Bachelorarbeit, 2022
57 Seiten
1 EINLEITUNG UND AUFGABENSTELLUNG
2 UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.1 DEFINITIONEN UND BEGRIFFSERKLÄRUNGEN
2.1.1 Definition nach Nolting
2.1.2 Definition nach Winkel
2.1.3 Definition nach Lohmann
2.2 ARTEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.3 URSACHEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.3.1 Lehrpersonenbezogen
2.3.2 SchülerInnenbezogen
2.3.3 Unterrichtsbezogen
2.3.4 Systembezogen
2.4 ZIELE DER UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.5 FOLGEN DER UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
2.5.1 Forschungsstand
3 PRÄVENTIONSSTRATEGIEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
3.1 DEFINITION CLASSROOM MANAGEMENT/ KLASSENFÜHRUNG
3.2 PRÄVENTION AUF DER DISZIPLIN-MANAGEMENTEBENE
3.2.1 Vorbereitung des Klassenraumes
3.2.2 Organisation und Strukturierung des Unterrichts
3.2.3 Regeln und Routinen planen und unterrichten
3.3 PRÄVENTION AUF DER UNTERRICHTSEBENE DURCH TECHNIKEN EFFIZIENTER KLASSENFÜHRUNG/ CLASSROOM MANAGEMENT
3.3.1 Allgegenwärtigkeit und überlappend handeln
3.3.2 Reibungslosigkeit und Schwung
3.3.3 Aufrechterhaltung des Gruppenfokus
3.3.4 Programmierte Überdrussvermeidung
3.4 PRÄVENTION AUF DER BEZIEHUNGSENEBENE
3.4.1 Beziehungen im Klassenzimmer
3.4.2 Gestaltung eines positiven Lern-und Klassenklimas
3.4.3 Kommunikation
3.4.4 Humor
3.4.5 Prävention auf der Schulebene
4 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4.1 METHODISCHES VORGEHEN
4.1.1 Konstruktion und Durchführung meiner Interviews
4.1.2 Transkription
4.2 AUSWERTUNG DER INTERVIEWS
4.3 ERGEBNISSE
5 DISKUSSION
6 FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert proaktive und präventive Strategien von Unterrichtsstörungen im Kontext eines Grundschulunterrichts. Das primäre Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, mit welchen pädagogischen und didaktischen Maßnahmen Lehrpersonen Störungen im Unterricht begegnen und diese bereits im Vorfeld durch eine strukturierte Klassenführung reduzieren können.
2 Unterrichtsstörungen
„Unterrichtsstörungen treten in jeder Klasse auf“ (Wettstein/Scherzinger 2019: 15). Nach Lohmann (2009: 15) ist es eine didaktische Fiktion, einen störungsfreien Unterricht mithilfe von pädagogisch-didaktischem Wissen und Können herzustellen. Unterrichtsstörungen sind aus dem schulischen Alltag nicht wegzudenken (vgl. Keller 2010: 27). Im Unterricht laufen komplexe Interaktionsprozesse zwischen der Lehrperson und den SchülerInnen ab (vgl. Wettstein/Scherzinger 2019: 9). Kinder kommen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen, Vorkenntnissen, Vorerwartungen aus ihrem privaten Umfeld in die Schule. Dadurch ergibt sich ein großes Aufkommen an Störungen im Interaktionsprozess (vgl. Braun/Schmischke 2013: 8). Die Ursachen, Erscheinungsformen, Häufigkeit und das Ausmaß der Störungen sind vielfältig und Störungen sind aus dem schulischen Alltag nicht wegzudenken. Unterrichtsstörungen haben einen stark subjektiven Charakter. Das bedeutet, jede Lehrperson beziehungsweise SchülerInnen nehmen das Ausmaß von Störungen individuell unterschiedlich wahr (vgl. Lehmann-Schaufelberger 2011: 14). „Während zwei sich leise unterhaltende Schüler in der einen Situation den erwünschten Normalfall darstellen, können sie in der anderen Unterrichtssituation bereits als störend [...] empfunden werden“ (Rattay et al. 2011: 34). Je nach Störempfindlichkeit besteht für Lehrpersonen die Gefahr, dass Unterrichtsstörungen zu einer gesundheitlichen und emotionalen Belastung werden. Auch die personelle Entwicklung von einzelnen SchülerInnen kann durch Störungen beeinträchtigt werden (vgl. Wettstein/Scherzinger 2019: 17). Unterrichtsstörungen können essenzielle negative Auswirkungen auf die aktive Lernzeit und den Lernerfolg der SchülerInnen haben (vgl. Klaffke 2020: 9). Keller (2010: 19) gibt an, dass sich im Jahresdurchschnitt die effektive Lernzeit um ca. 35% verringert, weil die Unterrichtsstörungen den Lehr- und Lernprozess hemmen. Lehrpersonen müssen Störungen im Unterricht, bis zu einem gewissen Punkt, als normales und ausweichliches Begleitsymptom akzeptieren und sich auf den Umgang bzw. die Prävention von Störungen konzentrieren. Deshalb ist es für angehende Lehrkräfte bedeutsam, aufkommende Störungen zu verstehen, sich ein Bewusstsein für die möglichen Ursachen, das Entgegenwirken und dem lösungsorientierten Umgang mit Unterrichtsstörungen zu schaffen und damit auseinanderzusetzen (vgl. Rüedi 2011: 221). „Beim Umgang mit Störungen sind generell Formen der Prävention und Formen der Intervention zu unterscheiden“ (Braun/Schmischke 2013: 23).
1 EINLEITUNG UND AUFGABENSTELLUNG: Schilderung der persönlichen Motivation für das Thema und Definition des Untersuchungsgegenstandes.
2 UNTERRICHTSSTÖRUNGEN: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffsdefinitionen, Ursachen, Zielen und Folgen von Unterrichtsstörungen.
3 PRÄVENTIONSSTRATEGIEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN: Detaillierte Betrachtung von präventiven Ansätzen, insbesondere Classroom Management auf verschiedenen Ebenen.
4 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Vorstellung der methodischen Vorgehensweise, Durchführung und Auswertung der Interviews.
5 DISKUSSION: Zusammenführung der theoretischen Grundlagen mit den praktischen Ergebnissen aus den Experteninterviews.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte und Reflexion des Forschungsbedarfs.
Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Classroom Management, Prävention, Lehrer-Schüler-Beziehung, Lernklima, reaktive Maßnahmen, proaktives Handeln, Schulklima, Interaktionsprozess, Störungsursachen, Lehrkompetenz, Kommunikation, Kooperation, pädagogisches Handeln.
Die Arbeit behandelt die Analyse von Unterrichtsstörungen und untersucht explizit, welche proaktiven und präventiven Strategien Lehrkräfte anwenden können, um diese zu minimieren und einen produktiven Unterricht zu gewährleisten.
Die Arbeit umfasst die Definition von Störungen, die Identifikation von Ursachen bei verschiedenen Beteiligten sowie die Darstellung von Strategien zur Klassenführung.
Ziel ist es herauszufinden, wie Lehrpersonen im schulischen Alltag präventiv und proaktiv handeln, um Unterrichtsstörungen erfolgreich zu begegnen.
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus einer umfassenden Literaturrecherche und einer empirischen, qualitativen Untersuchung mittels leitfadengestützter Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriearbeit zu Managementansätzen (z.B. nach Kounin) und die praktische Auswertung von Interviews mit zwei Grundschullehrkräften.
Sie verknüpft etablierte Management-Konzepte direkt mit der alltäglichen pädagogischen Praxis und reflektiert die Rolle der Lehrperson im komplexen sozialen System Klasse.
Die Arbeit legt dar, dass eine starke Strukturierung des Unterrichts und eine klare Kommunikation von Erwartungen durch die Lehrperson essenziell sind, um den Gruppenfokus zu halten.
Die befragten Lehrkräfte betonen die Wichtigkeit von Vorbereitung, Transparenz bei Regeln und einem wertschätzenden, respektvollen Umgang, um Störungen indirekt vorzubeugen.
Eine positive Beziehung zwischen Lehrperson und SchülerInnen wird als Basis für einen störungsfreien Lernprozess identifiziert, da sie das gegenseitige Verständnis und die Kooperationsbereitschaft fördert.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es kein Allheilmittel gibt, sondern ein professionelles, reflektiertes Handeln sowie die stetige Anpassung von Strategien an die jeweilige Klassensituation entscheidend sind.
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