Examensarbeit, 2007
67 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Die politischen Ziele im Regnum Sicilie
2.1 Die Ansprüche des deutschen Kaiserpaars auf das Königreich
2.1.1 Die Legitimation des Machtanspruchs
2.1.2 Die konkrete Herrschaftsausübung
2.2 Die Verhandlungen mit dem Papst und das Kreuzzugsangebot Heinrichs im Jahre 1195
3 Die politischen Ziele im Imperium Romanorum
3.1 Der Versuch, Friedrich zum Mitkönig wählen zu lassen
3.2 Der Erbreichsplan
3.2.1 Die Durchsetzung
3.2.2 Das Scheitern
4 Die Verhandlungen mit dem Papsttum im Herbst 1196
4.1 Der Auftakt der Verhandlungen
4.2 Der Verlauf der Verhandlungen
4.3 Der Kreuzzug und die Verhältnisse im Regnum Sicilie nach dem Scheitern der Verhandlungen
5 Resümee
Die Arbeit untersucht die politischen Zielsetzungen von Kaiser Heinrich VI. in den Jahren 1195 bis 1197, wobei der Schwerpunkt auf der Sicherung der staufischen Macht sowohl im Regnum Sicilie als auch im Imperium Romanorum liegt. Zentral ist dabei die Frage, wie Heinrich die dynastische Nachfolge und die dauerhafte Anbindung des sizilischen Königreichs an das Reich zu etablieren versuchte.
2.1.1 Die Legitimation des Machtanspruchs
Mit der vollständigen Eroberung des sizilischen Königreichs, dem triumphalen Einzug in Palermo am 20. November 1194 und der Krönung am 25. Dezember desselben Jahres war die Phase der Machtfestigung beendet. Nun rückte die Sicherung des staufischen Machtanspruches in den Mittelpunkt von Heinrichs politischem Handeln. Ein weiterer Grund für den Kurswechsel der kaiserlichen Politik ist in der Geburt des potentiellen Nachfolgers Friedrich-Roger am 26. Dezember 1194 zu sehen: Heinrich musste, um die Herrschaft im Königreich Sizilien für seinen Sohn sichern zu können, zunächst seine eigene Stellung gegen die Widerstände des sizilischen Adels und vor allem gegenüber dem sizilischen Lehnsherrn – dem Papst – behaupten.
Zur Legitimation des Herrschaftsanspruchs des deutschen Kaiserpaares auf das Regnum Sicilie finden sich in den Quellen zwei unterschiedliche Rechtsauffassungen. Da ist zum einen das antiquum ius imperii, das auf die besonderen Ansprüche des Kaisertums auf das sizilische Königreich, zumindest auf das Festland, zurückgeht. Zum anderen ist es das ius hereditatis, also das Erbrecht, auf das sich Heinrichs Gattin Konstanze als Nachfolgerin der Normannenkönige Roger II., Wilhelm I. und II. berief. Die Frage, auf welcher dieser beiden Grundlagen Heinrich seine Ansprüche im Königreich durchzusetzen versuchte, wird in der Forschung unterschiedlich bewertet und soll im Folgenden untersucht werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der Forschung zu Heinrich VI. und begründet die zeitliche Eingrenzung der Untersuchung auf die Jahre 1195–1197.
2 Die politischen Ziele im Regnum Sicilie: Das Kapitel analysiert die Bemühungen Heinrichs, seinen Machtanspruch in Sizilien durch Legitimation und eine gezielte Herrschaftsausübung zu sichern.
3 Die politischen Ziele im Imperium Romanorum: Hier werden die Versuche zur Einführung eines Erbkönigtums und der damit verbundene Erbreichsplan des Kaisers im Reich behandelt.
4 Die Verhandlungen mit dem Papsttum im Herbst 1196: Dieses Kapitel widmet sich den gescheiterten diplomatischen Bemühungen um eine Anerkennung der staufischen Ansprüche durch die Kurie.
5 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass Heinrichs Ziele maßgeblich am Widerstand des Papsttums scheiterten.
Heinrich VI., Staufer, Regnum Sicilie, Imperium Romanorum, Erbreichsplan, Papst Coelestin III., Kreuzzug, Herrschaftslegitimation, Konstanze von Sizilien, Friedrich II., unio regni ad imperium, Machtanspruch, Reichsfürsten, Mittelalter, sizilische Kirche.
Die Arbeit analysiert die politische Strategie Kaiser Heinrichs VI. in den letzten Jahren seiner Regierungszeit (1195–1197), insbesondere seine Bestrebungen, die staufische Macht im sizilischen Königreich und im Reich nachhaltig abzusichern.
Zentrale Themen sind die Sicherung des sizilischen Erbes, die kirchenpolitischen Verhandlungen mit dem Papst, die Kreuzzugsplanung als politisches Mittel sowie der Versuch einer Verfassungsänderung im Reich (Erbreichsplan).
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Heinrich VI. den Übergang von einem Wahlkönigtum zu einer Erbmonarchie anstrebte und welche Rolle die unio regni ad imperium (die Verbindung von Reich und Sizilien) dabei spielte.
Der Autor führt eine tiefgehende Analyse zeitgenössischer Quellen (Urkunden, Chroniken) und der einschlägigen fachwissenschaftlichen Forschungsliteratur durch, um die politischen Handlungen Heinrichs zu kontextualisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Konsolidierung in Sizilien, die Verhandlungen mit dem Papst sowie die schwierigen Auseinandersetzungen mit den Reichsfürsten bezüglich des Erbreichsplans.
Wichtige Begriffe sind Heinrich VI., Regnum Sicilie, Imperium Romanorum, Erbreichsplan, unio regni ad imperium sowie die Auseinandersetzung mit Papst Coelestin III.
Teile des sizilischen Adels reagierten mit Widerstand, der sich unter anderem in Verschwörungen gegen den Kaiser entlud, da sie eine Entmachtung durch die rein staufische Regierungsweise fürchteten.
Der Plan scheiterte primär am Widerstand der deutschen Reichsfürsten, die das Wahlrecht nicht aufgeben wollten, und wurde durch die politische Opposition insbesondere der sächsischen Fürsten gestoppt.
Der Kreuzzug war ein zentrales Instrument der Verhandlungspolitik, das Heinrich nutzen wollte, um den Papst zur Anerkennung seiner Herrschaftstitel in Sizilien zu bewegen.
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