Bachelorarbeit, 2022
24 Seiten, Note: 1
1. Einleitung und Fragestellung
2. Die Vorlage: George Taboris Mein Kampf- eine Farce
2.1. Besetzung der deutschen Erstaufführung
2.2. Zur Handlung
2.3. Aufbau und Form des Dramas
3. Forschungsstand: Hitler und das NS-Regime auf der Bühne seit 1945
4. Aufführungsanalyse – Mein Kampf von Itay Tiran am Wiener Burgtheater
4.1. Besetzung und Produktion
4.2. Szenographie
4.2.1. Szene 1.1 Glaube und Zweifel
4.2.2. Szene 2.3. Die Geburt eines Monsters
4.3. Zeitgenössische Referenzen
5. Zur Funktion der Komik
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie in George Taboris Theaterstück "Mein Kampf – eine Farce" durch das Mittel der Komik und zeitgenössische Referenzen eine Aktualisierung der Darstellung des Nationalsozialismus sowie Hitlers auf der Bühne erreicht wird, ohne die historische Schwere zu verharmlosen.
4.2. Szenographie
Jessica Rockstroh (Bühnenbild) übersetzte den Austragungsort der Handlung, der ein Männerwohnheim in der Wiener Blutgasse ist, in eine trapezförmige (Grundriss der Bühne) „Holzbaracke“36, die weder Türen noch Fenster aufweist. In der Mitte der Bühne hängt eine nackte Glühbirne von der Decke, an der rechten Wandseite steht eine Radiator-Heizung, an einer Holzwand ist eine Weinkiste befestigt, die noch als Regal oder Ablagefläche dienen wird, ein Radio ist zu sehen, das im Laufe der Vorstellung eingesetzt wird. Die Holzwände weisen bei genauer Betrachtung Einschnitte auf, die sich im Laufe der Handlung als Öffnungen, Türen, Fenster oder Klappböden erweisen, durch die weitere Figuren auf die Bühne treten.
Im Verlauf der Aufführung wird aus dem anfangs schlichten und aufgeräumten Bühnenbild ein immer chaotischeres. Einerseits bringen die einzelnen Figuren des Stückes diverse Requisiten mit, die am Bühnenboden liegen bleiben oder den Raum nicht wieder verlassen, andererseits werden Requisiten aus einem von Adolf Hitler mitgebrachten Koffer herausgeholt, die erneut auf dem Bühnenboden verstreut werden. Adolf Hitler, der am Ende der ersten Szene auftritt und in das Männerheim einzieht, malt mittels Kreide ein Viereck auf den Bühnenboden, um damit sein Bett zu markieren. Es wird dadurch von den ZuschauerInnen nur imaginiert werden.
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Moment der Komik in Taboris Stück im Rahmen der Wiener Burgtheater-Neuinszenierung 2020 zu untersuchen.
2. Die Vorlage: George Taboris Mein Kampf- eine Farce: Hier wird der Untersuchungsgegenstand vorgestellt, die Genese des Stückes beleuchtet und die inhaltliche Handlung sowie die dramaturgische Struktur des Werkes skizziert.
3. Forschungsstand: Hitler und das NS-Regime auf der Bühne seit 1945: Dieses Kapitel bietet einen historisierenden Überblick über die Theaterpraxis im Umgang mit dem Holocaust seit 1945 und ordnet Taboris Werk in den Kontext unterschiedlicher ästhetischer Strategien ein.
4. Aufführungsanalyse – Mein Kampf von Itay Tiran am Wiener Burgtheater: Der Kern der Arbeit analysiert die spezifische Inszenierung von Itay Tiran, wobei Besetzung, Szenographie und die Integration zeitgenössischer Referenzen detailliert untersucht werden.
5. Zur Funktion der Komik: Das Kapitel reflektiert die theoretische Bedeutung der Komik als Lebenshaltung und Mittel zur Bewältigung des Unerträglichen, unter Einbezug von Freuds Humortheorie.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die bestätigt, dass die Inszenierung durch das Mittel der Komik eine Aktualisierung erfährt, ohne den Holocaust zu verharmlosen.
George Tabori, Mein Kampf – eine Farce, Itay Tiran, Wiener Burgtheater, Holocaust, Nationalsozialismus, Komik, Schwarzer Humor, Aufführungsanalyse, Zeitgenössische Referenzen, Theatergeschichte, Dokumentartheater, Postdramatik, Bewältigungsdramen, Antisemitismus
Die Arbeit analysiert die moderne Inszenierung von George Taboris Theaterstück "Mein Kampf – eine Farce" am Wiener Burgtheater durch den Regisseur Itay Tiran unter besonderer Berücksichtigung der eingesetzten komischen Stilmittel.
Zentrale Themen sind die Darstellung des Holocaust und des Nationalsozialismus auf der Bühne, die theatergeschichtliche Entwicklung der Aufarbeitung dieser Themen sowie der spezifische Einsatz von Humor als Distanzierungsinstrument.
Die Arbeit untersucht, wie durch das Moment der Komik und zeitgenössische Referenzen eine Aktualisierung des Stückes möglich ist, ohne dabei die historische Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus zu verharmlosen.
Es wird eine Aufführungsanalyse in Kombination mit einer close reading Methode des Stücktextes angewandt, um die komischen Momente und die Inszenierungsstrategien herauszuarbeiten.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Aufführungsanalyse der Inszenierung von 2020, inklusive Szenographie und der Einbettung von Anspielungen auf aktuelle rechtspopulistische Diskurse.
Die zentralen Begriffe umfassen u.a. George Tabori, Holocaust, Komik, Wiener Burgtheater, Inszenierungsanalyse und Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Hitler als Witzfigur inszeniert wird, um sein späteres Wirken als Massenmörder zu konterkarieren und eine emotionale Distanz beim Publikum zu erzeugen.
Moderne Referenzen, wie die Einspielung von politischen Reden rechtspopulistischer Akteure, dienen dazu, eine Brücke zum heutigen Zeitgeist zu schlagen und die Aktualität des Themas zu verdeutlichen.
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