Magisterarbeit, 2008
104 Seiten
I. Einleitung
WIRTSCHAFT
II. Historischer Abriss:
1. Geschichte des chinesischen Eisenbahnbaus
2. Eingliederung der Strecke Golmud-Lhasa
3. Weitere Streckenplanungen
III. Projektvorstellungen:
1. Geopolitik
2. Großprojektstatus
IV. Ertrag des Zuges:
1. Politische Vorteile
2. Wirtschaftlicher Ertrag
3. Transport
V. Der Zug:
1. Technische Besonderheiten
2. Involvierte Unternehmen
3. Umweltfaktor
VI. Nutzung des Zuges:
1. Tourismus
2. Militär
3. Handelstransport
POLITIK
VII. Auswirkungen:
1. Gefahren für das Ökosystem
2. Bevölkerung
3. Bildungspolitische Folgen
VIII. Der Sino-Tibet-Konflikt:
1. Geschichte
2. Nationalismus
3. Der Status Tibets
4. Interventionen und UN und EU
IX. Politische Maßnahmen:
1. Pekings-Tibet-Politik
2. Minderheitenpolitik
3. Menschenrechte
4. “Umerziehungskampagnen”
X. Stimmen der Bevölkerung:
1. Interview
XI. Fazit
XII. Kartenanhang
XIII. Bibliographie
Die Arbeit untersucht das chinesische Eisenbahnprojekt von Golmud nach Lhasa mit dem Ziel, dessen geopolitischen und wirtschaftlichen Ertrag zu analysieren. Dabei wird insbesondere beleuchtet, welche politischen Vorteile sich für die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) durch die Finanzierung und Realisierung ergeben, wie die Bahn die ökonomische Effizienz des chinesischen Transportsystems beeinflusst und welche direkten Auswirkungen dieses Großprojekt auf das Autonome Gebiet Tibet sowie dessen Bevölkerung hat.
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit wird das letzte chinesische Eisenbahnprojekt dargestellt, dass zur Einheit des Streckensystems in China gefehlt hatte. Die Anbindung der Autonomen Region Tibet war seit den 50er Jahren Vorhaben der Kommunistischen Partei China (KPCh) und Tibet das einzige Gebiet, welches nicht mit der Hauptstadt Beijing verbunden war.
Im Jahre 2006 gelang nach vierjährigen Bauarbeiten die Fertigstellung der Eisenbahnlinie unter öffentlichem Interesse und Kritiknahme aus dem Ausland. Die chinesische Berichterstattung über Finanzierung, Umweltverträglichkeit und Nutzung des Zuges differenzierte stark von den tibetischen und den ausländischen Nachrichten. Die territoriale Anbindung Tibets an die Volksrepublik (VRCh) durch direkten Schienenanschluss besitzt Auswirkungen auf viele Bereiche. Im Rahmen dieser Untersuchung werde ich den Fokus auf den Ertrag der Bahn im (geo-)politischen und wirtschaftlichen Bereich richten. Dazu gehören in erster Linie die politischen Vorteile, die sich für die KPCh ergeben, unter deren Finanzierung das Projekt verwirklicht wurde. Der ökonomische Gewinn der Zugstrecke wird in Hinblick auf das Transportsystem Chinas und dessen Effizienz überprüft.
Die Konflikte zwischen Tibetern und chinesischen Siedlern in Lhasa, die im März dieses Jahres begannen, machten die Einreise zur Forschungsarbeit vor Ort und Fahrt mit der 青 藏 铁 路 Qingzang-Bahn unmöglich. Kurz nach den Ausschreitungen innerhalb der Bevölkerung wurde von der chinesischen Regierung keine Art von Visa mehr vergeben und die im Autonomen Gebiet Tibet (Tibet Autonomous Region, TAR) lebenden Ausländer verwies man des Landes. Durch dieses Ereignis konnten die für diese Untersuchung geplanten Interviews mit chinesichen Siedlern und tibetischen Einwohnern nicht stattfinden. Um trotzdem den Aspekt der Bevölkerungsstimmen zu integrieren, ist das Interview mit Geshe Tsondue Gyatso, einem tibetischen Exilmönch, am Ende der Arbeit beigefügt.
