Bachelorarbeit, 2008
37 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Gedichtete Bürgerlichkeit in den Buddenbrooks
2.1 Der Begriff des „Bürgerlichen“
2.2 Das Milieu: Die Freie Hansestadt Lübeck
2.3 Das Bürgerliche in den Buddenbrooks
2.3.1 Die Bürger des alten Stils
2.3.2 Der gefährdete Bürger
3 Identitätskrise und ungehemmte Entbürgerlichung
3.1 Thomas
3.2 Christian
3.3 Schlussbetrachtung
4 Fazit
Die Arbeit untersucht den Prozess der Entbürgerlichung bei Thomas und Christian Buddenbrook in Thomas Manns Roman „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“. Ziel ist es aufzuzeigen, dass dieser Zerfall kein bloßes Abbild der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung darstellt, sondern vielmehr ein spezifischer, psychologisch bedingter innerfamiliärer Prozess ist, der zu einer persönlichen Entfremdung der Protagonisten führt.
3.1 Thomas
Thomas Buddenbrook ist der älteste Sohn von Johann und Elisabeth Buddenbrook und nach dem Tod seines Vaters Erbe der Getreidegroßhandlung Buddenbrook. Er ist gewillt, das Erbe seiner Väter im Sinne der bürgerlichen Prinzipien fortzuführen und sich gegen jede innerliche Anfechtung zur Wehr zu setzen. Zunächst wird Thomas Buddenbrook als moderner Unternehmertyp dargestellt, der die Überlieferungen seiner Vorgänger zwar beachtet, dem Geschäft aber einen neuen, kühneren Impuls zu geben versucht. Thomas befindet sich in einer Mittelstellung zwischen der konservativen Denkweise seiner Väter und einem Neuerungstrieb. Er hat die Arbeitsmoral seiner Väter geerbt, wird aber als junger Mann von Ehrgeiz und einem ausgeprägten Wunsch nach Individualität getrieben.
Nach dem Tod seines Vaters sieht er sich nicht in der Rolle des bescheidenen Nachfolgers, sondern ist bemüht „den Gang der Dinge ganz gegenwärtig mit Blick, Mund und Geste zu dirigieren…ihn mit dem unmittelbaren Einfluss meines Willens, meines Talentes, meines Glückes […] zu beherrschen“ Das Familienunternehmen ist für Thomas folglich kein Selbstzweck, sondern vielmehr ein Mittel für seinen individuellen Ehrgeiz.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Entbürgerlichung und Formulierung der Forschungsfrage zur psychologischen Dimension dieses Prozesses in Thomas Manns Roman.
2 Gedichtete Bürgerlichkeit in den Buddenbrooks: Theoretische Herleitung des Bürgerbegriffs und Darstellung des Lübecker Milieus, um die Ausgangsposition der Familie Buddenbrook zu definieren.
3 Identitätskrise und ungehemmte Entbürgerlichung: Detaillierte Analyse der Protagonisten Thomas und Christian, ihrer jeweiligen Identitätskrisen und ihres unterschiedlichen Umgangs mit den bürgerlichen Idealen.
4 Fazit: Zusammenfassende Widerlegung der These, dass der Verfall der Familie Buddenbrook direkt mit dem gesellschaftlichen Verfall des Bürgertums korrespondiert; stattdessen wird die individuelle psychologische Entfremdung betont.
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Die Arbeit analysiert die „Entbürgerlichung“ der Familie Buddenbrook in Thomas Manns gleichnamigem Roman, wobei der Fokus auf den beiden Brüdern Thomas und Christian liegt.
Zentrale Felder sind die Definition von Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert, der Einfluss des hanseatischen Milieus und die psychologische Entwicklung der Protagonisten.
Ziel ist es zu belegen, dass die Entbürgerlichung in dem Roman kein rein gesellschaftlich-historisches Phänomen ist, sondern ein spezifischer, psychologisch fundierter Prozess innerhalb der Familie.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse des Romans unter Einbeziehung zeitgenössischer sowie moderner literaturwissenschaftlicher und sozialhistorischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Bürgerlichkeit, die Charakterisierung des sozialen Milieus von Lübeck sowie die detaillierte psychologische Untersuchung der Brüder Thomas und Christian.
Wichtige Begriffe sind Entbürgerlichung, Identitätskrise, Bürgerlichkeit, Thomas Mann, Buddenbrooks sowie der psychologische Verfall des Individuums.
Thomas versucht verzweifelt, den bürgerlichen Schein zu wahren und leidet an einem inneren Zwiespalt, während Christian den Leistungsdruck der bürgerlichen Welt offen ablehnt und ein unbürgerliches, instabiles Dasein führt.
Die „Haltung“ wird für Thomas von einer bürgerlichen Tugend zur schauspielerischen Fassade, die er in panischer Angst vor einer Entlarvung als „Nicht-Bürger“ aufrechterhält.
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