Masterarbeit, 2022
191 Seiten, Note: Sehr gut
1 Einleitung
2 Fragestellung
3 Hypothesen
4 Theorie
4.1 Menschenbild
4.1.1 Wie entwickelte sich das Bild eines konstruktiven inneren Kerns bei Rogers?
4.1.2 Aktualisierungstendenz
4.1.3 Der Organismus
4.1.4 Experiencing
4.2 Konstruktiv und Destruktiv
4.3 Prinzip oder Entität
4.4 Überdauernd, stabil und unversehrbar
4.5 Prosozial
4.6 Individuelle menschliche Potentiale
4.7 Pränatale Existenz des innersten Kerns
4.8 Implizites Entwicklungswissen
4.9 Der innerste Kern in der personzentrierten Literatur
4.10 Hinweise auf einen möglichen Kontakt mit dem innersten Kern in der Person selbst
4.11 Der innerste Kern in der Therapie
4.11.1 Bedeutung des innersten Kerns für den/die Therapeut*in
5 Empirie
5.1.1 Phänomenologische – hermeneutische Betrachtungsweise
5.2 Fragestellungen und Hypothesen
5.3 Triangulation
5.4 Ziel der empirischen Betrachtung
5.5 Der innerste Kern im Focusing-Prozess
5.5.1 Embodying research
5.5.2 Thinking at the Edge
5.6 Durchführung der Focusingprozesse
5.7 Qualitative Inhaltsanalyse
5.7.1 Der innerste Kern ist in seiner Natur konstruktiv bzw. positiv, gut
5.7.2 Der innerste Kern ist ein Prinzip und ist nicht als Entität mess- oder untersuchbar
5.7.3 Der innerste Kern ist überdauernd, stabil und unversehrbar
5.7.4 Der innerste Kern wirkt prosozial
5.7.5 Im innersten Kern sind individuelle menschliche Potentiale angelegt
5.7.6 Pränatale Existenz des innersten Kerns
5.7.7 Der innerste Kern trägt ein implizites Entwicklungswissen in sich
5.8 Sonstige Erkenntnisse aus den Focusing-Prozessen
5.8.1 Der innerste Kern befindet sich in tief in der menschlichen Persönlichkeit
5.8.2 Der innerste Kern zeigt sich in Bildern, wie sie auch in der Natur vorkommen
5.8.3 Der innerste Kern hat eine starke Verbindung zum Körper
5.8.4 Im Kontakt mit den innersten Kern zeigt sich Kreativität
5.8.5 Auf der Suche nach dem innersten Kern, kann auch etwas „Unangenehmes“ ins Erleben kommen
5.8.6 Spirituell anmutendes Erleben
5.8.7 Im Kontakt mit dem innersten Kern tauchen Wohlgefühle auf
5.8.8 Erleben von Rückzug oder Versteck
5.8.9 Ein Erleben von Schutz und Geborgenheit
5.8.10 Dualität
5.8.11 Existenz, Lebendigkeit und Bewegung
5.8.12 Schönheit und Wert
5.9 Online Fragebogen
5.9.1 Gestaltung des Online-Fragebogens
5.9.2 Beschreibung der Stichprobe
5.9.3 Fragen zur Begrifflichkeit und Existenz des innersten Kerns
5.9.4 Fragen zur Arbeit mit dem innersten Kern
5.9.5 Fragen zur Art und Wirkung des innersten Kerns
5.9.6 Anlagen im innersten Kern
5.9.7 Erwähnenswertes zum innersten Kern
5.10 Triangulation
5.11 Verknüpfung der qualitativen und quantitativen Ergebnisse im Sinne der Triangulation
5.11.1 Der innerste Kern ist in seiner Natur konstruktiv bzw. positiv, gut
5.11.2 Der innerste Kern ist ein Prinzip und ist nicht als Entität mess- oder untersuchbar
5.11.3 Der innerste Kern ist überdauernd, stabil und unversehrbar
5.11.4 Der innerste Kern wirkt prosozial
5.11.5 Im innersten Kern sind individuelle menschliche Potentiale angelegt
5.11.6 Pränatale Existenz des innersten Kerns
5.11.7 Der innerste Kern trägt ein implizites Entwicklungswissen in sich
5.11.8 Fazit der Triangulation
6 Diskussion
7 Zusammenfassung
8 Literaturverzeichnis
Diese Arbeit zielt darauf ab, den Begriff des „innersten Kerns“ innerhalb der personzentrierten Psychotherapie theoretisch zu fundieren und empirisch zu explorieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, durch welche Merkmale sich dieser Kern auszeichnet und welche Wirkungsaspekte seine Existenz nahelegen, insbesondere im Hinblick auf ein menschliches Entwicklungspotential.
