Fachbuch, 2008
134 Seiten
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen: „Kurde“, „Kurdisch“ und „Kurdistan“
2.1 Wer gehört zu den Kurden?
2.2 Geographische Bestimmung „Kurdistans“
2.3 Die kurdischen Sprachen
3. Die Kurden und ihre Religionen
4. Die Kurden im Osmanischen Reich
4.1 Die Situation der Kurden bis zum 19. Jahrhundert
4.2 Das Osmanische Reich im 19. Jahrhundert
4.3 Die Bewertung der Aufstände im 19. Jahrhundert
5. Das Osmanische Reich und die Kurden bis zum Ende des 1. Weltkrieges
5.1 Sultan Abdulhamid II (1876 - 1909), die Jungosmanen und die Kurden
5.2 Das Osmanische Reich und die Kurden im 1. Weltkrieg
6. Die Kurden nach dem Waffenstillstandsabkommen von Mudros
6.1 Der Vertrag von Sèvres
7. Die Entwicklung der Kurden in der Türkei
7.1 Türkisch-kurdischer Widerstand gegen die alliierten Invasoren
7.2 Der Vertrag von Lausanne
7.3 Von türkisch-kurdischen Muslimen zu türkischen Staatsbürgern
7.4 Die Kemalisten und die Kurden
7.5 Scheich-Said Aufstand
8. Kurden innerhalb der Republik Türkei
8.1 Kurden und der Terrorismus
8.2 Die aktuelle Lage in der Republik Türkei
9. Kurden im Iran
9.1 Die Reformen des Schah Reza
9.2 Der Aufstand von „Simko“ (1918 - 1930)
9.3 Die Kurdische Regierung von Mahabad
9.4 Der Weg der iranischen Kurden vom Schah-Regime in die Islamische Revolution
10. Die Entwicklung der Kurden im Irak
10.1 Britisch-französischer Wettlauf um die Kolonisierung Iraks
10.2 Die Annexion Mosuls an den Irak
11. Irak bis zum 1. Golfkrieg
11.1 Bis zur Machtübernahme Saddam Husseins
11.2 Der erste Golfkrieg
12. Irak und die Kurden im 2. Golfkrieg
12.1 Beginn des 2. Golfkrieges
12.2 Der Kampf um die Meinungsbildung über den Irak
12.3 Der zweite Golfkrieg im Rückblick
13. Die Vorwände für eine dauerhafte US-Besatzung
13.1 Abrüstung als Kriegsgrund
13.2 Die Rolle der Kurden
14. Wiederaufbau als Teil des Wirtschaftskrieges
15. Wohin fließt das Öl?
16. Auf der Suche nach Demokratie
17. Ein Ausblick
Die Arbeit untersucht die historische und politische Entwicklung der Kurden im Osmanischen Reich sowie in den Nachfolgestaaten Türkei, Iran und Irak. Dabei wird insbesondere die Rolle von ethnischen Identitätskonzepten, nationalen Bewegungen und das wechselhafte Verhältnis zu den jeweiligen Zentralregierungen und ausländischen Mächten analysiert, wobei die Verknüpfung der kurdischen Siedlungsgebiete mit strategisch bedeutsamen Ressourcen wie Erdöl und Wasser im Zentrum steht.
2. Begriffsklärungen: „Kurde“, „Kurdisch“ und „Kurdistan“
Die Begriffe „Kurde“, „Kurdisch“ und „Kurdistan“ werden selbst in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet, ohne darauf einzugehen, worauf diese überhaupt referieren. Es entsteht dadurch der Eindruck, als gebe es per se die „Kurden“, etwas sei klar „kurdisch“ und es gebe eine einzige Nation namens „Kurdistan“.
Die „Kurden“ und “das kurdische Volk” sind keine voraussetzungslos gegebenen Begriffe, die man ohne weiteres auf jeden Abschnitt der Geschichte anwenden könnte. Wie man in den folgenden Kapiteln sehen wird, ist die Frage, wer alles zu den Kurden gehört, nicht einfach mit objektiven natur- bzw. kulturwissenschaftlichen Methoden verbindlich zu beantworten.
Der Ursprung des Begriffs „Kurde“ ist nicht endgültig geklärt. Es gibt verschiedene Hypothesen. Unter anderem wird vermutet, dass sich der Begriff „Kurde“ von dem sumerischen „Kur“ ableitet. „Kur“ bedeutet „Land“, von “Heimatland“, „Fremdland“ bis zu „Feindesland“. Eine andere Annahme ist die Abstammung von dem assyrischen Wort „Quti“. „Quti“ bedeutet „Einwohner von“ und ist semantisch mit dem sumerischen „Kur“ verwandt.
