Bachelorarbeit, 2018
82 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Stationäre Jugendhilfe
2.2. Care Leaver
2.3. Bindung
2.3.1. Die Bindungstheorie nach John Bowlby
2.3.2. Bindungsbeziehung zur Erzieherin
2.4. Soziale Netzwerke
2.4.1. Leitthesen sozialer Netzwerke
2.4.2. Kategorien sozialer Netzwerke
3. Ausgangslage
3.1. Gesetzliche Gegebenheiten
3.2. Datenerhebung
3.3. Stichprobe und Auswahl
3.4. Auswertung der Daten
4. Entwicklungsaufgaben
4.1. Allgemeine Entwicklungsaufgaben
4.2. Entwicklungsaufgaben in der Familie
4.3. Entwicklungsaufgaben im Kontext der stationären Jugendhilfe
5. Aufgabenprofile der unterstützenden Dienste
5.1. Aufgabenprofil des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD)
5.2. Aufgabenprofil der Sozialhilfe
6. Welche Netzwerke sollen aufgebaut werden?
6.1. Sozial / emotionale Ebene
6.1.1. Bezugserziehung
6.1.2. Freundschaften
6.2. Organisatorische Ebene
6.2.1. Schule als Sozialisationsort
6.2.2. Kostenheranziehung
6.2.3. Freizeiteinrichtungen
6.2.4. Ombudsstellen und Care Leaver Netzwerke
6.3. Unterstützende Ebene
6.3.1. Check-out Seminar
6.3.2. Kultur des Zurückkommen Könnens
6.3.3. Mobile Jugendhilfe
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie Care Leaver nach dem Verlassen der stationären Jugendhilfe tragfähige soziale Netzwerke aufbauen können, um den Übergang in ein selbstständiges Leben zu erleichtern, wobei ein besonderer Fokus auf der Bedeutung der Bindungstheorie zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben liegt.
2.3.1. Die Bindungstheorie nach John Bowlby
„Bindung meint die besondere Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern oder zu anderen beständigen Bezugspersonen. Sie ist das emotionale Band, das es mit diesen anderen, besonderen Personen über Raum und Zeit verbindet.“ (Unzner 2002, S. 47) Grundlegend geht es in der Bindungstheorie von John Bowlby um die Hypothese, dass die Unterschiede, in der Art und Weise, wie sich Bindungen entwickeln und zu welcher Organisation es bei verschiedenen Personen im Verlauf der kindlichen Entwicklung kommt, zu bestimmen scheinen, ob eine Person psychisch gesund aufwächst oder nicht. Dabei wird die entscheidende Komponente der menschlichen Natur in der Neigung starke emotionale Bindungen zu spezifischen Individuen aufzubauen, gesehen. Im Keim ist dies bereits bei Neugeborenen zu sehen und bleibt bis zum Erwachsenenalter bzw. sogar bis ins hohe Alter erhalten. Bindungen zu den Eltern oder Elternersatzfiguren bestehen während der Kindheit und die Kinder suchen Schutz, Trost und Hilfe. Bei gesunder Entwicklung bleiben sie bestehen, überdauern das Jugendalter und reichen bis ins Erwachsenenalter. Sie werden lediglich durch neue Bindungen ergänzt (vgl. Bowlby 1999, S. 20f.). Wie oben erwähnt, war die Vermutung zu Beginn, dass die Bindung aufgrund der Ernährerrolle der Mutter besteht. Dies spielt in manchen Beziehungen eine Rolle, sie bestehen jedoch aus sich heraus und haben eine eigene Überlebensfunktion, nämlich die Schutzfunktion (vgl. ebd., S. 21). Die Fähigkeit diese Bindungen einzugehen ist ein grundlegendes Merkmal einer effektiv funktionierenden Persönlichkeit und psychischer Gesundheit. Der Drang, die Umwelt zu erkunden, zu spielen und an verschiedenen Aktivitäten mit Gleichaltrigen teilzunehmen, stellt eine weitere Komponente der Bindungsfigur. Fühlt sich die Person, gleich welchen Alters sicher, wird sie wahrscheinlich ihr Umfeld erkunden. Ist das Gegenteil der Fall, wird sie also erschreckt, ist ängstlich oder fühlt sich unwohl, ist ein starkes Bedürfnis nach Nähe zu verspüren. Die dritte Komponente menschlichen Verhaltens verweist auf die elterliche Fürsorge, die komplementär zum Bindungsverhalten des Kindes ist. Dabei handelt es sich um innere Arbeitsmodelle, welche vom Kind selbst sowie von der Mutter erstellt werden. Die Funktion derer besteht in der Simulation von Ereignissen und Realität, sodass das Individuum sein Verhalten einsichtig und vorausschauend planen kann. Je adäquater und zutreffender das geschieht, desto besser angepasst ist das darauf beruhende Verhalten (vgl. ebd., S. 23). Diese Interaktionsmuster haben eine große
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lebenssituation von Care Leavern nach dem Auszug aus der stationären Jugendhilfe und verdeutlicht die Notwendigkeit stabiler Netzwerke.
