Diplomarbeit, 2009
74 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodische Vorgehensweise
2 Persönlichkeitstests – Definition und Abgrenzung
3 Unternehmerischer Nutzen
4 Kritische Aspekte bei der Verwendung von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl
4.1 Anforderungen an Persönlichkeitstests
4.1.1 Hauptgütekriterien
4.1.1.1 Validität
4.1.1.2 Reliabilität
4.1.1.3 Objektivität
4.1.2 Nebengütekriterien
4.1.3 Berufsbezogenheit
4.1.4 Verfälschungen im Sinne sozialer Erwünschtheit
4.2 Anforderungen an Unternehmen
4.2.1 Einbettung von Persönlichkeitstests in den Recruitingprozess
4.2.2 Umgang mit Bewerbern in der Testsituation
4.2.3 Rechtliche Aspekte
5 Vorstellung einzelner Testverfahren anhand ausgewählter Kriterien
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.2 16 PF-R – Validität
5.3 OPQ32 – Normierung
5.4 ProFacts – Ökonomie
5.5 BIP – Berufsbezug
5.6 MBTI – Verbreitet, aber für die Personalauswahl ungeeignet
6 Umfrage zum Einsatz von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl deutscher Unternehmen
6.1 Methodische Vorgehensweise
6.2 Darstellung der Ergebnisse
6.2.1 Eckdaten zur Anwendung von Persönlichkeitstests
6.2.2 Testeigenschaften
6.2.3 Gründe für den Einsatz von und Zufriedenheit mit den Testverfahren
6.3 Zwischenfazit zum Praxiseinsatz von Persönlichkeitstests im Recruitingprozess
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anforderungen an wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitstests im Recruiting und analysiert deren tatsächliche Verwendung in der unternehmerischen Praxis deutscher Großunternehmen, um Strategien zur Steigerung von Akzeptanz und Qualität im Auswahlprozess aufzuzeigen.
4.1.1.2 Reliabilität
„Unter der Reliabilität oder Zuverlässigkeit eines Tests versteht man den Grad der Genauigkeit, mit dem er ein bestimmtes Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmal misst, gleichgültig, ob er dieses Merkmal auch zu messen beansprucht.“ (Lienert & Raatz, 1994, S. 9) Im Gegensatz zur Validität, bei der die inhaltliche Treffsicherheit von Bedeutung ist, geht es bei der Reliabilität demnach um die Exaktheit der Messung an sich. Nach Amelang & Zielinski (1997, vgl. S. 146) muss ein Testteilnehmer absolut fehlerfrei auf einer Testskala lokalisierbar sein, damit ein Test als vollständig zuverlässig gilt. Der Grad der Reliabilität wird oft durch den Faktor „Cronbach´s alpha“ angegeben, welcher nach Hossiep et al. (2000, vgl. S. 51) mindestens 0,7 und nach Stiel (2006, vgl. S. 334) zwischen 0,65 und 0,85 betragen sollte. Es werden drei Hauptmethoden unterschieden, nach denen – abhängig von der jeweiligen Testform – Reliabilität ermittelt werden kann: die Retestmethode, die Paralleltestmethode und die Testhalbierung.
Bei der Retestmethode, oder Testwiederholung, wird derselbe Test von einem Kandidaten nach einem zeitlichen Abstand noch einmal wiederholt. Hierbei entsteht das Dilemma, dass der Zeitraum zwischen den Tests weder zu kurz noch zu lang sein darf (Amelang & Zielinski, 1997, vgl. S. 147). Ist er zu kurz kann es zu Erinnerungs- bzw. Lerneffekten aus dem ersten Test kommen; ist der Zeitraum jedoch zu lang, können reale Veränderungen der Merkmalsausprägungen stattfinden. Der Retest würde dann zwar ebenso exakt wie beim ersten Mal das entsprechende Merkmal erfassen, aufgrund der faktischen Veränderung wäre die Korrelation zwischen beiden Durchführungen jedoch niedrig. Die Wiederholungsreliabilität ist demnach von der Stabilität der Merkmale abhängig, weshalb in diesem Zusammenhang auch von „Teststabilität“ gesprochen wird (Rauchfleisch, 1994, vgl. S. 57 f.). Da Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen über eine lange Zeit weitgehend stabil sind, eignet sich diese Art der Reliabilitätsprüfung besonders gut für Persönlichkeitsfragebogen. Die Retestreliabilität sollte dabei größer 0,6 sein (Hossiep et al., 2000, vgl. S. 51).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Personalauswahl ein und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich der Anforderungen an Persönlichkeitstests sowie deren aktuelle Nutzung in der Praxis.