1. Einleitung: Einführung in die Aktualität der Kurdenfrage im Kontext politischer und wirtschaftlicher Interessen im Nahen Osten.
2. Begriffsklärungen: „Kurde“, „Kurdisch“ und „Kurdistan“: Problematisierung der Definition von ethnischer Identität und der Herkunft der Begriffe.
3. Die Kurden und ihre Religionen: Untersuchung des Einflusses verschiedener islamischer Glaubensrichtungen und Minderheitenreligionen auf die kurdische Gemeinschaft.
4. Die Kurden im Osmanischen Reich: Analyse der sozio-politischen Stellung kurdischer Stämme und Fürstentümer vor und während der Reformära des 19. Jahrhunderts.
5. Das Osmanische Reich und die Kurden bis zum Ende des 1. Weltkrieges: Darstellung der komplexen politischen Lage unter Sultan Abdulhamid II und der Auswirkungen des Ersten Weltkriegs.
6. Die Kurden nach dem Waffenstillstandsabkommen von Mudros: Analyse der geopolitischen Umbrüche und der gescheiterten Versuche für nationale Unabhängigkeit.
7. Die Entwicklung der Kurden in der Türkei: Behandlung des Widerstandes gegen Invasoren sowie der kemalistischen Reformpolitik und deren Folgen.
8. Kurden innerhalb der Republik Türkei: Diskussion der aktuellen Lage sowie der terroristischen Aktivitäten der PKK.
9. Kurden im Iran: Analyse der Reformen unter Schah Reza und der späteren kurdischen Bestrebungen (Mahabad-Republik) bis zur Islamischen Revolution.
10. Die Entwicklung der Kurden im Irak: Untersuchung der britischen Kolonialstrategien und der Annexion der Ölregion Mosul.
11. Irak bis zum 1. Golfkrieg: Darstellung der politischen Entwicklungen von der Machtübernahme Saddam Husseins bis zum Beginn des Iran-Irak-Krieges.
12. Irak und die Kurden im 2. Golfkrieg: Analyse der Rolle des Iraks und der Kurden während des Zweiten Golfkrieges.
13. Die Vorwände für eine dauerhafte US-Besatzung: Kritische Beleuchtung der amerikanischen Begründungen für die Intervention im Irak.
14. Wiederaufbau als Teil des Wirtschaftskrieges: Kritik an den privatisierten Wiederaufbaumaßnahmen unter westlicher Kontrolle.
15. Wohin fließt das Öl?: Untersuchung der strategischen Bedeutung des irakischen Öls für westliche Konzerne.
16. Auf der Suche nach Demokratie: Diskussion über die Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und der Lebensrealität im Nordirak.
17. Ein Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Zukunft der Kurdenfrage im regionalen Kontext.
Kurden, Kurdistan, Osmanisches Reich, Nationalismus, Naher Osten, Erdöl, Minderheitenpolitik, PKK, USA, Irak, Iran, Türkei, Autonomie, Kolonialismus, Religion.
Die Arbeit analysiert die Geschichte der Kurden vom Osmanischen Reich bis zur Gegenwart unter Berücksichtigung soziopolitischer und wirtschaftlicher Faktoren.
Zentrale Themen sind die Entwicklung des kurdischen Nationalismus, die Rolle religiöser Identitäten, die Auswirkungen der Grenzziehungen nach den Weltkriegen und die Bedeutung des Erdöls in den kurdisch besiedelten Regionen.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die komplexe Lage der Kurden in der Türkei, im Iran und im Irak zu schaffen, indem historische Zusammenhänge aufgezeigt und die oft fremdgesteuerten Interessenkonflikte dekonstruiert werden.
Der Autor verwendet eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die sich auf vorhandene Quellen, Dokumente und Literatur stützt, um die soziopolitische Entwicklung der Region nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und regionale Aufarbeitung der Geschichte der Kurden, beginnend im Osmanischen Reich, gefolgt von der spezifischen Entwicklung in den Nationalstaaten Türkei, Iran und Irak, sowie einer Analyse der neueren Konflikte im Zusammenhang mit westlichen Interventionen.
Schlüsselwörter sind Kurden, Kurdistan, Nationalismus, Erdöl, Minderheitenpolitik und geopolitische Interessen.
Der Autor argumentiert, dass die kurdische Frage historisch untrennbar mit den Interessen multinationaler Konzerne an den reichen Öl- und Wasserressourcen der Region verbunden ist, was die Unabhängigkeitsbestrebungen und die westlichen Interventionen maßgeblich beeinflusst.
Das Buch kritisiert scharf die Ausbeutung des Landes durch Besatzungsmächte und multinationale Konzerne und wirft den lokalen kurdischen Eliten vor, mit den Besatzern zu kollaborieren und dabei die langfristigen Interessen des kurdischen Volkes zu gefährden.
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