalytisch-pädagogischer Theorien während der Hausaufgabenbetreuung. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern dieses Verhalten – insbesondere Störungen, Abwertungen des weiblichen Geschlechts und ein dominantes Auftreten – im Zusammenhang mit einem ungelösten ödipalen Konflikt stehen kann.
3.3.5. Der Größenwahn
„Ich bin der Mann und habe die Macht. Ich kämpfe für Gerechtigkeit!“ schreit R.. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Emmet, Jordan und R. lachen. „Wie kommst du denn auf das, R., du hast doch schon einmal so etwas Ähnliches über Gerechtigkeit gesagt. Woher kommt denn das?“ interessiert es mich. „Na eigentlich gehört das ja so >Wir sind Lehrer, wir haben immer Recht und kämpfen für die Gerechtigkeit<, das ist so ein Spruch über Lehrer!“ erklärt mir R. und lächelt.
(siehe: Protokoll 7, Seite 3)
R. hat sichtlich ein Bild von sich und vom Geschlecht des Mannes. Zudem scheint es, als würde er seine Kinderrolle nicht akzeptieren und sich nicht mit dieser identifizieren zu können, was auf eine ödipale Krise hindeuten lässt. Er weiß scheinbar nicht, wo er steht. Der Schüler möchte vermutlich schon ein Mann sein und hat eine Phantasie darüber, wie er gerne wäre. Dieses Bild erläutert er mehrfach in den Protokollen. Er stellt es dar. R. wäre gerne groß, stark, machtvoll, klug. Er gesteht es sich nicht ein, noch Kind zu sein. Es wirkt so, als wäre er darin befangen. Womöglich fühl er sich klein und unsicher und versucht dies abzuwehren und mittels störendem grandiosem Verhalten in den Lernstunden zu überspielen. Man erkennt auch immer wieder, dass der Schüler sich selbst nicht einschätzen kann. Er ist nicht realistisch in der Art, wie er ist und über sich spricht.
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt den Ausgangspunkt der Arbeit in einem pädagogischen Praktikum und formuliert die Hypothese, dass das störende Verhalten des Schülers R. auf einen ungelösten ödipalen Konflikt hindeuten könnte.
2. Die Methode der `Work Paper Discussion`: Dieses Kapitel erläutert die auf psychoanalytischen Grundannahmen basierende Beobachtungsmethode, die zur Analyse der im Lernclub entstandenen Protokolle herangezogen wird.
3. Die emotionale Entwicklung der Kinder: Der theoretische Hauptteil befasst sich mit den Instanzen der Psyche, psychosexuellen Entwicklungsphasen und der Bedeutung des ödipalen Konflikts für die Entwicklung eines Jungen.
3.1. Die orale Phase: Einführung in die erste Phase der kindlichen Entwicklung, in der Lustgewinn primär über den Mundraum erlebt wird.
3.2. Die anale Phase: Betrachtung der Phase, in der die Kontrolle über Ausscheidungsorgane und der Kampf um Autonomie gegenüber elterlichen Erwartungen im Vordergrund stehen.
3.3. Die ödipale Phase: Zentrale Analyse des Ödipuskomplexes, der Kastrationsangst und der Identifikationsprozesse mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil.
3.4. Die Latenzphase: Untersuchung der Phase vom sechsten bis zwölften Lebensjahr, in der die Sexualentwicklung ruht und das Kind sich auf schulische und soziale Aufgaben konzentrieren sollte.
4. Resümee: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass R.s Verhalten als Abwehrmechanismus für innere Konflikte gedeutet werden kann, betont jedoch die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung.
Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Kastrationsangst, Pädagogik, Lernstunde, Größenwahn, Geschlechterrolle, Kindesentwicklung, Identität, Rivalität, Verhalten, Selbstwertgefühl, unbewusst, Triebtheorie, Latenzphase.
Die Arbeit befasst sich mit der psychoanalytisch-pädagogischen Untersuchung des Verhaltens eines zehnjährigen Volksschülers während der Hausaufgabenbetreuung.
Zentrale Themen sind die kindliche emotionale Entwicklung, der ödipale Konflikt, Kastrationsangst, Geschlechterstereotype sowie Macht- und Anerkennungsbedürfnisse.
Das Ziel ist zu analysieren, ob das auffällige, störende Verhalten des Kindes R. (z.B. Abwertung von Frauen, Imponiergehabe) als Ausdruck eines ungelösten ödipalen Konflikts verstanden werden kann.
Die Autorin nutzt die Methode der `Work Paper Discussion` und setzt diese in Beziehung zu psychoanalytischen Theorien, um Protokollausschnitte aus ihrem pädagogischen Praktikum zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Entwicklungsphasen (oral, anal, ödipal, Latenz) und verbindet theoretische Konzepte von Anna Freud und anderen mit konkreten Verhaltensweisen von R.
Wichtige Begriffe sind Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Kastrationsangst, Lernstunde, Größenwahn und Geschlechterrolle.
Der Größenwahn ist ein häufiges Verhaltensmuster bei R., das als Kompensation für ein geschwächtes Selbstwertgefühl und als Ausdruck der Identifikation mit einer idealisierten Männerrolle gedeutet wird.
Sie interpretiert diese Abwertung als einen Mechanismus zur Bewältigung von Kastrationsangst und als Versuch, eigene Unsicherheiten hinter einem dominanten und „überlegenen“ Männerbild zu verbergen.
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