2 Persönlichkeitstests – Definition und Abgrenzung: Das Kapitel definiert den Begriff des psychologischen Tests und grenzt Persönlichkeitstests als Methode zur Erfassung typischer Verhaltensweisen von Leistungs- und Intelligenztests ab.
3 Unternehmerischer Nutzen: Hier werden die Vorteile der Testanwendung beleuchtet, insbesondere hinsichtlich Effizienzsteigerung, Qualitätsverbesserung im Auswahlprozess und positiver Wirkung auf das Unternehmensimage.
4 Kritische Aspekte bei der Verwendung von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl: Dieses zentrale Kapitel behandelt die wissenschaftlichen Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität) sowie rechtliche Aspekte und den angemessenen Umgang mit Bewerbern während der Testsituation.
5 Vorstellung einzelner Testverfahren anhand ausgewählter Kriterien: Das Kapitel veranschaulicht theoretische Kriterien anhand konkreter Testbeispiele wie 16 PF-R, OPQ32, ProFacts, BIP und MBTI und bewertet deren Eignung für den Einsatz im Recruiting.
6 Umfrage zum Einsatz von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl deutscher Unternehmen: Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Ergebnisse einer Online-Befragung bei deutschen Großunternehmen zu Anwendungsfällen, Zufriedenheit und Auswahlkriterien von Persönlichkeitstests.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung von Persönlichkeitstests sowie die Notwendigkeit transparenter und professioneller Auswahlprozesse.
Persönlichkeitstests, Personalauswahl, Recruiting, Testgütekriterien, Validität, Reliabilität, Objektivität, Berufsbezogenheit, DIN 33430, BIP, OPQ32, 16 PF-R, MBTI, Personaleignungsdiagnostik, Soziale Erwünschtheit
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Persönlichkeitstests als Instrument in der Personalauswahl. Dabei wird untersucht, welchen Anforderungen diese Tests genügen müssen und wie sie in der unternehmerischen Praxis eingesetzt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der wissenschaftlichen Fundierung von Testverfahren (Gütekriterien), dem unternehmerischen Nutzen, rechtlichen Rahmenbedingungen und der praktischen Implementierung im Recruitingprozess.
Das Ziel ist es, die Akzeptabilität und Qualität von Persönlichkeitstests im Recruiting zu erhöhen, indem aufgezeigt wird, wie Unternehmen adäquate Verfahren auswählen und diese professionell in ihren Auswahlprozess integrieren.
Es wurde ein analytischer und deskriptiver Ansatz gewählt: Die theoretischen Anforderungen an Tests werden literaturbasiert hergeleitet, während der aktuelle Praxiseinsatz durch eine eigene empirische Umfrage unter deutschen Großunternehmen untersucht wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität), die Vorstellung spezifischer Testverfahren (z.B. BIP, OPQ32) und die Auswertung einer empirischen Umfrage zur Anwendungssituation.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Persönlichkeitstests, Personalauswahl, Recruiting, Testgütekriterien, Validität und Praxisbezug aus.
Obwohl der MBTI weltweit sehr verbreitet ist, kommt die Autorin zu dem Schluss, dass er für den Einsatz in professionellen Auswahlverfahren aufgrund mangelnder empirischer Grundlage und fehlender berufsbezogener Normierung ungeeignet ist.
Die Umfrage ergab, dass Anwender insbesondere die Komplexität und den Zeitaufwand der Auswertung und Interpretation bemängeln. Zudem besteht oft der Wunsch nach stärkeren Individualisierungsmöglichkeiten der Tests an unternehmensspezifische Kompetenzmodelle.
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