Examensarbeit, 2009
108 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Bewertung und Zensierung im Sportunterricht
2.1 Bildungs- und Erziehungsaspekte des Sportunterrichtes
2.2 Relevanz der Notengebung für das Fach Sport
2.3 Leistungsnote oder pädagogische Sportnote
3 Gegenstand der Zensierung und Bewertung im Sportunterricht
3.1 Definition von Leisten und Leistung im Sportunterricht
3.2 Bezugsebenen der Bewertung und Zensierung
3.2.1 Absolute und relative sportliche Leistung
3.2.2 Individuelle Lernvoraussetzungen und Lernfortschritte
3.2.3 Leistungswillen und Verhalten im Sportunterricht
3.3 Kritische Betrachtung der bezugsorientierten Notenfindung
4 Schülerpartizipation als Perspektive für Schule und Unterricht
4.1 Allgemeine Ziele der Schülermitbestimmung
4.1.1 Selbstständigkeit
4.1.2 Soziale Handlungsfähigkeit
4.1.3 Fächerübergreifende Kompetenzen
4.2 Schülermitbestimmung im Sportunterricht
4.2.1 Gemeinsame Planung
4.2.2 Kooperative Unterrichtsdurchführung
4.2.3 Gemeinsame Auswertung von Unterrichtseinheiten
5 Schülerpartizipation am Bewertungs- und Zensierungsprozess
5.1 Differenzierung zwischen Bewertungs- und Zensierungsmitbestimmung
5.2 Schülermitbestimmung bei der Zensierung von Schülerleistungen
5.2.1 Auswahl der Kriterien für die Beurteilung
5.2.2 Schülerinnen und Schüler geben Noten
5.2.3 Notenvergabe als gemeinsame „Verhandlungssache“
5.3 Schülermitbestimmung in der Bewertung
5.3.1 Selbstbewertung durch Schülerinnen und Schüler
5.3.2 Fremdbewertung durch Schülerinnen und Schüler
6 Praxis der Schülerpartizipation am Bewertungs- und Benotungsprozess
6.1 Publizierte fachdidaktische Beiträge
6.2 Erfahrungsbericht des Verfassers
6.3 Zusammenfassung
6.4 Studien zur Schülermitbestimmung am Bewertungs- und Benotungsprozess
7 Fazit
8 Anhang
9 Literatur
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler aktiv in den Bewertungs- und Zensierungsprozess im Sportunterricht einzubeziehen. Ziel ist es, die Transparenz der Notengebung zu erhöhen, die Identifikation mit den Unterrichtsinhalten zu stärken sowie soziale und kognitive Kompetenzen der Lernenden zu fördern, anstatt den Sportunterricht auf ein reines „Notenmachen“ zu reduzieren.
3.2.1 Absolute und relative sportliche Leistung
Das Leisten als Prozess der qualitativen und quantitativen Verbesserung kann ohne eine Orientierung an Gütemaßstäben, Bezugsnormen oder inhaltlichen Kriterien nicht zielgerichtet und planmäßig erfolgen. In der Praxis werden Leistungsstand-Vergleiche angestrebt, durch die es möglich ist, den Fortschritt oder die Stagnation der individuellen Leistungsfähigkeit einzuordnen. Dies geschieht entweder in Form der sozialen Bezugsnorm, die sich aus dem Vergleich zwischen verschiedenen Individuen ergibt oder mittels der individuellen Bezugsnorm, die den aktuellen Leistungsstand mit früheren Ergebnissen vergleicht. Die Veränderung des Leistungsstandes, in positivem und negativem Sinne, wird zur besseren Nachvollziehbarkeit und zum allgemeinen Verständnis an sportartenspezifische Gütemaßstäbe gebunden. Diese werden in Wettkampfregeln und offiziellen Vereinbarungen festgehalten. Allgemein lassen sich folgende, allgemeinhin gültige Leistungsziele in Abhängigkeit zur Spielidee oder Sportart anführen: Zeitminimierung, Distanz- und Treffermaximierung, Gestaltoptimierung, Positionserzwingung und Lastmaximierung. Diese Kriterien bieten gleichermaßen ein verankertes Orientierungsmaß im Sportunterricht, sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrkräfte.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der fremdbestimmten Notengebung im Sportunterricht und stellt die Forschungsfrage, ob durch aktive Schülerpartizipation eine höhere Transparenz und Kompetenzförderung erreicht werden kann.
