Bachelorarbeit, 2021
43 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Terminologie
2.1 Migrationshintergrund: zweite Generation
2.2 Bildungsaufstieg und Bildungserfolg
3 Pierre Bourdieu und die soziale Ungleichheitsforschung: Bildungsungleichheiten
3.1 Sozialer Raum
3.2 Kapitalarten
3.3 Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu
3.4 Habitustransformation und Bildungserfolg
4 Aufstiegsrelevante Ressourcen
4.1 Innerfamiliäre Ressourcen
4.2 Außerfamiliäre Ressourcen
4.2.1 Einfluss von sozialen Beziehungen
4.2.2 Entwicklung persönlicher Bildungseinstellungen durch eigene biografische Erfahrung
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Faktoren, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund einen erfolgreichen Bildungsaufstieg bis hin zur Hochschulreife ermöglichen. Im Zentrum steht die Frage, welche Handlungsstrategien und Ressourcen genutzt werden, um bildungsbenachteiligte Lebensverhältnisse zu überwinden, wobei theoretisch auf die Habitus- und Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu zurückgegriffen wird.
3.1 Sozialer Raum
In dem Bourdieus Modell der Sozialstruktur kann die Konstruktion des Mechanismus beobachtet werden, die ohne Bewusstsein funktioniert (El-Mafaalani 2012, S. 68). Der Mechanismus stellt nicht nur gesellschaftliche Ordnung her, sondern auch reproduziert und steuert diese (vgl. Betz 2004, S. 44). Die Rekonstruktion der ohne Bewusstsein funktionierender Mechanismen wird dadurch ermöglicht, dass die Gesellschaft zusammen mit ihrer sozialen Struktur als einen sozialen Raum dargestellt wird, in dem Positionen von Individuen eingenommen werden, die Ungleichverteilung von Kapital voraussetzen. Denn die Erklärung des sozialen Raums wird durch gegenseitige „Exklusion oder Distinktion der ihn konstituierenden Positionen“ (Bourdieu, zit. nach El-Mafaalani 2012, S. 69) ermöglicht, wobei die sozialen Positionen durch ungleiche Verfügung von verschiedenen Arten von Kapital gekennzeichnet werden. Ein Individuum kann sich also im sozialen Raum in Abhängigkeit von verfügbaren Kapitalarten entfalten, die diesen Raum strukturieren. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass unter dem sozialen Raum alle objektiven und erfassbaren Bedingungen des Umfelds eines Individuums zu verstehen sind, denn der soziale Raum ist als Umfeld eines Individuums vorzustellen, das eine prägende Funktion hat und somit den entsprechenden prägenden Effekt auf das Individuum ausübt (vgl. Bourdieu 1982, S. 210).
Durch dreidimensionale Gliederung des sozialen Raums in Kapitalvolumen, Kapitalarten und soziale Laufbahn kann im Zusammenspiel der drei Dimensionen die soziale Positionierung eines Individuums in der Gesellschaft erklärt werden (vgl. Bourdieu 1982, S. 210). Da unter Kapitalvolumen die „Summe aller effektiv aufwendbaren Ressourcen und Machtpotentiale“ (Betz 2004, S. 40) verstanden werden kann, spielt eine wichtige Rolle der „Umfang an ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital, über das eine Klasse typischerweise verfügt“ (Schwingel 1998, S. 103). Daraus lässt sich ableiten, dass soziale Akteure sich durch ihre Verfügung an unterschiedlichen Kapitalien im sozialen Raum organisieren und dort auch agieren. Dies wird als soziale Wirklichkeit im Sinne sozialer Praxis verstanden werden kann (vgl. Papilloud 2003, S. 39). Die sich daraus bildenden Ungleichheitsverhältnisse lassen die herrschenden, die aufgrund des Interesses an der Aufrechterhaltung ihrer Position für Reproduzierung sorgen, und beherrschten Klassen entstehen (vgl. Schwingel 1998, S. 106).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Hürden und Erfolgsfaktoren beim Bildungsaufstieg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem.
2 Terminologie: Hier werden zentrale Begriffe wie Migrationshintergrund, zweite Generation, Bildungserfolg und Bildungsaufstieg definiert, um den Untersuchungsgegenstand präzise abzugrenzen.
3 Pierre Bourdieu und die soziale Ungleichheitsforschung: Bildungsungleichheiten: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Theorien zum sozialen Raum, den verschiedenen Kapitalarten und dem Habitus, um Bildungsungleichheiten theoretisch fundiert zu erklären.
4 Aufstiegsrelevante Ressourcen: Es wird analysiert, wie innerfamiliäre und außerfamiliäre Ressourcen sowie individuelle biografische Erfahrungen entscheidend zum Bildungserfolg beitragen können.
5 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und betonen die Bedeutung von Kapitalverfügbarkeit und Habitustransformation für den kollektiven und individuellen Aufstieg.
Bildungserfolg, Migrationshintergrund, Pierre Bourdieu, Habitus, Kapitaltheorie, Bildungsaufstieg, soziale Ungleichheit, Habitus-Transformation, soziale Ressourcen, Bildungsaspirationen, soziale Mobilität, zweite Generation, Bildungsbiografien, schulische Leistungen, institutionelle Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund trotz schwieriger ausgangsbedingungen einen erfolgreichen Bildungsabschluss erreichen können.
Die Themenfelder umfassen die Rolle der sozialen Herkunft, die Bedeutung familiärer und außerfamiliärer Unterstützung sowie die Mechanismen der sozialen Ungleichheit.
Ziel ist es, Faktoren und Handlungsstrategien zu identifizieren, die den Bildungsaufstieg trotz einer bildungsfernen Herkunft und materieller Knappheit fördern.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Kapitaltheorie und das Habitus-Konzept des französischen Soziologen Pierre Bourdieu.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Grundlegung die spezifischen Ressourcen (inner- und außerfamiliär) und die Rolle der Identität sowie biografischer Erfahrungen für den Bildungsaufstieg analysiert.
Zentrale Begriffe sind Bildungsresilienz, Kapitalarten, Habitustransformation, soziale Herkunft und Bildungsaspirationen.
Es werden ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Kapital unterschieden, deren Verfügbarkeit und Umwandlung entscheidend für die sozialen Positionierungschancen sind.
Die Familie wirkt als Fundament; elterliche Unterstützungskapazität und Bildungsaspirationen können als entscheidende Ressourcen für den Schulerfolg identifiziert werden.
Er bezeichnet die Nachkommen von Einwanderern, die entweder im Zielland geboren wurden oder früh eingewandert sind, und steht hier für eine spezielle Identitätslage im Bildungssystem.
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