Magisterarbeit, 2006
124 Seiten, Note: 1,0
1. Thematische Einleitung
1.1 Eingrenzung und Filmauswahl
1.2 Allgemeine Bemerkungen zur Darstellung des Serienkillers
2. Homosexualität im Serienkillerfilm
2.1 Die Geschichte des „schwulen Monsters“
2.2 Dahmer
2.2.1 Jeffrey Dahmer in Realität und Film
2.2.2 Dahmer und Rodney
2.2.3 Die Rückblenden
2.2.4 Jeffrey Dahmer: The Secret Life
2.3 All-American, Homosexual Serial Killers
2.3.1 Gacy
2.3.2 Henry: Portrait of a Serial Killer
2.4 Fazit zum homosexuellen Serienkiller
3. Die lesbische Killerin
3.1 Mordende Frauen im Film
3.2 Monster
3.2.1 Mordinszenierungen
3.2.2 Die Erotik von Monster im Vergleich zu Boys Don't Cry
3.3 Abschließende Betrachtung zur lesbischen Killerin
4. Der Serienkiller in Frauenkleidern
4.1 Transvestit oder Transsexueller?
4.2 The Silence of the Lambs
4.2.1 Die Figur des Jame Gumb in The Silence of the Lambs
4.2.2 Psycho als Vorlauf zu The Silence of the Lambs
4.3 Andere Entwürfe von Travestie und Gewalt
4.4 Abschlussbemerkung zur gewalttätigen Transsexualität
5. Hyper-Heterosexualität im Serienkillerfilm
5.1 Ted Bundy
5.1.1 Die Figur des Ted Bundy
5.1.2 Mord und Sex in Ted Bundy
5.1.3 Das innerfilmische Fazit
5.2 American Psycho
5.3 Das heterosexuelle Killerpärchen in Natural Born Killers
5.4 Fazit zuper-Heterosexualität
6. Abschließendes Fazit
6.1 Summer of Sam
6.2 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Sexualität und Gewalt im amerikanischen Serienkillerfilm. Dabei wird analysiert, wie verschiedene sexuelle Orientierungen und Identitäten – wie Homosexualität, Transsexualität und Hyper-Heterosexualität – in diesem Subgenre konstruiert werden und in welchem Verhältnis sie zu den Gewalttaten der Killerfiguren stehen.
2.2.2 Dahmer und Rodney
Eine unkonventionelle Verlagerung des Interessenschwerpunktes in Dahmer ergibt sich bereits durch den Ansatz, viel Zeit für die Täter-Opfer-Beziehung zwischen Dahmer und dem jungen Schwarzen, Rodney, zu verwenden, anstatt Tötungsakte ins Zentrum der Erzählung zu stellen.
Nach einer Einführung in Dahmers Lebensverhältnisse, die angesichts der Ordentlichkeit seiner Wohnung und der Eintönigkeit seiner Arbeit in einer Schokoladenfabrik eher schlicht, schon fast primitiv erscheinen, schildert der Film – als eine Art Exposition – einen ersten Mord recht nah an den Fakten der wirklichen Tat. Mit dem Versprechen auf neue Schuhe überredet Dahmer den jungen Khamtay dazu, für ihn als Fotomodel zu posieren, bringt ihn in seine Wohnung und verabreicht ihm Drogen. Von Dahmer allein gelassen, kann Khamtay trotz Betäubung fliehen. Auf der Strasse werden Passanten auf den verwundeten und verstörten Jungen aufmerksam. Doch die Polizei unterlässt jede Hilfe, nachdem Dahmer ihnen glaubhaft versichern kann, eine homosexuelle Beziehung mit Khamtay zu haben, den er darauf in seinem Appartement tötet.
1. Thematische Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, erläutert die Filmauswahl und gibt einen allgemeinen Überblick über die mediale Konstruktion der Serienkillerfigur.
2. Homosexualität im Serienkillerfilm: In diesem Kapitel wird analysiert, wie Homosexualität filmisch als „Monstrosität“ oder soziales Stigma in den untersuchten Filmen wie Dahmer und Gacy inszeniert wird.
3. Die lesbische Killerin: Der Fokus liegt hier auf der raren Darstellung weiblicher Serienmörder und der Frage, wie diese filmisch mit dem Motiv der lesbischen Identität verknüpft werden.
4. Der Serienkiller in Frauenkleidern: Dieses Kapitel widmet sich der Figur des Killers in Frauenkleidern, wobei insbesondere die Identitätsstörung und das Konzept des "Gender Bendings" in Filmen wie Silence of the Lambs betrachtet werden.
5. Hyper-Heterosexualität im Serienkillerfilm: Untersucht wird hier die aggressive, übersteigerte Heterosexualität männlicher Killerfiguren in Werken wie Ted Bundy und American Psycho als Ausdruck von Dominanz.
6. Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Verhältnis zwischen filmischer Gewaltdarstellung, sexueller Identität und gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Serienkillerfilm, Homosexualität, Gewalt, Geschlechterrollen, Gender Bending, Transsexualität, Hyper-Heterosexualität, Filmwissenschaft, Dahmer, Monster, The Silence of the Lambs, Ted Bundy, American Psycho, Identitätskonstruktion, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Darstellung von Serienkillern und untersucht dabei, wie deren Sexualität und die Verknüpfung mit Gewalt in verschiedenen filmischen Subgenres inszeniert wird.
Die zentralen Felder umfassen die Konstruktion von Männlichkeit, die Darstellung von Homosexualität, lesbische Identitäten, Transgender-Themen und die übersteigerte "Hyper-Heterosexualität" im amerikanischen Film.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie diese filmischen Inszenierungen von Serienkillern Vorurteile gegenüber sexuellen Minderheiten verstärken oder hinterfragen und welche Rolle die Gewalt dabei spielt.
Die Arbeit nutzt filmwissenschaftliche Analyse-Methoden, um die bildliche und erzählerische Struktur ausgewählter Filme (Biopics, Thriller) zu untersuchen und in den Kontext medienkultureller Diskurse zu setzen.
Im Hauptteil werden spezifische Filmbeispiele wie Dahmer, Monster, The Silence of the Lambs und Ted Bundy detailliert analysiert, um die jeweils spezifische Verbindung von Täter-Opfer-Beziehung und sexueller Identität darzulegen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Gender Bending", "Hyper-Heterosexualität", "Täter-Opfer-Beziehung", "monströse Identität" und "mediale Wahrnehmung" charakterisiert.
Der Film versucht, Dahmers Homosexualität als Ausdruck tiefer Einsamkeit und sozialer Entfremdung darzustellen, wobei er die Grenze zwischen der realen Person und der filmischen Fiktion bewusst thematisiert.
Im Vergleich zu anderen Filmen liegt der Fokus bei Monster stärker auf der emotionalen Bindung zwischen den Protagonistinnen und der Perspektive der Täterin als Opfer sozialer Umstände.
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