4.1.1 Wie entwickelte sich das Bild eines konstruktiven inneren Kerns bei Rogers?
Zuerst sehen wir uns ein Originalzitat von Rogers (1961) im englischen Original an. Demnach versteht Rogers den innersten Kern, des Menschen als etwas Gutes oder Positives, vorwärts gerichtetes und grundsätzlich Prosoziales. Er gewann diese Ansicht aus seiner klinischen Erfahrung: „One of the most revolutionary concepts to grow out of our clinical experience is the recognition that the innermost core of man’s nature, the deepest layers of his personality, the base of his ‘animal nature’ – is basically socialized, forward-moving, rational and realistic.” (Rogers, 1961, S. 90,91).
Rogers (1961) selbst erkannte schon die Schwierigkeit, zu behaupten, es gäbe einen konstruktiven innersten Kern im Menschen. Es lässt sich einfach nur schwer beweisen, aber in dem was sich vermutlich in der therapeutischen Entwicklung ihm gezeigt habe, lasse auf eben diese positive „animal nature“ im Menschen rückschließen. Zur damaligen Zeit, war ihm wohl bewusst, dass er nicht erwarten konnte, dass diese Ansicht breite Akzeptanz finden würde. Auch heute scheint manchen Psychotherapeut*innen, wenn vermutlich auch nur sehr wenigen, förmlich auch eine Lust aufzusteigen, konfrontierend auf den dunklen wütenden, destrutiven, gierigen, geizigen, hassenden Kern, hinter plakativ nach außen getragener, fassadenhafter Freundlichkeit, konfrontierend auf den Grund zu gehen. Damit scheint man sich auch begnügen zu wollen und findet womöglich ein weiter graben in etwas grundlegendes Gutes von nur geringfügig interessant. Scheint hier Rogers zurückhaltende Vorsicht, etwas Gutes tief in Menschen zu verorten, nicht auch heute revolutionär und gewagt?
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Rogers’ Konzept eines positiven innersten Kerns und stellt die Zielsetzung dar, diesen Kern phänomenologisch und durch Befragung zu präzisieren.
2 Fragestellung: Das Kapitel formuliert die Forschungsfragen zur Bestimmung der Merkmale und Wirkungsaspekte des innersten Kerns.
3 Hypothesen: Hier werden sieben Hypothesen vorgestellt, die den Kern als konstruktiv, prinzipiell, stabil, prosozial und pränatal existent beschreiben.
4 Theorie: Dieser Abschnitt widmet sich dem humanistischen Menschenbild, der Aktualisierungstendenz und der Abgrenzung von Begriffen wie „Prinzip“ und „Entität“.
5 Empirie: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Multi-Methodologie-Studie, bestehend aus Focusing-Prozessen und einem Online-Fragebogen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt und in den Kontext der personzentrierten Theorie gestellt, wobei weiterer Forschungsbedarf identifiziert wird.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit fasst ihre Erkenntnisse über den innersten Kern als konstruktives Organisationsprinzip des Menschen zusammen.
Innerster Kern, Aktualisierungstendenz, Focusing, Menschenbild, Konstruktivität, Prosozialität, Entwicklungswissen, Triangulation, Personzentrierte Psychotherapie, Pränatal, Selbst, Organismus, Entwicklungspotential, Humanistische Psychologie, Phänomenologie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Präzisierung eines Konzepts, das Carl R. Rogers als „innersten Kern“ der menschlichen Natur bezeichnet hat.
Zentrale Themen sind die menschliche Natur, das Konzept der Aktualisierungstendenz, die Rolle der therapeutischen Beziehung sowie die empirische Erlebbarkeit eines guten Kerns in menschlichen Schichten.
Das Ziel ist es, dem Phänomen „innerster Kern“ näherzukommen, Merkmale zu definieren und zu prüfen, ob ein solcher Kern in Kontakt zu bringen ist – sowohl als Gegenüber in der Therapie als auch in der eigenen Person.
Es wird eine Multi-Methodologie-Studie (Triangulation) durchgeführt: Eine qualitative Untersuchung mittels Focusing-Prozessen und eine quantitative Online-Befragung unter Psychotherapeuten.
Der Hauptteil fundiert das Menschenbild im personzentrierten Ansatz und setzt sich philosophisch mit Begriffen wie „Prinzip versus Entität“, „Konstruktivität“ und „Pränataler Existenz“ auseinander.
Wichtige Begriffe sind Innerster Kern, Aktualisierungstendenz, Focusing, Entwicklungswissen und menschliche Potentiale.
Die Autorin argumentiert, dass Destruktivität meist durch Schichten (Erfahrungen von Missachtung) überdeckt wird, während der Kern selbst, bei tieferem Eintauchen, als konstruktiv und prosozial erlebt wird.
Sie baut die Brücke von der Erfahrung zur Integration (Selbsterfahrung) und hilft Klienten, Zugang zu einem stabilen, schützenden Refugium in sich selbst zu finden, insbesondere nach Traumata.
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