Masterarbeit, 2009
110 Seiten, Note: 3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung und Motivation
2. Varianten des Motivs Bibliothek in der Literatur
3. Lyrik – Begriffsklärung
3.1 Lyrik – formale Merkmale
4. Humanismus
4.1 Bibliotheksgeschichtliche Aspekte
4.1.1 Der Beruf des Bibliothekars
4.2 Tendenzen in der Beschreibung des Motivs Bibliothek in der Literatur
4.3 Bibliotheken in der Lyrik
4.3.1 Naldius Lobgedicht auf die Bibliotheca Corviniana
4.3.1.1 Bibliotheca Corviniana
4.3.2 Conrad Celtis Distichen auf die Wiener Hofbibliothek
4.3.3 Hugo Blotius lyrische Inschrift für die Tür der Wiener Hofbibliothek
4.3.3.1 Die Wiener Hofbibliothek
5. Restauration
5.1 Bibliotheksgeschichtliche Aspekte
5.1.1 Bibliothekare im 19. Jahrhundert
5.2 Tendenzen in der Beschreibung des Motivs Bibliothek in der Literatur
5.3 Bibliotheken in der Lyrik
5.3.1 Der Dichter an den Bibliothekar. Eduard Mörikes „Herrn Bibliothekar Adelb. v. Keller“
5.3.1.1 Adelbert von Keller als Oberbibliothekar der Tübinger Universitätsbibliothek
5.3.2 Die Bibliothek im Kopf. Heinrich Heine, „Deutschland. Ein Wintermärchen“
5.3.2.1 Widerstand gegen die Zensur in der Restauration
6. 20. Jahrhundert und Gegenwart
6.1 Bibliotheksgeschichtliche Aspekte
6.1.1 Der moderne Bibliothekar
6.2 Tendenzen in der Beschreibung des Motivs Bibliothek in der Literatur
6.2.1 Bibliotheken und Bibliothekare im Film
6.3 Bibliotheken in der Lyrik
6.3.1 „Es kauern Herzen dort im Bücherspinde“. „In der Bibliothek“ von Hanns von Gumppenberg
6.3.2 Amy Lowell, “Die Library of Congress”
6.3.2.1 Library of Congress
6.3.3 Die private Bibliothek im häuslichen Idyll des Vermögenden. Kurt Tucholsky, „Das Ideal“
6.3.3.1 Privatbibliotheken
6.3.4 Das Geständnis eines Bibliophilen in „Der Bücherfreund“ von Joachim Ringelnatz
6.3.4.1 Die Bibliophilie
6.3.4.1.1 Die Bibliomanie
6.3.4.2 Die Privatbibliothek des Carl Georg von Maassen
6.3.5 René Char, „Die Bibliothek in Flammen“
6.3.5.1 Der Bibliotheksbrand als Motiv in der Literatur
6.3.5.1.1 Das Mouseion im ptolemäischen Alexandria und ein rätselhafter Bibliotheksbrand
6.3.6 „In der Deutschen Bücherei“ von Helmut Richter und „Deutsche Bücherei“ von Ulrich Berkes
6.3.6.1 Die Deutsche Bücherei in Leipzig
6.3.6.2 Das Literaturinstitut Johannes R. Becher, heute Deutsches Literaturinstitut
6.3.7 Ernst Jandl, „bibliothek“
6.3.8 Billy Collins, „Das literarische Leben“
6.3.8.1 Coventry Patmore
6.3.8.1.1 Das Viktorianische Zeitalter
6.3.8.1.2 Die Bibliothek des British Museum
6.3.9 Nancy Morejon, „In der Bibliothek von Fordham lesend“
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Bibliothek in der deutschsprachigen Lyrik verschiedener Epochen, um festzustellen, ob die literarischen Darstellungen den zeitgenössischen Tendenzen in der Wahrnehmung und Funktion von Bibliotheken entsprechen.
Die private Bibliothek im häuslichen Idyll des Vermögenden. Kurt Tucholsky, „Das Ideal“
Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve -
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.
1. Einleitung und Motivation: Diese Einleitung begründet das Forschungsinteresse an der bisher kaum untersuchten Rolle des Motivs Bibliothek in der Lyrik und legt das methodische Vorgehen dar.
2. Varianten des Motivs Bibliothek in der Literatur: Hier werden zentrale theoretische Kategorien zur Einordnung des Motivs Bibliothek, wie die Bibliothek als Spiegel oder als Bücherwelt, eingeführt.
3. Lyrik – Begriffsklärung: Dieses Kapitel widmet sich der Definition des Lyrikbegriffs sowie der Erläuterung formaler Merkmale wie Metrum, Rhythmus und Strophenbau.
4. Humanismus: Das Kapitel beleuchtet den bibliotheksgeschichtlichen Kontext des Humanismus und analysiert lyrische Zeugnisse dieser Epoche im Hinblick auf ihre Bibliotheksdarstellung.
5. Restauration: Hier wird der historische Hintergrund der Epoche der Restauration mit den Gedichtanalysen verknüpft, wobei besonders die politische Zensur eine Rolle spielt.
6. 20. Jahrhundert und Gegenwart: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht den Wandel der Bibliotheksdarstellung in der Moderne, inklusive filmischer Rezeption und experimenteller Lyrik.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit führt die Ergebnisse der Analysen zusammen und bestätigt die Kongruenz zwischen lyrischer Motivik und historischer Bibliotheksentwicklung.
Bibliothek, Lyrik, Literaturgeschichte, Bibliotheksgeschichte, Bibliophilie, Bibliothekar, Zensur, Humanismus, Restauration, Moderne, Bibliotheksbrand, Bücherwelt, Gedichtanalyse, Motivik, Deutsche Literatur.
Die Arbeit untersucht das literarische Motiv der Bibliothek in der deutschsprachigen Lyrik über verschiedene Epochen hinweg und analysiert dessen Funktion und Bedeutung.
Das Werk deckt den Humanismus, die Epoche der Restauration sowie das 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart ab.
Es wird untersucht, ob lyrische Beschreibungen von Bibliotheken den historischen Tendenzen und Realitäten der jeweiligen Zeitepochen entsprechen.
Die Gedichte werden in ihren jeweiligen bibliotheksgeschichtlichen Kontext gestellt, wobei die inhaltliche Interpretation, nicht die formale Analyse, im Vordergrund steht.
Der Hauptteil gliedert sich nach Epochen und befasst sich jeweils mit historischen Bibliotheksaspekten, literarischen Tendenzen und konkreten Gedichtanalysen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bibliothek, Bibliophilie, Lyrik, Zensur und der Wandel der Bibliotheksrolle von der antiken Sammlung bis zur elektronischen Institution.
Während im Humanismus das Lob der Bibliothek oft der Huldigung an den Besitzer oder Gelehrten diente, reflektieren Texte des 20. Jahrhunderts zunehmend fiktive oder labyrinthische Aspekte sowie die Bibliothek als Ort der persönlichen Sinnsuche oder Krise.
Die Zensur der Restauration prägte die Literatur, indem Autoren wie Heinrich Heine zur Umgehung von Vorschriften oder zum Exil gezwungen wurden, was sich in einer kritischen Auseinandersetzung mit der politischen Vormacht in ihren Gedichten niederschlägt.
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