Examensarbeit, 2008
66 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Monotheismus und andere Religionsformen
2.1 Monotheismus – Eine Definition
2.2 Monotheismus im Alten Testament
3. Amos´ Leben
3.1 Die Überschrift
3.1.1 Die Wirkungszeit
3.1.2 Der Herkunftsort
3.1.3 Der Beruf
3.1.4 Der Wirkungsort
3.2 Die Berufung Amos zum Propheten
3.3 Die Weisheit des Amos
3.4 Die politische Situation
3.5 Die wirtschaftliche Situation
4. Amos´ Werk
4.1 Die Botschaft des Propheten
4.1.1 Kein Aufruf zur Umkehr
4.1.2 Gibt es doch noch Hoffnung?
4.1.3 Woher nahm Amos diese neue Botschaft?
4.1.4 Amos´ Besinnung auf alte Traditionen
4.2 Kritik am religiösen Selbstverständnis
4.2.1 Falscher Gottesdienst
4.2.2 Die Schuld der Nachbarvölker
4.2.4 Die Hauptanklage trifft Israel
4.3 Kritik an der Gesellschaft
4.3.1 Recht und Gerechtigkeit
4.3.2 Die Kritik an Israels Gesellschaft wird konkret
4.3.3 Von der Elite zum Mastvieh
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob das Gottesbild des Propheten Amos bereits als monotheistisch einzustufen ist, oder ob es eher einem monolatristischen Verständnis entspricht. Dabei wird das soziale, politische und religiöse Umfeld des Propheten sowie seine eigene Verkündigung einer tiefgehenden Analyse unterzogen.
3.1.2 Der Herkunftsort
Laut Überschrift stammt Amos aus Thekoa. Der Ort lag etwa 825 Meter hoch, und der Wegstrecke nach ungefähr 20 Kilometer südlich von Jerusalem entfernt. Heute ist er vermutlich auf einer Kuppe am Ostrand der Siedlung Chirbet Tekūe zu lokalisieren. Auf dem Kamm des Gebirges verlief der Hauptverkehrsweg von Süden nach Norden, er war von Thekoa aus in etwa 7 Kilometer west-nordwestlicher Richtung zu erreichen. Von da aus waren es bis nach Bethlehem noch ungefähr 10 Kilometer in nördlicher Richtung.
Ebenso führte ein Weg über den „Höhenweg von Ziz“ (2 Chr. 20,16), zur Westküste des Toten Meeres in die Gegend von Ēn Ğidi. Das alte Thekoa lag folglich auf der Grenze zwischen dem Kulturland im Westen und der Wüste Juda mit ihrem Steilabfall zum Toten Meer im Osten.
Stellen aus dem Alten Testament stützen die Annahme, Thekoa habe im Südreich gelegen. An verschiedenen Stellen wird der Ort mit dem Südreich Juda in Verbindung gebracht. So wird es zum Beispiel im zweiten Buch der Chroniken als ein mehr oder weniger bedeutenden Ort erwähnt, an dem Joschafat (König von Juda 868 - 847 v. Chr.) zu seinem Volk sprach, welches mit ihm, im Auftrag des HERRN, in den Kampf gegen die Ammoniter und die Moabiter zog (2. Chron 20,20). Aus einer weiteren Stelle des Alten Testaments (2. Chron 11,5-12) erfährt man, dass Thekoa seit Rehabeam eine Festung mit ständiger Garnison war.
1. Einleitung: Die Arbeit hinterfragt die Annahme eines von Anfang an bestehenden Monotheismus im alten Israel und zielt darauf ab, das Gottesbild des Propheten Amos kritisch zu beleuchten.
2. Monotheismus und andere Religionsformen: Es erfolgt eine begriffliche Klärung der verschiedenen Religionsformen wie Monotheismus, Polytheismus, Henotheismus und Monolatrie im Kontext der alttestamentlichen Forschung.
3. Amos´ Leben: Die biographischen Daten über Amos werden anhand der Überschrift und Fremdberichte analysiert, wobei auch der historische Kontext sowie die sozio-ökonomische Situation Israels einbezogen werden.
4. Amos´ Werk: Der Kern der prophetischen Botschaft, die als radikale Unheilsankündigung gedeutet wird, wird in Bezug auf die gesellschaftliche Kritik und den religiösen Kult hinterfragt.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Amos als Monolatrist und nicht als Monotheist zu verstehen ist, da er die Existenz anderer Götter zwar nicht leugnet, sein Wirken jedoch exklusiv auf den Dienst Jahwes fokussiert.
Amos, Monotheismus, Monolatrie, Jahwe, Altes Testament, Prophetie, Israel, Religionsgeschichte, Sozialkritik, Götzendienst, Kult, Thekoa, Exilzeit, biblische Exegese, Gottesbild.
Die Arbeit untersucht das Gottesbild des Propheten Amos und prüft die wissenschaftliche Fragestellung, ob es sich dabei bereits um einen Monotheismus handelt.
Zentrale Themen sind die religionsgeschichtliche Entwicklung im alten Israel, die soziale und politische Situation zur Zeit Jerobeams II. sowie die kritische Exegese der Amos-Worte.
Ziel ist es, den Gottesglauben des Amos historisch korrekt einzuordnen und zu bestimmen, inwiefern seine Botschaft mit dem Begriff des Monotheismus vereinbar ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die biblische Texte, archäologische Befunde und exegetische Kommentare wissenschaftlicher Autoren wie Wolff, Werner und Jeremias kombiniert.
Der Hauptteil befasst sich mit der biographischen Verankerung des Propheten, der politischen und wirtschaftlichen Lage Israels sowie der Analyse seiner Botschaft, insbesondere seiner scharfen Gesellschafts- und Kultkritik.
Begriffe wie Monolatrie, Jahwe-Glaube, soziale Gerechtigkeit, Prophetie und der historische Kontext der Königszeit bilden die inhaltliche Basis.
Der Text verwendet diesen Begriff als polemisches Bild, mit dem Amos die wohlhabende Oberschicht von Samaria für ihre Gefräßigkeit und soziale Gleichgültigkeit kritisiert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Amos zwar keine Polemik gegen Fremdgötter führt, deren Existenz aber auch nicht aktiv bestreitet; er ist daher als Monolatrist einzustufen, da für ihn allein Jahwe die entscheidende Rolle spielt.
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