Examensarbeit, 2007
137 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. GESCHICHTE DER GESAMTSCHULE
2.1 Begründung der Gesamtschulkonzeption
2.2 Von der Grundidee der Gesamtschule bis zum Gesamtschulsystem der Gegenwart
2.2.1 Der Schulgedanke Comenius’
2.2.2 Schule zur Zeit der Französischen Revolution
2.2.3 Humboldt (1767 – 1835) und Süvern (1775 – 1829)
2.2.4 Sozialdemokratie und Einheitsschule (1911)
2.2.5 Das Mannheimer Schulsystem (Sickinger, 1858- 1930)
2.2.6 Die Zeit der Weimarer Republik
2.2.7 Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.8 Die 60er und die Jahre danach – Zeit der ersten Gesamtschulen und der ersten Probleme
2.3 Gesamtschule in der Gegenwart – schultheoretische Betrachtungen
2.3.1 Schulsystem der Gegenwart
2.3.2 PISA und LAU – Ergebnisse und Konsequenzen
2.3.2.1 Ergebnisse der Studien – Feststellung des “Istzustands“
2.3.2.2 Konsequenzen, um den “Sollzustand“ zu erreichen
2.3.3 Kurze Vorstellung von Gesamtschulmodellen
2.3.3.1 Struktur der integrierten Gesamtschule
2.3.3.2 Struktur der kooperativen Gesamtschule
2.3.3.3 Grundkonstruktionen der integrierten Gesamtschule und der kooperativen Gesamtschule im Überblick:
3. INTEGRIERTE GESAMTSCHULE – KONZEPT UND UMSETZUNG
3.1 Zielvorstellungen der Integrierten Gesamtschule
3.2 Das Konzept der integrierten Gesamtschule
3.2.1 Zwischenmenschliche Kultur und demokratische Teilhabe
3.2.1.1 Identität
3.2.1.2 Kommunikative Didaktik
3.2.1.3 Beziehungsdidaktik
3.2.1.4 Konfliktdidaktik
3.2.1.5 Demokratie an der Schule
3.2.2 Curriculare Strukturen
3.2.3 Pädagogik der Heterogenität (Möglichkeiten der Differenzierung)
3.2.4 Methodenvielfalt
3.2.5 Qualitätssteigerung
3.3 Praktische Umsetzung des Konzeptes IGS
3.3.1 Wilhelm-Leuschner-Schule, Wiesbaden
3.3.2 Integrierte Gesamtschule Halle/Saale
3.3.3 Die Geschwister-Prenski-Schule – Integrierte Gesamtschule Lübeck
3.4. Bilanz – wird die Gesamtschule ihrem Anspruch gerecht?
4. GESAMTSCHULE IM VERGLEICH
4.1 Kritik an dem System Gesamtschule
4.1.1 Historische Kritik an der Gesamtschule
4.1.2 Systematische und vergleichende Kritik an der Gesamtschule
4.1.2.1 Die IGS als Mammutschule
4.1.2.2 Die fortschreitende Auflösung der Klassengemeinschaft
4.1.2.3 Die Kritik an den Leistungen in der Gesamtschule
4.2 Vergleich: Gegliedertes Schulsystem – Integrierte Gesamtschule
4.2.1 Methoden empirischer Forschung
4.2.1.1 Was wird gemessen?
4.2.1.2 Problematik der empirischen Forschung
4.2.1.3 Grenzen des Messbaren und daraus folgende Konsequenzen
4.2.2 Ergebnisse der empirischen Forschung
4.2.2.1 Unterschiede zwischen traditionellem Schulsystem und der IGS
4.2.2.2 Bilanz der Untersuchungen: Welches Schulsystem ist das bessere?
4.2.3 Kriterien für eine gute Schule
4.3. Bilanz des Vergleichs Gesamtschule – Gegliedertes Schulsystem
5. KONSEQUENZEN FÜR DIE IGS UND DAS SCHULSYSTEM SELBST
5.1 Hat die IGS eine Zukunft?
5.1.1 Chancen der IGS
5.1.2 Warum wird die Gesamtschule nicht Regelschule?
5.1.3 Alternative zur IGS: Chancen der kooperativen Gesamtschule
5.1.4 Was muss sich am Konzept und der Praxis der IGS ändern?
5.1.5 Was könnte sich bei den Ansichten der Kritiker ändern?
5.2 Sinnvolle Alternative zur IGS Die Gemeinschaftsschule?
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem theoretischen Anspruch der integrierten Gesamtschule (IGS) und deren tatsächlicher Umsetzung in der schulischen Praxis. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob die Gesamtschule ihrem eigenen Anspruch auf Chancengleichheit, individuelle Förderung und soziale Integration gerecht wird und wie sie sich im Vergleich zum gegliederten Schulsystem positioniert.