I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Eisenbahnprojekt Golmud-Lhasa im Kontext der chinesischen Politik und Infrastrukturentwicklung zu analysieren und dessen Folgen für Tibet aufzuzeigen.
II. Historischer Abriss: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte des chinesischen Eisenbahnbaus, ordnet die Strecke Golmud-Lhasa historisch ein und diskutiert weitere Streckenplanungen.
III. Projektvorstellungen: Hier werden die geopolitischen Faktoren und der Status des Projekts als technisches Großvorhaben unter der Führung der KPCh untersucht.
IV. Ertrag des Zuges: Dieses Kapitel analysiert die politischen Vorteile für die Regierung sowie den wirtschaftlichen Ertrag und die Funktion des Zuges im nationalen Transportsystem.
V. Der Zug: Hier stehen die technischen Besonderheiten, die am Bau beteiligten Unternehmen sowie der Umweltfaktor bei der Konstruktion im Mittelpunkt.
VI. Nutzung des Zuges: Das Kapitel betrachtet die drei Hauptanwendungsbereiche der Strecke: Tourismus, Militärpräsenz und Handelstransport.
VII. Auswirkungen: Dieses Kapitel widmet sich den negativen ökologischen Folgen, der demographischen Situation und den bildungspolitischen Konsequenzen für die Region Tibet.
VIII. Der Sino-Tibet-Konflikt: Hier wird die historische Entwicklung, der chinesische Nationalismus, der Status Tibets und die internationale Rolle von UN und EU im Konflikt dargelegt.
IX. Politische Maßnahmen: Dieser Teil befasst sich mit Pekings Tibet-Politik, der Minderheitenpolitik, der Menschenrechtslage und den durchgeführten Umerziehungskampagnen.
X. Stimmen der Bevölkerung: Dieses Kapitel enthält ein Interview mit einem tibetischen Exilmönch, der seine Perspektive auf das Bahnprojekt und dessen Folgen schildert.
XI. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Bahn als Instrument der chinesischen Politik und Wirtschaft.
Qingzang-Bahn, Tibet, KPCh, Eisenbahnbau, Geopolitik, Minderheitenpolitik, Menschenrechte, Rohstoffabbau, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Autonomie, Sino-Tibet-Konflikt, Tourismus, Umweltverträglichkeit, Modernisierung
Die Arbeit untersucht das chinesische Eisenbahnprojekt von Golmud nach Lhasa und bewertet dessen Auswirkungen auf das Autonome Gebiet Tibet sowie den sino-tibetischen Konflikt.
Die Arbeit fokussiert auf wirtschaftliche, geopolitische und politische Aspekte des Bahnbaus, technische Herausforderungen, Umweltauswirkungen sowie soziale und demographische Veränderungen in Tibet.
Das Ziel ist es, den Nutzen der Eisenbahn für die chinesische Regierung (politisch und wirtschaftlich) gegen die Konsequenzen für den tibetischen Raum und dessen Bevölkerung abzuwägen.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse öffentlich zugänglichen Materials der chinesischen Regierung, internationaler Berichte sowie einer Feldstudie in Form eines Experten-Interviews mit einem tibetischen Exilmönch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der wirtschaftlichen Erträge, der politischen Strategien der KPCh (inklusive Minderheiten- und Menschenrechtspolitik) sowie die konkreten Folgen für das Ökosystem und die Gesellschaft Tibets.
Zentrale Begriffe sind Qingzang-Bahn, sino-tibetischer Konflikt, Modernisierung, Ressourcenerschließung, politische Kontrolle und Autonomie.
Die Autorin stellt dar, dass der Personenverkehr wirtschaftlich kaum profitabel ist, betont jedoch den strategischen Wert des Gütertransports (insbesondere Rohstoffe wie Kupfer, Gold und Öl) für die chinesische Volkswirtschaft.
Der Zug wird als Instrument zur verstärkten Mobilisierung und logistischen Präsenz des chinesischen Militärs in Tibet identifiziert, was die staatliche Kontrolle über das Grenzgebiet signifikant erhöht.
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