Diplomarbeit, 2009
92 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung - Suche nach Konstanten
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Soziale Marktwirtschaft als Referenz
2.1 Ordnungsökonomische Perspektive
2.1.1 Begründung der methodischen Perspektive
2.1.1.1 Ansatzpunkte der Wirtschaftspolitik
2.1.1.2 Ordnungsökonomischer und wohlfahrtsökonomischer Ansatz im Kontrast
2.1.1.3 Begründung der Perspektivenwahl
2.1.2 Soziale Marktwirtschaft und Ordoliberalismus
2.2 Konstituierende Prinzipien
2.2.1 Das Grundprinzip
2.2.2 Primat der Währungspolitik
2.2.2.1 Währungspolitischer Stabilisator
2.2.2.2 Umsetzung der Geldordnung
2.2.3 Offene Märkte
2.2.4 Privateigentum
2.2.5 Vertragsfreiheit
2.2.6 Haftung
2.2.7 Konstanz der Wirtschaftspolitik
2.2.8 Zusammengehörigkeit der konstituierenden Prinzipien
2.3 Regulierende Prinzipien
2.4 Zusammenfassung des theoretischen Grundgerüsts
3. Die Finanzkrise 2007/2008 – eine Ursachenanalyse
3.1 Ursachenanalyse der Finanzkrise
3.1.1 Makroökonomische Ursachen
3.1.1.1 Geldpolitische Tatbestände
3.1.1.2 Außenhandelspolitische Entwicklungen
3.1.2 Institutionelle Aspekte
3.1.2.1 Eigentumspolitik
3.1.2.2 Institutionelle Begünstigung des US-europäischen Risikotransfers
3.2 Zusammenfassende und bewertende Ursachenanalyse
4. Beurteilung der Vereinbarkeit staatlicher Antizipationsmaßnahmen in Hinblick auf die Forderungen der Sozialen Marktwirtschaft
4.1 Antizipationsanalyse
4.1.1 Geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank
4.1.2 Maßnahmen der Europäischen Union
4.1.3 Maßnahmen der Bundesregierung
4.1.3.1 Konjunkturprogramme
4.1.3.2 Finanzmarktstabilisierungsgesetz
4.1.3.3 Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz
4.2 Beurteilung der Antizipationsmaßnahmen
4.3 Zusammenfassendes Beurteilungsergebnis
5. Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Legitimation staatlicher Eingriffe in die Soziale Marktwirtschaft vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise 2007/2008. Hierbei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die ergriffenen staatlichen Antizipationsmaßnahmen mit den ursprünglichen ordnungsökonomischen Funktionsprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft vereinbar sind.
2.2.1 Das Grundprinzip
Vor dem geschichtlichen Hintergrund der zurückliegenden katastrophalen wirtschaftlichen Machtverhärtungen der industriellen Revolution, der Weimarer Republik, der Weltwirtschaftskrise und inmitten der nationalsozialistischen Diktatur, blickt Walter Eucken in eine wünschenswerte freiheitssichernde Zukunft. Diese Vorstellung sollte in einer „...menschenwürdige[n] Wirtschaftsordnung“ manifestiert werden, welche die persönliche Freiheit der Marktakteure an einen staatlich gesetzten Ordnungsrahmen bindet und absichert. Dem steht ein „Laissez-faire“-Ansatz vergangener Epochen diametral entgegen. Dieser wäre hier nicht zielführend, weil so wieder die empirisch evidente Tendenz zur Monopolisierung besteht. Um aus wirtschaftlicher Macht resultierende Freiheitseinschränkungen zu verhindern muss ein Grundprinzip gelten. Dieses sieht Walter Eucken in der Herstellung eines funktionsfähigen Preissystems bei vollständiger Konkurrenz als ausnahmslos umzusetzende Aufgabe des Staates. Die Problematik der Wirtschaftslenkung kann allein über eine funktionierende Wettbewerbsordnung mithilfe eines funktionierenden Preismechanismus als zentralen Orientierungspunkt gelöst werden.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass alle Ordnungen einer Volkswirtschaft systemisch miteinander verwoben sind. Eine Änderung beispielsweise des Zinses wirkt sich über das ganze Marktgeschehen hinweg aus (Interdependenz der Ordnungen). Daher muss jede wirtschaftspolitische Maßnahme des Staates im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung des laufenden Prozesses, im Sinne einer umgreifenden Ordnungspolitik geschehen, wenn das zentrale Grundprinzip gewahrt werden soll. Eucken verurteilt kurz angesetztes, konjunkturell begründetes Handeln des Staates. So soll nicht „wegen dem Eindruck eines momentanen Notstandes die Funktionsfähigkeit des Preissystems behindert oder stillgelegt werden.“
1. Einleitung - Suche nach Konstanten: Die Einleitung legt die Problemstellung der Finanzkrise dar und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Soziale Marktwirtschaft als Referenz: Dieses Kapitel erarbeitet die ordnungsökonomischen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft und definiert die konstituierenden sowie regulierenden Prinzipien nach Walter Eucken als Beurteilungsmaßstab.
3. Die Finanzkrise 2007/2008 – eine Ursachenanalyse: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Ursachen der Finanzkrise unter Berücksichtigung geldpolitischer Fehler und institutioneller Mängel im Finanzsektor.
4. Beurteilung der Vereinbarkeit staatlicher Antizipationsmaßnahmen in Hinblick auf die Forderungen der Sozialen Marktwirtschaft: Das Kapitel bewertet die realen staatlichen Interventionsmaßnahmen anhand der zuvor erarbeiteten theoretischen Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.
5. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und bewertet die Vereinbarkeit der staatlichen Krisenpolitik mit den ordnungspolitischen Zielsetzungen.
Soziale Marktwirtschaft, Finanzkrise 2007/2008, Walter Eucken, Ordnungspolitik, Wettbewerbsordnung, Geldordnung, Preismechanismus, Staatseingriffe, Finanzmarktstabilisierung, Konjunkturpolitik, Subprime-Krise, Interdependenz der Ordnungen, Haftungsprinzip, Geldpolitik, Marktwirtschaftliche Funktionsprinzipien.
Die Diplomarbeit analysiert, inwieweit die staatlichen Rettungs- und Stabilisierungsmaßnahmen während der internationalen Finanzkrise 2007/2008 mit den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft im Einklang stehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Ordnungstheorie nach Walter Eucken, der Analyse der Krisenursachen sowie der kritischen Bewertung der staatlichen Finanzmarktpolitik.
Das Ziel ist es, ein ordnungsökonomisches Urteil darüber zu fällen, ob das Krisenmanagement der Politik ordnungskonform war oder ob ein "Staatsversagen" vorliegt.
Es wird ein ordnungsökonomischer Ansatz gewählt, der die "Freiburger Schule" und den Ordoliberalismus als theoretischen Referenzrahmen nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Ordnungsprinzipien, eine empirische Analyse der Krisenursachen und eine praktische Beurteilung der Maßnahmen von EZB, Fed und Bundesregierung.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ordnungspolitik, Wettbewerbsordnung, Geldordnung, Preismechanismus und das Haftungsprinzip.
Der Autor steht der expansiven Geldpolitik und dem "Greenspan-Put" kritisch gegenüber, da diese aus ordnungsökonomischer Sicht den Preismechanismus verzerren und Fehlanreize für den Finanzsektor schaffen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass viele staatliche Maßnahmen eher den Charakter prozesspolitischer Eingriffe haben und drohen, das ordnungspolitische Grundgerüst der Sozialen Marktwirtschaft langfristig zu schwächen.
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