2 Bewertung und Zensierung im Sportunterricht: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Bewertung und Zensierung und diskutiert die Bildungs- und Erziehungsaufträge sowie die Relevanz der Notengebung im Fach Sport.
3 Gegenstand der Zensierung und Bewertung im Sportunterricht: Hier werden Definitionen von Leisten und Leistung sowie die verschiedenen Bezugsebenen (sachbezogen, individuell, prozessual-sozial) erörtert, die der Notenfindung zugrunde liegen.
4 Schülerpartizipation als Perspektive für Schule und Unterricht: Dieses Kapitel erläutert die allgemeinen Ziele der Mitbestimmung sowie deren konkrete Umsetzungsmöglichkeiten im Sportunterricht durch gemeinsame Planung, Durchführung und Auswertung.
5 Schülerpartizipation am Bewertungs- und Zensierungsprozess: Der Hauptteil vertieft die Möglichkeiten der aktiven Einbindung von Schülerinnen und Schülern in den Beurteilungsprozess, inklusive Selbst- und Fremdbewertungsmethoden.
6 Praxis der Schülerpartizipation am Bewertungs- und Benotungsprozess: Anhand von publizierten Beiträgen und eigenen Erfahrungen des Verfassers werden praktische Ansätze und deren Vor- und Nachteile sowie wissenschaftliche Studien diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer pädagogischen, an Prozessen orientierten Leistungsbewertung unter bewusster Einbeziehung der Schülerschaft.
Sportunterricht, Notengebung, Schülerpartizipation, Leistungsbewertung, Zensierung, Selbstbewertung, Fremdbewertung, pädagogische Sportnote, Kompetenzentwicklung, Sportdidaktik, Leistungsfortschritt, Schülermitbestimmung, Unterrichtsqualität, Leistungsverhalten, Bezugsnormen.
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung der traditionellen Notengebung im Schulsport und untersucht, wie Schülerinnen und Schüler durch aktive Partizipation in Bewertungs- und Zensierungsprozesse eingebunden werden können.
Zentrale Themen sind die Differenzierung zwischen Leistungs- und pädagogischer Note, die Bedeutung der Schülerpartizipation für die Identifikation mit dem Unterricht sowie die methodische Gestaltung von Selbst- und Fremdbewertungsansätzen.
Das Ziel ist die Erforschung einer "gerechteren" Notengebung, die durch aktive Einbeziehung der Lernenden Transparenz schafft und gleichzeitig den Erwerb sozialer und kognitiver Kompetenzen fördert.
Der Verfasser nutzt eine theoretische Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur kombiniert mit einer Analyse praktischer Anwendungsbeispiele sowie die Auswertung wissenschaftlicher Erhebungen zu den Einstellungen von Schülern und Lehrern.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Leistungsbewertung, die Ziele der Schülermitbestimmung und detaillierte praktische Modelle zur Einbindung der Schüler bei Planung, Beurteilung und Auswertung.
Die zentralen Schlagworte sind Sportunterricht, Schülerpartizipation, Leistungsbewertung, pädagogische Sportnote, Selbstbewertung und Kompetenzentwicklung.
Der Autor betont, dass die Zensierung hoheitliche Aufgabe der Lehrkraft bleiben muss, während die Bewertung als qualitativer Rückmelde- und Lernprozess eine hohe Partizipationsmöglichkeit bietet.
Der Leistungsfortschritt (LFN) wird als wichtiges Instrument gesehen, um auch schwächeren Schülern Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, darf aber die objektiv ermittelte sportliche Leistung nicht vollständig in der Bedeutung verdrängen.
Der Verfasser nennt den hohen organisatorischen Zeitaufwand und die Gefahr einer möglichen Überforderung oder Frustration sowohl bei Lehrkräften als auch bei Schülern, wenn Partizipation nicht schrittweise eingeführt wird.
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