Examensarbeit, 2006
78 Seiten, Note: sehr gut
Kapitel 1: Märchen im Deutschunterricht der Grundschule
1. Sachanalyse Märchen
1.1. Definition, Entstehungsgeschichte und Merkmale
1.2. Volksmärchen der Brüder Grimm
1.3. Märchenformen
1.4. Wirkung der Märchen auf Kinder
2. Legitimation
3. Literaturdidaktische Diskussion
3.1. Entwicklungsbedingte Voraussetzungen
3.2. Literaturdidaktische Konzepte
3.3. Märchen in der Literaturdidaktik
3.4. Märchen empirisch
4. Werkstattunterricht – Grundlagen und Eignung
Kapitel 2: Modelle von Märchenwerkstätten
1. Märchenwerkstatt, Oldenbourg Verlag
1.1. Anspruch
1.2. Angebot
1.3. Analyse und Bewertung ausgewählter Angebote
1.4. Gesamteindruck
2. Es war einmal..., Verlag an der Ruhr
2.1. Anspruch
2.2. Angebot
2.3. Analyse und Bewertung ausgewählter Angebote
2.4. Gesamteindruck
3. Lernwerkstatt Märchen der Brüder Grimm
3.1. Anspruch
3.2. Angebot
3.3. Analyse und Bewertung ausgewählter Angebote
3.4. Gesamteindruck
4. Märchenzeit, Kaltmeyer Verlag
4.1. Anspruch
4.2. Angebot
4.3. Analyse und Bewertung ausgewählter Angebote
4.4. Gesamteindruck
Kapitel 3: Der Delfin im Sonnenuntergang – ein Versuch
1. Einleitung
2. Lernziele
3. Angebot und Ausstattung
4. Verzeichnis und Beschreibung ausgewählter Angebote
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Märchen für Kinder im Grundschulalter und analysiert, wie diese im Rahmen des Werkstattunterrichts didaktisch sinnvoll eingesetzt werden können, um neben literarischer Bildung auch die Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
1.1. Definition, Entstehungsgeschichte und Merkmale
„Unter einem Märchen verstehen wir seit Herder und den Brüdern Grimm eine mit dichterischer Phantasie entworfene Erzählung besonders aus der Zauberwelt, eine nicht an die Bedingungen des Lebens geknüpfte wunderbare Geschichte, die hoch und niedrig mit Vergnügen anhören, auch wenn sie diese unglaublich finden (Bolte-Polívka).“ Dies ist nur eine von vielen Definitionen, die Lüthi in seiner Studie „Märchen“ zusammengestellt hat. „Ein von Mund zu Mund weitergegebenes Werk der epischen Dichtung ..., dessen Ziel die Darstellung eines erfundenen Inhaltes ist (Erna V. Pomeranceva)“ oder „Eine von den Bedingungen der Wirklichkeitswelt mit ihren Kategorien Zeit, Raum und Kausalität unabhängige Erzählung wunderbaren Inhaltes, die keinen Anspruch auf Glaubwürdigkeit hat (Kurt Ranke)“ sind weitere Definitionsversuche, die deutlich machen, dass der Begriff des Märchens kaum in einen Satz zu fassen ist. Zur wirklichen Erklärung ist ein Einblick in die Herkunft des Wortes, die Entstehungsgeschichte, und vor allen Dingen in die wesentlichen Merkmale des Märchens notwendig.
Das Wort Märchen, wie wir es heute benutzen, kommt von dem älteren Wort „märlein“. Beide bedeuten „kleine mär, kleine erzählung“1 Als Verkleinerungsform von „Mär“ (mittelhochdeutsch „maere“ = Kunde, Bericht, Erzählung, Gerücht) sind Märchen demnach kleine, kurze Erzählungen. Das Wort erfuhr jedoch eine negative Bedeutungsverschiebung und wird als Gegensatz zur wahren Geschichte gedeutet.2 In der Sturm- und Drangzeit des 18. Jahrhunderts gewannen die Märchen an Prestige und wurden als Quell der Poesie angesehen. Eine weitere Aufwertung erlebten sie im 19. Jahrhundert durch die Sammlungen der Brüder Grimm und Ludwig Bechsteins sowie durch die Werke deutscher Romantiker und Hans Christian Andersens.3
Kapitel 1: Märchen im Deutschunterricht der Grundschule: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende sachanalytische und literaturdidaktische Aufarbeitung des Themas und begründet die Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung sowie deren Integration in den Grundschulunterricht.
Kapitel 2: Modelle von Märchenwerkstätten: Hier erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme und Bewertung von vier kommerziellen Unterrichtsmodellen für Märchenwerkstätten hinsichtlich ihres Anspruchs, ihres Angebots und ihrer didaktischen Qualität.
Kapitel 3: Der Delfin im Sonnenuntergang – ein Versuch: Das abschließende Kapitel stellt ein eigenes, auf den vorangegangenen Analysen basierendes Konzept für eine Märchenwerkstatt vor, inklusive Zielsetzungen und praktischer Umsetzungshinweise.
Märchen, Grundschule, Werkstattunterricht, Literaturdidaktik, Brüder Grimm, Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Leseförderung, Phantasie, Märchenanalyse, Märchenformen, Märchenrezeption, Persönlichkeitsentwicklung, Unterrichtskonzeption, Kreatives Schreiben.
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Märchen im Werkstattunterricht der Grundschule, ausgehend von einer theoretischen Fundierung bis hin zur praktischen Konzeptualisierung.
Die Arbeit fokussiert auf die Definition und Wirkung von Märchen, die didaktische Legitimation, die Analyse bestehender Lehrmaterialien und die Anforderungen an einen handlungsorientierten Unterricht.
Das Ziel ist es, den Nutzen von Märchen für den Grundschulunterricht aufzuzeigen und ein fundiertes, praktisch anwendbares Modell für eine Märchenwerkstatt zu entwickeln.
Es handelt sich um eine theoretische und literaturdidaktische Analyse sowie eine kritische Evaluation und Modifikation existierender Unterrichtsmaterialien auf Basis empirischer Erkenntnisse zur kindlichen Märchenrezeption.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen verschiedene auf dem Markt erhältliche Werkstattmodelle gesichtet, analysiert und bewertet, bevor ein eigenes, optimiertes Konzept vorgestellt wird.
Die zentralen Begriffe sind Märchen, Werkstattunterricht, Literaturdidaktik, Handlungsorientierung, Märchenwerkstatt, Grundschule und Leseförderung.
Da Märchen als "Lebenslernstoff" dienen und die kindliche Imagination besonders fördern, bietet der Werkstattunterricht die ideale Struktur, um diesen Inhalten in einer handlungsorientierten und individualisierten Weise zu begegnen.
Die Bewertung zeigt auf, dass viele käufliche Materialien Lernziele vermissen lassen oder den literarischen Wert der Märchen durch rein mechanische Grammatikaufgaben gefährden können, was eine sorgfältige Auswahl und Modifikation durch die Lehrkraft unumgänglich macht.
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