Masterarbeit, 2022
103 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Struktur der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Innovationsforschung zu Adoption, Diffusion und Akzeptanz
2.1.1 Definition Innovation
2.1.2 Rogers Diffusionstheorie
2.1.3 Technologieakzeptanzforschung
2.1.4 Einfluss des Change Agents auf den Innovations- Entscheidungs- Prozess
2.2 Stand der Forschung von Gesundheitsinnovationen
2.2.1 Systemische Betrachtung
2.2.2 Implementierungsforschung
2.2.3 Consolidated Framework for Implementation Research
3 Der Markt der gesetzlichen Krankenversicherung
3.1 Innovationsförderung zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität
3.2 Gemeinsame und divergente Ziele der Stakeholder in der GKV
3.3 Möglichkeiten und Grenzen von Kooperationen
3.4 Digitale Gesundheitsanwendungen
4 Methodik
4.1 Zielsetzung
4.2 Methodenwahl
4.3 Untersuchendes Datenmaterial
4.3.1 Dokumentenanalyse
4.3.2 Fallstudie Digitale Gesundheitsanwendungen
4.4 Rahmenstruktur zur Kategorienbildung
5 Datenauswertung
5.1 Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer
5.2 Pressemitteilung DGIM vom 22.03.2022
5.3 Bericht des GKV- Spitzenverband
5.4 Pressemitteilung des Spitzenverband Digitale Versorgung vom 15.03.2022
6 Diskussion der Kritikpunkte und Lösungsvorschläge
6.1 Preise
6.2 Zusatznutzen
6.3 Evidenz
6.4 Innovationsgrad
6.5 Prozess der Einbindung in den Behandlungsalltag
6.6 Digital Readiness im deutschen Gesundheitssystem
6.7 Prozess des Fast- Tracks
7 Fallstudie Digitale Gesundheitsanwendungen
7.1 Analyse alternativer Zugangswege der digitalen Versorgung in die GKV
7.2 Analyse der Mental Health Apps
7.3 DiGA im Indikationsgebiet Psyche
7.3.1 DiGA des Unternehmens GAIA AG
7.3.2 DiGA des Unternehmens HelloBetter
7.3.3 DiGA des Unternehmens Selfapy
7.3.4 Invirto
7.3.5 somnio
7.3.6 Novego
7.3.7 Mindable
7.3.8 Nichtraucherhelden
7.4 Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Mental health Apps
7.5 Analyse der Onkologie Apps
7.6 Beurteilung und Interpretation
8 Limitationen
8.1 Datenerhebung
8.2 Kritische Auseinandersetzung der Methodendurchführung
9 Fazit
Diese Masterthesis untersucht die Chancen und Herausforderungen für Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) im komplexen System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Anforderungen relevanter Stakeholder für eine nachhaltige Unternehmensausrichtung in diesem stark reglementierten Markt maßgeblich sind und wie DiGA-Hersteller diese strategisch berücksichtigen können.
2.1.1 Definition Innovation
Zunächst wird Innovation im Rahmen der Fragestellung von digitalen Gesundheitsinnovationen in der GKV definiert. Medizin- Apps gab es bereits vor Einführung des Anspruchs auf DiGA und gelten im privaten Markt nicht mehr als Neueinführung.
Hauschildt und Salomo fassten die verschiedenen Definitionen von Innovation zusammen. In den meisten Definitionen wurde der Neuigkeitsbegriff angewandt. Dabei konstatieren sie: „Die Neuartigkeit muss wahrgenommen werden, Zweck und Mittel in einer bisher nicht bekannten Form verknüpft werden“,.. „sowie „sich auf dem Markt oder im innerbetrieblichen Einsatz zu bewähren“. Die Frage nach der Neuigkeit beurteilen sie in verschiedenen Dimensionen. Inhaltlich wird bewertet, was neu ist. Produktinnovationen können am Markt durch effektive Zielerfüllung neuer Zwecke oder bereits bestehender Zwecke in neuer Weise unterschieden werden. Prozessinnovationen können durch neue Faktorkombinationen die Zielsetzung effizienter erfüllen. DiGA werden im Rahmen dieser Arbeit sowohl als Produktinnovation, also das Produkt App, als auch als Prozessinnovation bewertet. Nicht nur das Produkt Medizin- App gilt hier als Innovation, sondern die DiGA als neuer Leistungsanspruch in der GKV und der dazugehörige Zulassungsprozess vor dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM). Auch für Leistungserbringer ist diese Behandlungsform eine Innovation, da die digitale Versorgung bisher nicht zum Standardrepertoire gehörte. DiGA sind Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, insbesondere, wenn weitere Komponenten wie Ergänzung des Softwareprogramms dazukommen. Bereits Rogers betonte die Sichtweise der Innovationsempfänger. Die Neuartigkeit hängt von der subjektiven Wahrnehmung derer ab, die die Innovation betrachten. In dieser Arbeit wird die Innovation aus Sicht der Akteure im GKV System betrachtet. Dies sind Ärzte, Therapeuten, Patienten, aber auch die Krankenkassen. In Bezug auf die Fragestellung der Chancen und Herausforderungen werden in der Stakeholderanalyse deren Anforderungen betrachtet. Die starke Betonung auf Neuartigkeit lässt außer Acht, dass außerdem noch die Komponente des Nutzens für den Erfolg einer Innovation von Bedeutung ist. Daher werden Innovationsmerkmale in dieser Arbeit ebenfalls betrachtet.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Digitalisierung im GKV-Markt ein und definiert die zentralen Zielsetzungen sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden relevante Modelle der Innovationsforschung, wie Rogers Diffusionstheorie und das Technologieakzeptanzmodell, auf den Gesundheitssektor und das Implementierungs-Framework (CFIR) übertragen.