2. Definitionen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie stationäre Jugendhilfe, Care Leaver, Bindung und soziale Netzwerke als Grundlage für die weitere Analyse.
3. Ausgangslage: Es wird der rechtliche und methodische Rahmen der Untersuchung dargelegt, einschließlich der Datenerhebung durch Befragungen von Care Leavern.
4. Entwicklungsaufgaben: Der Fokus liegt auf der theoretischen Auseinandersetzung mit Entwicklungsaufgaben, besonders im Kontext der stationären Jugendhilfe und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit.
5. Aufgabenprofile der unterstützenden Dienste: Das Kapitel beschreibt die Rollen und Aufgaben des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) sowie der Sozialhilfe bei der Unterstützung junger Erwachsener.
6. Welche Netzwerke sollen aufgebaut werden?: Hier werden konkrete Ansätze auf sozial-emotionaler, organisatorischer und unterstützender Ebene zur Netzwerkstärkung vorgestellt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit politischer und fachlicher Verbesserungen, um Care Leavern den Übergang in ein eigenständiges Leben durch tragfähige Netzwerke zu erleichtern.
Care Leaver, Stationäre Jugendhilfe, Bindungstheorie, Soziale Netzwerke, Entwicklungsaufgaben, Jugendamt, Sozialhilfe, Bezugserziehung, Übergangsmanagement, Empowerment, Selbstständigkeit, Soziale Arbeit, Lebenswelt, Bindungsbeziehung, Übergang
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Situation von Care Leavern, also jungen Erwachsenen, die aus der stationären Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben wechseln, und untersucht soziale Netzwerke als wichtige Ressource.
Zentrale Themen sind der Aufbau stabiler sozialer Netzwerke, die Bedeutung der Bindungstheorie, die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben sowie die Rolle unterstützender Dienste wie Jugendamt und Sozialhilfe.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie tragfähige soziale Netzwerke für Care Leaver aufgebaut werden können, um den Übergang in die Selbstständigkeit erfolgreich zu gestalten und bestehende Bindungen aufrechtzuerhalten.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Bindungstheorie und Entwicklungsaufgaben sowie auf die Auswertung einer empirischen Datenerhebung durch schriftliche Befragungen und Interviews mit Care Leavern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Bindung, Netzwerke), eine Analyse der Ausgangslage, die Betrachtung von Entwicklungsaufgaben, die Vorstellung von Aufgabenprofilen unterstützender Dienste sowie konkrete Netzwerk-Strategien.
Sie zeichnet sich durch die Verknüpfung von pädagogischer Theorie (insb. Bowlby und Havighurst) mit den konkreten Lebensrealitäten junger Erwachsener und den administrativen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe aus.
Die Bindungstheorie erklärt, wie junge Menschen Bindungen aufbauen und aufrechterhalten; für Care Leaver ist dies kritisch, da der Auszug aus der stationären Jugendhilfe oft einen abrupten Bindungsabbruch zur Folge hat.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Fachkräfte durch die Förderung von Netzwerken und die Etablierung einer „Kultur des Zurückkommen Könnens“ massiv dazu beitragen können, dass junge Erwachsene auch nach dem offiziellen Ende der Hilfe eine tragfähige Unterstützung behalten.
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