3.2.1.2 Kommunikative Didaktik
In der Schule findet nicht bloß eine nach Lehrplan festgelegte inhaltliche Didaktik statt. Es gibt noch einen „geheimen Lehrplan“ (Bönsch 2006, S. 123). Hier geht es um das Erlernen bestimmter Verhaltenskompetenzen und –positionen, die zur Sozialisation der Schüler beitragen. Den Schülern soll ein gesundes Gleichgewicht zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlichen Normen vermittelt werden. Hier sind Prozesse, die neben dem eigentlichen Unterricht stattfinden, gemeint. Nicht nur der offizielle Unterricht trägt zur Sozialisation der Schüler bei. Auch die Strukturen und Regelungen der Schule beeinflussen den Sozialisationsprozess. Durch vorgegebene Stundenpläne, einen Fächerkanon und durch vom Lehrer vorgegebene Lehrstile ist die Individualität der Schüler, aber auch die der Lehrer eingeschränkt. Es ist für beide Parteien nötig, sich diese Bedingungen bewusst zu machen und sie zu thematisieren, um mit ihnen besser umgehen zu können. Dabei kann die kommunikative Didaktik helfen (vgl. Bönsch 2006, S. 125).
Damit Kommunikationsfähigkeiten durch die Schüler erlernt werden können, ist erst einmal wichtig, dass im Unterricht im ausreichenden Maße Kommunikation stattfindet. Dafür ist der traditionelle Frontalunterricht nur mäßig geeignet, da hier die Sprachvorherrschaft beim Lehrer liegt. Die Schüler sind nur eingeschränkt in der Lage sich zu äußern und häufig hat diese Unterrichtsform den Charakter eines “Frage-Antwort-Spiels“. Zudem sind alle Beteiligten in dieser Kommunikationsform inklusive der Lehrkraft sehr angespannt (vgl. Bönsch 2006, S. 125).
1. EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet die Bildungsdiskussion um das dreigliedrige Schulsystem und hinterfragt die Legitimität der Gesamtschule durch historische und aktuelle Perspektiven.
2. GESCHICHTE DER GESAMTSCHULE: Dieses Kapitel zeichnet die chronologische Entwicklung der Idee einer gemeinsamen Schule von Comenius bis zu den ersten Gesamtschulen der 60er Jahre nach.
3. INTEGRIERTE GESAMTSCHULE – KONZEPT UND UMSETZUNG: Hier werden die Zielsetzungen, didaktischen Konzepte wie Identitätsfindung und Konfliktdidaktik sowie konkrete Beispiele der praktischen Umsetzung an verschiedenen Schulen detailliert erläutert.
4. GESAMTSCHULE IM VERGLEICH: Das Kapitel analysiert kritische Argumente und empirische Forschungsergebnisse, um die Leistungsfähigkeit der Gesamtschule dem traditionellen Schulsystem gegenüberzustellen.
5. KONSEQUENZEN FÜR DIE IGS UND DAS SCHULSYSTEM SELBST: Abschließend werden Zukunftsperspektiven der IGS diskutiert und die Gemeinschaftsschule als mögliche innovative Alternative beleuchtet.
Integrierte Gesamtschule, IGS, Gemeinschaftsschule, Chancengleichheit, Differenzierung, Binnendifferenzierung, Schulentwicklung, Kommunikative Didaktik, Konfliktdidaktik, Schulsystemvergleich, Bildungsreform, Soziale Integration, Pädagogik der Heterogenität, Leistungsbewertung, Schulkultur.
Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept der Integrierten Gesamtschule, deren historische Wurzeln sowie die praktische Umsetzung an Beispielschulen, um das Potenzial dieser Schulform kritisch zu hinterfragen.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Gesamtschule, schultheoretische Ansätze zur Differenzierung, verschiedene didaktische Konzepte sowie die Gegenüberstellung mit dem gegliederten Schulsystem.
Das Hauptziel ist es zu prüfen, ob die Gesamtschule ihre selbst gesteckten Ziele – insbesondere Chancengleichheit und individuelle Förderung – in der Praxis tatsächlich einlösen kann.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und wertet zudem empirische Forschungsergebnisse sowie schuleigene Konzepte aus, um ihre Argumentation zu stützen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung des Konzepts (mit Fokus auf Identitätsbildung und Didaktik), eine praktische Analyse an Beispielschulen sowie einen empirischen Vergleich mit dem traditionellen Schulsystem.
Die zentralen Begriffe sind Integration, Differenzierung, Chancengleichheit, Schulkultur und eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Bildungsdiskussion.
Die Integrierte Gesamtschule bildet eine pädagogische und organisatorische Einheit, während bei der kooperativen Form die Schulzweige Hauptschule, Realschule und Gymnasium organisatorisch getrennt bleiben.
Die Evaluation ist für die IGS von entscheidender Bedeutung, da sie sich aufgrund ihres alternativen Anspruchs stetig rechtfertigen muss und durch ständige Reflexion und Feedback-Kultur an der Qualitätssteigerung arbeitet.
Das Fazit fällt positiv aus: Wenn das theoretische Konzept konsequent und engagiert umgesetzt wird, bietet die Gesamtschule (oder die Gemeinschaftsschule) ein großes Potenzial, das gegliederte System zu ersetzen.
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