3 Der Markt der gesetzlichen Krankenversicherung: Dieses Kapitel beleuchtet die regulatorischen Rahmenbedingungen, das Wirtschaftlichkeitsgebot und die komplexen Interessenkonflikte zwischen den Stakeholdern in der GKV.
4 Methodik: Es wird das qualitative Vorgehen beschrieben, welches Dokumentenanalysen offizieller Stellungnahmen sowie eine eingebettete Fallstudie umfasst.
5 Datenauswertung: Die Ergebnisse der Dokumentenanalyse aus den verschiedenen Stakeholder-Perspektiven (Krankenkassen, Hersteller, Psychotherapeuten) werden hier präsentiert.
6 Diskussion der Kritikpunkte und Lösungsvorschläge: Dieses Kapitel analysiert kritisch Themen wie Preisgestaltung, Zusatznutzen, Evidenznachweise und Innovationsgrad von DiGA und leitet Handlungsempfehlungen ab.
7 Fallstudie Digitale Gesundheitsanwendungen: Hier findet die detaillierte Evaluierung der gewählten DiGA im Bereich Psyche und Onkologie unter Anwendung der aufgestellten Erfolgskriterien statt.
8 Limitationen: Die Arbeit reflektiert hier kritisch ihre methodischen Grenzen, insbesondere in Bezug auf die Datenquellen und die Objektivität der Experteninterviews.
9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren Kooperation zur nachhaltigen Integration digitaler Innovationen.
Digitale Gesundheitsanwendungen, DiGA, Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Innovationsforschung, Implementierungsforschung, CFIR-Framework, Stakeholderanalyse, Versorgungsmanagement, Digitale Innovationen, Digital Health, Evidenzbasierte Medizin, Nutzenbewertung, Selektivverträge, Patientenversorgung.
Die Arbeit untersucht die spezifischen Chancen und Herausforderungen, mit denen Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen konfrontiert sind, wenn sie ihre Produkte in den stark regulierten Markt der deutschen Gesetzlichen Krankenversicherung einführen wollen.
Die Arbeit deckt Innovationsforschung, die regulatorischen Rahmenbedingungen des GKV-System, die Implementierung digitaler Lösungen durch verschiedene Akteure sowie spezifische Fallanalysen von DiGA in den Indikationsbereichen Psyche und Onkologie ab.
Das Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse der GKV-Stakeholder herauszuarbeiten, um daraus erfolgskritische Faktoren für die nachhaltige Vermarktung und Implementierung von DiGA-Produkten abzuleiten.
Die Autorin nutzt einen qualitativen Ansatz, bestehend aus einer regelgeleiteten Dokumentenanalyse offizieller Stellungnahmen und einer explorativen Fallstudie, ergänzt durch ein Experteninterview mit einer Krankenkassen-Expertin.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine marktanalytische Einordnung der GKV, eine methodische Auswertung von Branchendokumenten und eine tiefgehende Evaluation (Fallstudie) von zugelassenen DiGA-Produkten.
Zentrale Begriffe sind DiGA, GKV, CFIR-Framework, Innovationsgrad, Evidenznachweis, Stakeholder-Strategien und Versorgungsmanagement.
Das Fast-Track-Verfahren ermöglicht einen schnellen Marktzugang zur Regelversorgung, wird aber von Stakeholdern wie dem GKV-Spitzenverband kritisiert, da die Evidenz zum tatsächlichen medizinischen Nutzen häufig erst im Erprobungsjahr nachgeliefert werden muss.
Laut der Studie wirken Kooperationen mit Krankenkassen oder Kliniken als Beschleuniger für die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten. Sie helfen Startups, Marktzugangshürden zu überwinden und ihre Produkte besser auf reale Versorgungsbedürfnisse auszurichten.
Die Autorin stellt fest, dass hohe Preise für digitale Produkte ohne belegten Zusatznutzen oder ohne Einbindung in den Behandlungsprozess von Kassen kritisch gesehen werden und empfiehlt daher eine Orientierung an den Kosten analoger Standardbehandlungen.
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